Flutlicht und nötige Folgemaßnahmen kosten eine Million Euro
Sportclub und Stadt wollen die »U-Lösung

Verl (WB). Der SC Verl will attraktiver werden – für Sponsoren und Zuschauer. Ein wichtiger Punkt dieser Zukunftsstrategie ist der Bau einer Flutlichtanlage im Stadion an der Poststraße. Künstliches Licht gibt es aber nur im Paket mit Maßnahmen für den Lärmschutz. Unter anderem müsste die Nordtribüne überdacht werden. Der SCV will aber noch mehr, sein Vorhaben nennt er »U-Lösung«.

Mittwoch, 10.09.2014, 15:33 Uhr aktualisiert: 10.09.2014, 15:38 Uhr
Flutlicht und nötige Folgemaßnahmen kosten eine Million Euro : Sportclub und Stadt wollen die »U-Lösung
Foto: Julian Stolte
Deshalb will der Verein umbauen

Wenn Stadt Verl und Sportclub sämtliche Maßnahmen bezüglich des Lärmschutzes erfüllen, dürfte 18 Mal im Jahr an einem Freitagabend (19 Uhr) gespielt werden. Dies ist Angaben der Verler Verwaltung zufolge die Kernaussage einer schalltechnischen Untersuchung aus dem vergangenen Monat. Bei diesen Spielen würde die Zuschauerkapazität des Stadions allerdings auf 2500 begrenzt. Mit den geplanten Heimspielen am Freitagabend will der Verein von der Regelanstoßzeit der Regionalliga am Samstag um 14 Uhr abweichen. Den SCV-Verantwortlichen ist diese Anstoßzeit schon seit einigen Jahren ein Dorn im Auge. Zu keiner Zeit am Wochenende ist nämlich die Konkurrenz durch Profifußball größer. Wenn in der Bundesliga um 15.30 Uhr die Nachmittagspartien angepfiffen werden, rollt in der Regionalliga noch mindestens eine viertel Stunde der Ball. Die Spiele von Drittligist Arminia Bielefeld sind in der Regel sogar zeitgleich mit denen des SC Verl. Außerdem ist samstags das Freizeitangebot in der Region ausgeprägter als freitagabends. Die Anstoßzeit am Freitag um 19 Uhr hat Angaben des Vereins zufolge das Potenzial, den aktuellen Zuschauerschnitt (595) wieder anzuheben.

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Hierbei würde neben der Nord-, auch die Osttribüne des Verler Stadions eine Überdachung erhalten. Die sogenannte U-Form ergibt sich folglich aus der schon überdachten Sitzplatztribüne an der westlichen Seite des Platzes. Mit einem für die Fußball-Regionalliga tauglichen Flutlicht, Lärmschutzwand auf der Westtribüne und Beschallungsanlage kostet das Vorhaben nach Informationen des Sportclubs eine Million Euro. Dies geht aus einem Schreiben des Vereins an die Stadt hervor, dass die Verwaltung veröffentlicht hat. Der Vereinsvorsitzende Raimund Bertels und Stellvertreter Erwin Pietz berufen sich auf eine erste Kostenschätzung.

Für dieses Projekt beantragt der SCV bei der Stadt einen Zuschuss in Höhe von 600 000 Euro. Quasi im Gegenzug will der Verein rechnerische Eigenleistungen in Höhe von 400 000 Euro erbringen sowie Bauleitung und -ausführung übernehmen. »Hieran wird das große Interesse des Vereins an der Umsetzung deutlich«, schreibt Bürgermeister Paul Hermreck in einer Beschlussvorlage für die Fachausschüsse, die erstmals am Montag, 15. September, 17 Uhr, tagen. Der Verwaltungschef stellt aber klar: »Notwendig sind die Maßnahmen für den Spielbetrieb in der Regionalliga nicht.« Man sei jedoch der Auffassung, das Engagement des Vereins zu unterstützen und schlage vor, das Projekt umzusetzen.

Flutlichtanlage
Der Ausgangspunkt des ambitionierten Vorhabens ist die Beleuchtung. Denn nur so lassen sich die Heimspiele an einem Freitagabend auch in Herbst und Winter realisieren (siehe Ex- tra-Kasten). Der SCV hat bereits ein für die Regionalliga taugliches Flutlicht immissionsrechtlich prüfen lassen. Vorgesehen ist eine Sechs-Mast-Anlage (38 Scheinwerfer in 20 Metern Höhe). Form der Scheinwerfer und ein Blendschutz seien gemäß den Immissionsrichtwerten für Wohngebiete geeignet.

Beschallungsanlage
Zu den erforderlichen Maßnahmen gehört der Bau einer neuen Beschallungsanlage. Diese Anlage muss der Beschlussvorlage zufolge dezentral ausgerichtet werden – also mehr Lautsprecher mit einer niedrigeren Lautstärke.

Tribünendächer
Die Stehplätze an der Nordseite müssen laut Vorlage eine Überdachung mit einer 6,90 Meter hohen Rückwand sowie lückenlosem Anschluss an die Westtribüne erhalten. Auf dem Dach der bestehenden Tribüne (Westseite) muss in der Mitte eine 1,80 Meter hohe Lärmschutzwand gebaut werden.

Sonstige Maßnahmen
Bei der Verteilung der Zuschauer gibt es ebenfalls Vorgaben. »Der Verein hat dafür Sorge zu tragen, dass den ›Intensivfans‹ ausschließlich die Nordostseite zugewiesen wird«, heißt es in der Beschlussvorlage. Zudem sei die Benutzung von Lärminstrumenten im Stadion an der Poststraße und auf Wegen dorthin zu untersagen.

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