Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl informiert sich bei Türenhersteller Graute
Metallbetriebe suchen Auszubildende

Verl (WB). Der Bedarf an qualifizierten Berufsanfängern im Metallgewerbe ist enorm. Diese Botschaft hat die Firma Graute während eines Besuches an die Adresse von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl vermittelt. Drei Ausbildungsplätze konnte der Anbieter für Haustüren und Fenster aus Aluminium in diesem Jahr nicht besetzen.

Montag, 03.11.2014, 16:05 Uhr aktualisiert: 03.11.2014, 16:11 Uhr
Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl informiert sich bei Türenhersteller Graute : Metallbetriebe suchen Auszubildende
In dem Verler Unternehmen Graute erkundigt sich (von links) Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl bei Geschäftsführer Uwe Graute und Metallbauer Michael Bergen nach der Ausbildungssituation beim Türen- und Fensterhersteller. Foto: Rajkumar Mukherjee

Am Freitagvormittag informierten sich die Regierungspräsidentin sowie Bürgermeister Paul Hermreck bei Geschäftsführer Uwe Graute und dessen Vater Johann über die aktuelle Situation. Johann Graute hatte das familiengeführte Unternehmen 1963 gegründet. Als Spezialist für verschweißte Aluminiumkonstruktionen, auch für Vordächer und Wintergärten, bietet die Firma seit 50 Jahren ihre Produkte an.

Stetiges Wachstum

1963 hatte Johann Graute seinen Betrieb auf dem elterlichen Hof eröffnet. 1967 erfolgte der erste Neubau einer Produktionshalle mit Büro. Ein Jahr später bot die Firma bereits Aluminium-Türen und -Fenster als fertige Rahmenkonstruktion und mit Lackbeschichtung an. 1973 zog die Firma zum heutigen Standort in Kaunitz um. Erste Betriebs- und Büroräume entstanden auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern. Heute beträgt die gesamte Produktionsfläche von Graute etwa 20 000 Quadratmeter. Dazu gehört ein 1989 eröffnetes Hochregallager mit 4982 Stellplätzen. 114 Mitarbeiter sind aktuell für die Firma tätig. 210 Tonnen Aluminium werden jährlich verarbeitet.

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Und dafür sind qualifizierte Mitarbeiter wichtig, wie Uwe Graute betonte. »Wir würden sehr gerne mehr junge Leute ausbilden, aber wir haben schon seit Jahren große Schwierigkeiten, Interessenten für den Metallbau zu finden«, sagte Graute. Gesucht würden Auszubildende für den Beruf des Metallbauers, Fachrichtung Konstruktionstechnik. Fünf Stellen seien derzeit vergeben. Im Verwaltungsbereich der Firma, der durch eine flache Hierarchie gekennzeichnet sei, bilde das Unternehmen dagegen nicht aus.

Neu sei das Thema auch in Ostwestfalen-Lippe nicht, wie Marianne Thomann-Stahl feststellte. Mit mehreren Ideen reagiere die Bezirksregierung, beispielsweise in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern, auf den Mangel an qualifizierten Auszubildenden. »Es gibt ein Projekt, bei dem Neuntklässler zwei Jahre lang, einmal die Woche, in eine Firma gehen«, berichtete Marianne Thomann-Stahl. Für Unternehmen biete dies den Vorteil, Schüler auf Pünktlichkeit und deren Initiative zu testen. Jugendliche lernten zudem verschiedene Berufsfelder schon vor ihren Bewerbungen kennen.
Aus Sicht von Bürgermeister Paul Hermreck gebe es eine Vielzahl interessierter Jugendlicher. »Aber einige kommen im Unterricht an der Berufsschule nicht mit«, sagte er. Hermreck verwies auf das Berufliche Ausbildungsnetzwerk im Gewerbebereich, kurz »Bang«, in dem sich kleine und mittelständische Unternehmen zusammengefunden haben. Auch die Firma Graute hat sich an »Bang« beteiligt, arbeitet zudem mit Monika Schandelle als Übergangscoachin der Stadt Verl zusammen. »Das hat aber bisher nicht viel gebracht«, sagte Uwe Graute.

»Das Problem ist auch ein Mangel an Informationen«, sagte Marianne Thomann-Stahl. Noch weit verbreitet sei das Bild von Berufen im Metallgewerbe, bei denen man sich die Hände schmutzig mache. Ein Blick in die Graute-Produktionshalle vermittelte ihr das Gegenteil. »Es ist hier alles sehr sauber«, stellte sie fest.
Als ein Beispiel für eine erfolgreiche Bewerbung stellte sich Mitarbeiter Michael Bergen (21) vor. Vor vier Jahren begann der Hövelhofer seine Ausbildung zum Metallbauer. »Ich habe es nicht bereut, und die Arbeit macht mir Spaß«, sagte Bergen.

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