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Do., 16.03.2017

Hotelier Hubertus S. (57) liegt nach Detonation schwer verletzt im Krankenhaus Jägerhof ist einsturzgefährdet

Die Druckwelle der Detonation im Hotel »Jägerhof« muss enorm gewesen sein. Türen, Mobiliar und Fenster sind herausgeschleudert worden und liegen verstreut in der Umgebung herum. Scherben auf der Paderborner Straße soweit das Auge reicht. Inhaber Hubertus S. (57) wird schwer verletzt.

Die Druckwelle der Detonation im Hotel »Jägerhof« muss enorm gewesen sein. Türen, Mobiliar und Fenster sind herausgeschleudert worden und liegen verstreut in der Umgebung herum. Scherben auf der Paderborner Straße soweit das Auge reicht. Inhaber Hubertus S. (57) wird schwer verletzt. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Verl (WB). Die frischen Brötchen, die Butter und die Marmelade stehen schon auf dem Tisch. Hotelchef Hubertus S. (57) bereitet gerade das Frühstück für seine Gäste vor, als es in der Küche eine ohrenbetäubende Explosion gibt. Innerhalb von Sekunden zerstört die Detonation das Hotel-Restaurant Jägerhof in Verl.

Großalarm am Mittwoch um 5.49 Uhr für die Feuerwehr. Als die ersten Rettungskräfte an der Paderborner Straße eintreffen, finden sie den 57-jährigen Hotelbesitzer vor dem Haupteingang mit schweren Brandwunden. Er wird sofort in ein Krankenhaus gebracht. Später gibt Feuerwehr-Pressesprecher Michael Schnatmann zu: »Am Anfang bestand für ihn sogar Lebensgefahr.« Nachmittags, so sagt die Polizei, habe sich sein Gesundheitszustand stabilisiert. »Er ist wohl über den Berg.«

Mehr als 110 Retter, darunter drei Notärzte, Männer des Technischen Hilfswerkes und eine Hunderettungsstaffel der Johanniter, sind nur wenige Minuten später an der Unglücksstelle. Sie können keine weiteren Verletzen ausmachen. Auf der Straße und rund um den Jägerhof sieht es verheerend aus: Glasscherben so weit das Auge reicht, herausgesprengtes Mobiliar, Blumentöpfe, Lampen und Türen. Die Rückseite des Hotels, dem beliebten Treffpunkt der heimischen Jägerschaft, ist eingestürzt, in den Trümmern hört man noch das Gepiepse eines Feuermelders.

»Mir bietet sich ein verheerendes Bild«

Einsatzleiter Heiner Panreck vom Löschzug Verl als auch Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper koordinieren das perfekte Zusammenspiel der Rettungskräfte. Verls Bürgermeister Michael Esken ist ebenfalls vor Ort und lässt sich über die Situation informieren: »Mir bietet sich ein verheerendes Bild. Das Gebäude ist vollkommen beschädigt. Die Retter leisten hier ganze Arbeit.«

Es könne ein technischer Defekt an einer Gasleitung in der Küche gewesen sein, der die Explosion ausgelöst hat, vermutet Michael Schnatmann in einer vorsichtigen Einschätzung. Das Haus werde nämlich mit Flüssiggas versorgt. Die genaue Ursache ermittelten aber die Experten der Kripo.

Einsturzgefährdet und zurzeit nicht bewohnbar

Die Bielefelder Statikerin Anke Breimhorst ist da und wartet geduldig auf die Baupläne: »Erst dann kann ich entscheiden, wie es weitergeht.« Inzwischen steht fest, dass das Hotel einsturzgefährdet und zurzeit nicht bewohnbar ist. Die Polizei hat alles abgesperrt.

Der Gasnetzbetreiber Westnetz hat am Vormittag die Lage überprüft und beginnt damit, das Hotel von allen Energiequellen abzuschneiden. Gasleitungen im Boden werden freigelegt und abgeklemmt, ebenso die Stromkabel. Danach fährt ein großer Bagger vor, der das eingestürzte Mauerwerk hinter dem Gebäude zur Seite schiebt. Wie es mit dem Hotelbetrieb weitergehen kann, ist völlig offen.

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