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Sa., 18.03.2017

Kriminalpolizei klärt Unglücksursache – Hotelbesitzer (57) auf dem Weg der Besserung Gas hat Jägerhof-Explosion ausgelöst

Bei der Gasexplosion im Hotel-Restaurant Jägerhof in Verl ist am Mittwoch an einigen Stellen durch die Druckwelle das Mobiliar aus dem Gebäude geschleudert worden. Weitere Ausstattung und Dekoration lagert inzwischen auf dem Parkplatz.

Bei der Gasexplosion im Hotel-Restaurant Jägerhof in Verl ist am Mittwoch an einigen Stellen durch die Druckwelle das Mobiliar aus dem Gebäude geschleudert worden. Weitere Ausstattung und Dekoration lagert inzwischen auf dem Parkplatz. Foto: Julian Stolte

Von Julian Stolte

Verl (WB). Eine Gasexplosion hat die heftige Detonation im Hotel-Restaurant Jägerhof am Mittwochmorgen ausgelöst. Dies hat die Polizei nun in einer Mitteilung bekannt gegeben. Eine Rückschau auf den Großeinsatz mit mehr als 100 Einsatzkräften hat es auch bei der Feuerwehr gegeben. Stadtbrandinspektor Heiner Panreck zieht ein positives Fazit. Ein Überblick.

Mehrere Brandermittler der Gütersloher Kriminalpolizei und eine externe Sachverständige sind im Jägerhof gewesen, um zu klären,  weshalb es am Mittwochmorgen um 5.47 Uhr zu der schweren Detonation gekommen ist.

Es ist laut Polizei fraglich gewesen, ob ein Betreten des einsturzgefährdeten Hauses an der Paderborner Straße Ecke Schmiedestrang wegen der  enormen Zerstörung möglich ist. Eine Bielefelder Statikerin habe allerdings grünes Licht gegeben.

Die Polizei teilte mit: »Vor Ort konnte zweifelsfrei festgestellt werden, dass eine Gasexplosion für den Einsturz des Hotels verantwortlich ist.« Warum das Gas im Bereich der Küche unkontrolliert ausgetreten sei, habe am Unglücksort aber nicht geklärt werden können. Fest stehe weiterhin, dass es keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe.

Versorger schließt Leck aus

Innerhalb von zehn Minuten ist am Mittwoch der erste Mitarbeiter der Westnetz GmbH in Verl vor Ort gewesen, teilte das Unternehmen mit Sitz in Dortmund mit. Seit einer Gasnetzübernahme durch die Stadt Verl zum 1. Januar vergangenen Jahres verantwortet die Innogy-Tochter Westnetz die Betriebsführung des Gasnetzes in Verl.

Angaben von Pressesprecherin Ingrid Meering (Münster) zufolge hatte die erste Messung am Mittwochmorgen ergeben, dass es keine erhöhte Erdgaskonzentration im Haus gibt. »Eine Undichtigkeit hat es also nicht gegeben«, so Meering. Vorsichtshalber sei das Haus trotzdem von der Gasversorgung abgebunden worden.

Propangas

Auslöser der Jägerhof-Explosion ist eventuell eine Flasche mit Propangas gewesen. Laut Feuerwehrleiter Heiner Panreck (60) haben die Wehrleute solche Flaschen aus dem Gefahrenbereich gebracht.

Informationen dieser Zeitung zufolge sollen diese Flaschen vereist gewesen sein. Dies ist in der Regel ein sicheres Anzeichen dafür, dass zuvor nicht unerhebliche Mengen Gas abgegeben wurden.

Hotelbesitzer erholt sich

Bei der Explosion ist der Hotelbesitzer schwer verletzt worden. Als der Rettungswagen eintraf, fanden die Sanitäter den Mann (57) mit schweren Brandwunden

Bereits am Unglückstag wurde bekannt, dass der Zustand des Hoteliers sich stabilisiert hatte. Gestern hat die Polizei mitgeteilt, dass der Gastronom »auf dem Weg der Besserung« ist.

Vernetzung zahlt sich aus

Der Einsatz hat wieder gezeigt, dass die Feuerwehren längst nicht mehr nur für die Brandlöschung ausrücken. »Sie werden mit dem gesamten Gefahrenpotenzial ei­ner Stadt konfrontiert«, sagt Panreck. In diesem Fall habe alles sehr gut geklappt – unter anderem der Einsatz des Moduls »MANV S«.

Es besteht aus drei Rettungswagen, zwei Krankentransportwagen und einem Einsatzleitwagen aus Gütersloh, Rietberg und Rheda-Wiedenbrück. Hier habe sich die gute Vernetzung der Feuerwehren und der Hilfsorganisationen im Kreisgebiet ausgezahlt.

Einsatz

»An eine Explosion dieses Ausmaßes und mit solch einer Schadenslage in Verl kann ich mich nicht erinnern«, so Panreck. Es habe mal eine Detonation in einem Betrieb gegeben, bei der ein Dach angehoben wurde. Dies sei aber 20 Jahre oder sogar länger her.

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