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Sa., 02.12.2017

Gesamtschule erhält das Siegel »Schule der Vielfalt – Schule gegen Diskriminierung« Keine schweigende Mehrheit

Wollen der Vielfalt in der Schule Raum geben und Diskriminierung keine Chance lassen: Gesamtschulleiterin Tanja Heinemann (rechts) und ihr Stellvertreter Matthias Geukes mit den Schülern (von links) Lennox Brucker, Emily Meyer, Nazelin Bozar, Sophie Hentschel und Nico Deutsch. Am Montag erhalten sie das Siegel »Schule der Vielfalt – Schule gegen Diskriminierung«.

Wollen der Vielfalt in der Schule Raum geben und Diskriminierung keine Chance lassen: Gesamtschulleiterin Tanja Heinemann (rechts) und ihr Stellvertreter Matthias Geukes mit den Schülern (von links) Lennox Brucker, Emily Meyer, Nazelin Bozar, Sophie Hentschel und Nico Deutsch. Am Montag erhalten sie das Siegel »Schule der Vielfalt – Schule gegen Diskriminierung«. Foto: Kerstin Eigendorf

Von Kerstin Eigendorf

Verl (WB). »Schwul« oder »behindert«: Laut einer Studie sind das zwei der am häufigsten verwendeten Schimpfwörter im Alltag. »Das kann nicht sein«, sagt Gesamtschulleiterin Tanja Heinemann. Ihre Schule soll ein Ort sein, an dem Diskriminierung der Kampf angesagt wird. Eine Art Siegel, das der Gesamtschule am Montag überreicht wird, soll diesen Anspruch untermauern.

Dann darf sich die Gesamtschule Verl »Schule der Vielfalt – Schule gegen Diskriminierung« nennen. Dahinter verbirgt sich ein bundesweites Antidiskriminierungsprojekt, das auf Landesebene unterstützt wird. Die Gesamtschule Verl ist die zweite Schule in Ostwestfalen-Lippe, die dieses so genannte Label verliehen bekommt.

In allen Fächern wird das Thema platziert

Der neue »Titel« ist für Schulleiterin Heinemann keineswegs ein Feigenblatt, das nur gut klingt und im Schulalltag eigentlich keine Rolle spielt. Im Gegenteil: »Sich gegen Diskriminierung zu stellen, gehört zum Leitbild der Schule. Es begleitet uns im Unterricht.« Ob in Deutsch, Geschichte, Erdkunde oder Wirtschaft – überall wird das Thema platziert. »Wir wollen klar nach außen dokumentieren: An unserer Schule wollen wir keine Diskriminierung. Wir sind keine schweigende Mehrheit, die so etwas – ob generell oder in unserer Mini-Gesellschaft in der Schule – toleriert«, betont Heinemann.

Eigenschaften dürfen nicht zu Schimpfwörtern werden

Konkret bedeutet das im Unterricht zum Beispiel, dass besprochen wird, was es für Formen von Diskriminierung überhaupt gibt und was das für die Gesellschaft bedeutet. »Ganz konkret wurde es für die Schüler aber, als ein homosexueller Schüler aus Verl von seinen Erfahrungen im Alltag berichtet hat.« So werde vielen Schülern erst klar, wie schnell Menschen diskriminiert würden.

»Die Botschaft ist: Wir wollen nicht in einer Gesellschaft leben, in der Eigenschaften von Personen zu Schimpfwörtern gemacht werden.« Und damit erst gar keine Missverständnisse entstehen, ergänzt sie: »Wir zwingen hier niemanden, sich zu outen als schwul oder lesbisch. Es soll nur jeder wissen: Jeder Schüler ist hier willkommen, so wie er ist, und wir erwarten, dass unsere Schüler das auch so akzeptieren.«

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