Do., 11.10.2018

Ex-Umweltminister Töpfer referiert vor 150 Gästen beim Verler Wirtschaftsgespräch »Klimawandel bietet auch Chancen«

Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Verl ein. Mit dabei sind (von links) Bürgermeister Michael Esken, Altbürgermeister Josef Lakämper, FWG-Fraktionschef Wolfgang Rhode, CDU-Fraktionsvorsitzende Gabriele Nitsch, Fraktionschef Bündnis 90/Grüne Johannes Wilke und Geschäftsführer Burkhard Kuhn.

Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Verl ein. Mit dabei sind (von links) Bürgermeister Michael Esken, Altbürgermeister Josef Lakämper, FWG-Fraktionschef Wolfgang Rhode, CDU-Fraktionsvorsitzende Gabriele Nitsch, Fraktionschef Bündnis 90/Grüne Johannes Wilke und Geschäftsführer Burkhard Kuhn. Foto: Uschi Mickley

Von Uschi Mickley

Verl (WB). »Schütteln Sie die Hand, die Sie nicht abschlagen können.« Dieses Sprichwort hat der ehemalige Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer (80) als eindringlichen Appell, dem Klimawandel und seinen Folgen entgegenzuwirken, beim Verler Wirtschaftsgespräch an die Anwesenden gerichtet.

»Klimawandel – Chancen für die mittelständische Wirtschaft« lautete das Thema seines Vortrags im Rahmen der Verler Klimaschutzwoche. Vor rund 150 Gästen aus Politik und Wirtschaft hat der Umweltschutzpolitiker in dem Betrieb Paul Kuhn referiert. Schon bei den ersten Sätzen wurde deutlich, dass ein Experte in Sachen Umweltschutz am Rednerpult steht. Als »gute Location« bezeichnete er die Werkstatt des Betriebes, der sich auf den Verkauf und die Vermietung von Baumaschinen spezialisiert hat »Dass Sie etwas getan haben zeigt, dass Ihr Unternehmen 35 Arbeitsplätze, darunter vier Ausbildungsplätze, bietet«, wandte sich Töpfer lobend an den Geschäftsführer Burkhard Kuhn und seine Ehefrau Beate.

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Einen besseren Zeitpunkt, um über Klimawandel zu sprechen, hätten wir nicht finden können.

Klaus Töpfer

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»Einen besseren Zeitpunkt, um über Klimawandel zu sprechen, hätten wir nicht finden können, denn seit gestern wissen wir, dass das globale Klimaschutzziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, nicht eingehalten werden kann. Wir werden uns verändern müssen«, betonte der 80-Jährige. »Die Politik steht vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig bieten sich jedoch auch Chancen, die insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung neuer Energie-Erzeugungsmöglichkeiten nutzen können.«

Umdenken gefordert

Er sei überzeugt, dass die Wirtschaft ambitionierte Ziele im Bereich des Klimaschutzes erreichen könne. »Unternehmen werden sich überlegen müssen, wie sie Strom selbst erzeugen und speichern können.« Insbesondere stelle die Elektromobilität ganz neue Anforderungen an die Antriebstechnik. Unerlässlich sei es, Ressourcen zu sparen. Eindringlich mahnte er zu einem Umdenken hinsichtlich der Essgewohnheiten und rief dazu auf, Plastikmüll konsequent zu vermeiden.

Klaus Töpfer stellte sich im Anschluss an seinen eloquenten und lebendig gestalteten Vortrag den Fragen der Gäste und erhielt auch für seine Antworten immer wieder anerkennenden Applaus. Gefragt nach seiner Einschätzung in Bezug auf den geplanten Kohleausstieg am Hambacher Forst äußerte er sich skeptisch, dass dieser noch vor 2035 gelingen werde.

Teilen statt besitzen

In Bezug auf die Anmerkung eines Zuhörers, dass »Sharing« (Teilen) von Produkten eine zunehmende Akzeptanz erfahre, lautete sein Kommentar: »Möglicherweise wird das Unternehmen Paul Kuhn in 25 Jahren mehr Fahrzeuge leasen als verkaufen. Die Frage des Besitzens nimmt ab, die der Nutzung nimmt zu«. Klaus Töpfer war von 1987 bis 1994 Bundesumwelt- und von 1994 bis 1998 Bundesbauminister. Von 1998 bis 2006 war er Unter-Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Generaldirektor des UN-Büros in Nairobi und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der UN.

Dass jeder einzelne gefragt sei, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, dieser Ansicht schloss sich auch Bürgermeister Michael Esken in seinem Grußwort an.

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