Fr., 12.10.2018

Bernhard Klotz schaut zurück, macht aber auch Vorschläge für die Zukunft Blick in die Geschichte des Verler Sees

Bernhard Klotz wusste in Sürenheide viel Wissenswertes und auch einiges Neues über den Verler See zu berichten. Er machte in seinem Vortrag auch zahlreiche Vorschläge, wie eine nachhaltige Neugestaltung aussehen könnte.

Bernhard Klotz wusste in Sürenheide viel Wissenswertes und auch einiges Neues über den Verler See zu berichten. Er machte in seinem Vortrag auch zahlreiche Vorschläge, wie eine nachhaltige Neugestaltung aussehen könnte. Foto: Renate Ibeler

Von Renate Ibeler

Verl (WB). Die Bewertung des Verler Sees durch das Büro Ökoplan wird voraussichtlich 2019 abgeschlossen sein. Dann wird entschieden, was am Verler See geht und was nicht. Die Dorfgemeinschaft Sürenheide hatte nun Natur- und Kulturführer Bernhard Klotz zu Gast. Er sprach über Geschichte und Entwicklung des Verler Sees.

Schon die erste Ansicht – eine topografische Karte Sürenheides von 1837 und eine von 1996 – sorgte bei den Zuhörern für Erstaunen. Hier war die Entwicklung von einem fast unbesiedelten Gebiet zu einem modernen Stadtteil von Verl im Zeitraum von 200 Jahren auf einen Blick zu erkennen.

Interessant auch, dass es vor etwa 40 Jahren eine Arbeitsgruppe zum Schutz der Verler Landschaft im Heimatverein Verl gab, die damals einen Rekultivierungsplan für die Abgrabung des Verler Sees ausgearbeitet und der Gemeinde übergeben hatte. Die Arbeitsgruppe setzte sich besonders für Gesichtspunkte wie die Berücksichtigung bei Naturpflanzungen, den Erhalt der typischen Landschaftselemente, den Ausbau der westlichen Uferregion zu einem naturnahen Lebensraum für Flora und Fauna sowie die räumliche Trennung von Aktivitätszonen und Ruhezonen im Gesamtbereich ein.

Dass es 1982 sogar einen See-Beschluss gegeben hat, der dem Surf-Club Verl befristet für zwei Jahre das Sporttreiben auf dem Verler See erlaubte, daran konnten sich viele Anwesende noch gut erinnern. Auch die unerwünschten Aktivitäten der Partywütigen – Verschmutzung des Wassers, hohes Müllaufkommen – wurden bei den Zuhörern wieder wachgerufen. Um sie zu verhindern, wurden 1995 die offenen Uferflächen nach den Plänen der Unteren Landschaftsbehörde verbaut.

Schadstoffeinträge müssen minimiert werden

Zur nachhaltigen Neugestaltung des Sees schlug Bernhard Klotz vor, das Seegebiet und das direkte Umfeld ökologisch aufzuwerten. Das könne mit Ergänzungen des Seeumfeldes wie durch Ackerrandstreifen oder Feuchtwiesen gelingen. Oder durch die Belebung bestehender und die Einrichtung neuer Biotope. Schadstoffeinträge müssten minimiert und unerwünschte Zugänge zum Wasser verbaut werden. Notwendig seien auch Nisthilfen.

Um Besucher an die Natur heranzuführen und über angemessenes Verhalten aufzuklären, müsse ein örtlicher Rundwanderweg mit Verknüpfung der regionalen Wege geschaffen werden, sagte Klotz. Dazu müssten Stellen zur Beobachtung der Seefauna eingerichtet werden. Ein Arbeitskreis könne bei der Neugestaltung mitwirken.

Dorfgemeinschafts-Vorsitzende Hedwig Masjosthusmann sprach vielen Besuchern aus der Seele: »Wir haben viel Wissenswertes über den Verler See erfahren, das wir noch nicht wussten.«

 

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