Sa., 13.10.2018

Heimische Helfer fördern Bildung in Malawi Mit den Bauern stirbt das Wissen

Auf nach Afrika: An diesem Sonntag brechen Alois Meermeier aus Paderborn-Sande, Doris Jaspers vom Dental-Team Kaunitz und Elisabeth Maasjost, Leiterin des Malawi-Projektes, gemeinsam zur Reise nach Malawi auf.

Auf nach Afrika: An diesem Sonntag brechen Alois Meermeier aus Paderborn-Sande, Doris Jaspers vom Dental-Team Kaunitz und Elisabeth Maasjost, Leiterin des Malawi-Projektes, gemeinsam zur Reise nach Malawi auf. Foto: Manuela Fortmeier

Von Manuela Fortmeier

Verl-Kaunitz (WB). Ein Container voller Hilfsmittel ist bereits in Afrika angekommen. Ermöglicht hat die Spende für das Malawi-Projekt eine Initiative des Dental-Teams Kaunitz, Dr. Hennig, René Westerwalbesloh und Gabriele Brüggemeier. Nun reisen die heimischen Unterstützer hinterher.

Diesen Sonntag bricht das Team um Malawi-Projekt-Teamleiterin Elisabeth Maasjost zusammen mit Doris Jaspers vom Dental-Team Kaunitz und Alois Meermeier aus Sande nach Malawi auf. Alois Meermeier hatte sich im Vorfeld um die Aufbereitung und Datenentfernung der gesamten Computer gekümmert und wird nun vor Ort bei der Installation helfen.

PCs, Handys, Nähmaschinen

Im Rahmen des Malawi-Projektes »Umoza na Malawi« möchte sich das Team vor Ort ein Bild über die aktuelle Lage verschaffen, aber auch schauen, wie die Spenden aus dem Container verteilt werden. Dazu zählen zahnmedizinische Materialen, 56 aufbereitete Computer, 18 Nähmaschinen, 150 Handys, Kleidung, Fußbälle, Notstromaggregate, Rollstühle, Verbandsmittel, Hörgeräte. Hinzu kommt ein von der Praxis Dr. Strake aus Rietberg-Neuenkirchen gespendetes Ultraschallgerät.

»In Malawi werden wir unseren Kooperationspartner, Father Dr. Steven Bulambo, treffen. Er war schon während seines Studiums in Belgien einige Male in Kaunitz. Er entwickelt vor Ort mit einem Laienkomitee unser Projekt«, sagt Elisabeth Maasjost.

Workshops für Bauern

Die Schwerpunkte des Projektes liegen in der Entwicklung und Förderung der Landwirtschaft. Malawi gilt als sehr fruchtbares Land, leidet aber noch immer unter der hohen HIV-Rate, obwohl die Zahl der Fälle langsam sinkt. Mit den Kranken stirbt vielfach auch Wissen aus der Landwirtschaft. Hier sehe man Handlungsbedarf und unterstütze deshalb dort die Erwachsenenbildung und Workshops zur Herstellung von Kompostdünger, den Umgang mit Saatgut, Dünger sowie zur Lagerung und Vermarktung der Nahrungsmittel.

Für die nachhaltige Landwirtschaft stellt das Projekt Saatgut zur Verfügung, damit die Menschen dort ihre Felder bewirtschaften könnten. Zudem habe man in entlegenen Gebieten Flachbrunnen installiert und für die drei Bezirke der Partnergemeinde Kasantha in Karonga Rindvieh zur Zucht angeschafft. Finanzielle Unterstützung hat das Projekt für den Transport während der Ernte, für Brennholz und für drei Ochsenkarren bereit gestellt.

Licht auch ohne Stromnetz

In jedem dieser drei Bezirke unterstützt das Kaunitzer MalawiProjekt jeweils für etwa drei Jahre zehn der ärmsten Familien, die noch Aidswaisen oder HIV-infizierte Angehörige aufgenommen haben, damit diese in dieser Zeit die Chance haben, ihre Lebensverhältnisse durch die Unterstützung zu verbessern.

»Ein weiterer, wichtiger Schwerpunkt unseres Projektes ist die Bildung. Bildung ist oftmals der Weg aus der Armut, aber viele Menschen aus Malawi können sich einen Schulbesuch, der für einen Tagesschüler umgerechnet jährlich rund 50 Euro beträgt, nicht leisten«, sagt Maasjost. Aktuell finden 30 Schüler durch das Projekt Unterstützung.

Weil die Digitalisierung auch in Afrika Einzug hält, organisieren die deutschen Helfer Computerkurse. Bücher und Zeitungen seien schwer zugänglich. So bietet das durch Satelliten übertragene Internet eine gute Möglichkeit, Informationen zu erhalten.

Schon jetzt steht das nächste Ziel des Malawi-Projektes fest, das »Licht für Malawi« heißt. »Dort wird es früh dunkel. Elektrizität ist in den abgelegenen Gebieten nicht vorhanden, Paraffinlampen sind noch weit verbreitet, so dass Schüler nach 18 Uhr abends nicht mehr lernen können. In Planung sind Solarlampen, die man unter die Decke hängen kann. Aber das klären wir erst alles vor Ort«, sagt Elisabeth Maasjost.

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