Sa., 08.12.2018

Wasserqualität schlecht – Aufwertung laut Bestandsanalyse möglich Verler See hat Potenzial

Das Seewasser ist eher schlecht, sagt eine Bestandsanalyse, Sie soll jetzt in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden.

Das Seewasser ist eher schlecht, sagt eine Bestandsanalyse, Sie soll jetzt in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden. Foto: Julia Stolte

Von Matthias Kleemann

Verl (WB). Rund um den Verler See gibt es durchaus Bereiche mit einem gewissen ökologischen Potenzial. Das ist das Ergebnis einer Bestandsanalyse, die das Essener Büro Ökoplan im Auftrag der Stadt Verl durchgeführt hat.

Diese Bereiche könnten künftig gestärkt werden, andere, weniger wertvolle Bereiche, könnten für Freizeit und Erholung optimiert werden. Zunächst sollen die Ergebnisse der Bestandsanalyse jetzt auch im Rahmen einer Bürgerversammlung vorgestellt werden. Das hat der Bau- und Planungsausschuss während seiner Sitzung beschlossen.

Ein Jahr lang haben Mitarbeiter des Büros Ökoplan regelmäßig den See besucht, um Flora und Fauna rund um den See zu beobachten. Zum Beispiel haben sie Geräte aufgestellt, mit denen man Fledermäuse nachweisen kann. Mindestens sechs Fledermausarten gibt es rund um den See, vielleicht sogar noch ein paar mehr, sagte Ökoplan-Mitarbeiterin Jennifer Kerkhoff.

Während die Fledermausrufe von Geräten aufgezeichnet werden, mussten sich die Mitarbeiter persönlich auf die Pirsch begeben, um Vögel, Reptilien und Amphibien nachzuweisen. Sie stießen auf die Ringelnatter, verschiedene Libellen- und eine Vielzahl von Vogelarten.

Ufer fallen steil ab

Der See hat einen Nachteil. Als ehemaliger Abgrabungssee hat er steil abfallende Ufer. Viele Tiere fühle sich aber vor allem in Flachwasserzonen wohl. Die könnte man nachträglich anlegen, um den See ökologisch aufzuwerten. Sinnvoll sei das vor allem im südlichen Teil des Sees, sagte Jennifer Kerkhoff.

Dagegen wird der nördliche Bereich schon jetzt stärker von Menschen genutzt. Auf den Wegen sind Jogger unterwegs, hier und dort werden in der Nacht Partys gefeiert, und leider wird in der Umgebung auch Müll abgeladen. Baden darf man schon lange nicht mehr im Verler See, aber einmal im Jahr findet dort die Schwimmprüfung des Verler Triathlons statt.

Neben eigenen Beobachtungen haben die Ökoplan-Mitarbeiter auch Daten von Behörden und Institutionen abgerufen, um das Bild über den See zu vervollständigen. Dazu zählt der Hinweis auf die Bodenbeschaffenheit, es handelt sich so genannten Gley, das ist ein stark von Grundwasser beeinflusster Boden. Wenig überraschend, auch der Hinweis, dass das Grundwasser manchmal so hoch steht, dass man es sieht.

Wenig überraschend schließlich auch ein weiterer Hinweis: Die Wasserqualität des Sees befindet sich in einem schlechten chemischen Zustand. Das kommt von der Landwirtschaft rund um das Gewässer. Durch den Dünger sind vor allem die Phosphor- und Nitritwerte sehr hoch. Das wird sich so schnell auch nicht ändern, da der Schadstoff über das Grundwasser kommt.

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