So., 13.01.2019

Lion Pan lebt in Verl, ist aber fasziniert von der Heimat seiner Eltern Deutscher Akzent in China

Lina und Lion Pan haben chinesische Wurzeln und fühlen sich in Verl wohl. Ihre Eltern sind aus beruflichen Gründen in die Stadt gekommen. Die beiden Kinder kamen in Gütersloh zur Welt und sprechen sowohl Deutsch als auch Chinesisch.

Lina und Lion Pan haben chinesische Wurzeln und fühlen sich in Verl wohl. Ihre Eltern sind aus beruflichen Gründen in die Stadt gekommen. Die beiden Kinder kamen in Gütersloh zur Welt und sprechen sowohl Deutsch als auch Chinesisch. Foto: Viktoria Farkas

Von Viktoria Farkas

Verl-Sürenheide (WB). In Verl gibt es viele unterschiedliche Nationalitäten, unter anderem gibt es auch Familien aus China. So wie Jieyu Li, die mit ihren zwei Kindern Lina und Lion Pan und ihrem Mann Jingrong Pan in Sürenheide lebt. Das WESTFALEN-BLATT hat sie besucht.

Jieyu ist 2001 für ihr Wirtschaftsstudium nach Deutschland gekommen, zunächst nach Hannover und schließlich nach Bremen, Jingrong ist bereits im Alter von 12 Jahren dort hingezogen. Zusammen sind sie aus beruflichen Gründen nach Verl gezogen. Die beiden Kleinen sind in Gütersloh geboren.

Zu Hause spricht die Familie chinesisch, damit die Kinder die Sprache und damit verbunden auch die Kultur kennenlernen können. Die deutsche Sprache haben die Kinder im Kindergarten gelernt, was eine »riesige Hilfe« für die Eltern gewesen ist. »Somit ist den Kindern der anschließende Wechsel zur St.-Georg-Grundschule leicht gefallen«, sagen die Eltern. Lion erzählt begeistert von seinem besten Freund Ben, mit dem er sich bereits am ersten Tag verabredet hat. Durch den Wechsel zur weiterführenden Schule haben die beiden mittlerweile weniger Kontakt, jedoch hat er sich schnell an seine neue Klasse am Gymnasium Verl gewöhnt und fühlt sich wohl.

In seiner Freizeit spielt Lion Tennis, Tischtennis und Fußball, außerdem fährt er regelmäßig Kajak. Bei all diesen Aktivitäten hatte er so gut wie nie Probleme aufgrund seines Migrationshintergrundes oder der Sprache, berichtet er. Seine Mama fügt hinzu, dass die »einzigen Sprachprobleme bei den Aufenthalten in China auftauchen«. Er spreche chinesisch mit einem deutschen Akzent. »Das klingt manchmal lustig«, schmunzelt sie.

Die Kinder mögen die Abwechslung

Wenn die Familie nach China fliegt, ist das eine Umstellung für die Kinder, Jieyu kommt aus einer Großstadt. Die Kinder mögen die Abwechslung, es sei »cool, zu den Wolkenkratzern hochzuschauen und die vielen Autos zu sehen«. Die Schulkinder dort lernen in der Schule etwa 3000 Schriftzeichen, als gebildet geltende Menschen beherrschen etwa 6000. Lion hat angefangen, sich diese zu Hause selber beizubringen. »Das erste Heft habe ich fertig, ich kann 60 Zeichen«, erzählt er stolz.

Weihnachten feiern die vier regelmäßig, jedoch nur, wenn sie in Deutschland sind. In China haben sie kaum solche Feste, einzig das Frühlingsfest, das »Guo Nian«. Dem Mondkalender entsprechend wird in China das neue Jahr nicht am 1. Januar, sondern von dem entsprechenden Symbol abhängig Ende Januar bis Anfang Februar gefeiert. An diesem Tag bekommen die Kinder rote Umschläge mit Geld von den Großeltern, rot symbolisiert das Glück.

Die Eltern sind »sehr zufrieden mit der Situation, in der sie im Moment leben können«. Die Kinder hätten in ihrer Heimat ein schwereres Leben, die Schule sei anspruchsvoller und der Lebensstandard niedriger. »Wir fühlen uns in Verl sehr wohl«, lautet das Fazit der Familie.

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