Mi., 23.01.2019

Neujahrsempfang für Ehrenamtliche – mehr als 100 Helfer in Verl Krankenschwester hilft Flüchtlingen im Meer

Sehr zufrieden mit dem Neujahrsempfang: Die Verantwortlichen aus dem Fachbereich Soziales Mustafa Haroglu, Sandra Hasenbein, Zauberer David Wedegärtner, Barbara Menne, Luisa Heinich und der erste Beigeordnete der Stadt Heribert Schönauer

Sehr zufrieden mit dem Neujahrsempfang: Die Verantwortlichen aus dem Fachbereich Soziales Mustafa Haroglu, Sandra Hasenbein, Zauberer David Wedegärtner, Barbara Menne, Luisa Heinich und der erste Beigeordnete der Stadt Heribert Schönauer Foto: Ruthmann

Von Jan Hermann Ruthmann

Verl (WB). Über 100 Menschen engagieren sich in Verl in der Flüchtlingshilfe und der Seniorenarbeit. Eine Krankenschwester erzählte von ihren Erlebnissen auf dem Mittelmeer.

Schon zweimal war Diane Glossop, eine Krankenschwester aus Verl, mit einem Boot des Vereins »Sea Eye« auf dem Mittelmeer unterwegs und hat nach gekenterten Flüchtlingsbooten Ausschau gehalten.

17 Menschen aus einem Holzboot gerettet

Bei ihrer letzten Fahrt haben sie vor der Libyschen Küste 17 Menschen aus einem Holzboot gerettet. 12 Tage seien sie vor der Küste Maltas auf und ab gefahren, doch hätten keine Erlaubnis erhalten, in einen Maltesischen Hafen einzulaufen. Als der Proviant knapp geworden sei und das Frischwasser ausging, seien die Flüchtlinge von Bord geholt worden. Allerdings habe eine Notbesetzung weiter auf dem Schiff bleiben müssen. »Ich weiß nicht, wie lange die Notbesetzung noch vor der Küste lag. Wir wissen auch nicht ob wir nochmal zur Mission aufbrechen. Aber solange Menschen im Mittelmeer ertrinken, will ich wieder auf das Meer herausfahren und helfen« sagte Diane Glossop.

Die Ehrenamtlichen bekommen Anerkennung von den Menschen, denen sie helfen. Nun sind sie von der Stadt Verl beim Neujahrsempfang besonders gewürdigt worden. Der erste Beigeordnete der Stadt Verl, Heribert Schönauer, dankte in seiner kurzen Ansprache allen für ihr Engagement.

Die Stadt setzt auf ehrenamtliches Engagement

Als 2014 und 2015 knapp 600 Flüchtlinge nach Verl kamen, hatte die Stadt einen Aufruf zur Mithilfe gestartet. Viele haben sich aber auch freiwillig und ohne Aufforderung zur Mitarbeit gemeldet. »Wir brauchen Sie und Ihren Tatendrang«, sagte Schönauer beim Empfang in der Realschul-Mensa. Auch die Seniorenarbeit sei ein wichtiger Teil des Stadtgeschehens. 2019 wolle man die Angebote für ältere Menschen noch weiter ausbauen, sagte er.

Ein Film der Hilfsorganisation Amnesty International zeigte, wie sich Europäer fühlen, wenn sie in Richtung Afrika flüchten müssten. Die ehrenamtlichen Helfer in Verl waren beeindruckt.

Eindrucksvoll war auch Zauberkünstler David Wedegärtner. Er unterhielt die Ehrenamtlichen mit seinen Tricks. Er sorgte für Staunen beim Publikum, als er aus einem Tuch eine fertig gegossene Kerze herauszog, obwohl sich alle vergewissern konnten, dass er keine Kerze im Tuch versteckt hatte. Anschließend hielt er seine Hand an die Kerze und für etwa eine Sekunde stand seine Hand in Flammen.

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