Sa., 16.03.2019

Landschaftsarchitekten: Zu viel Arbeit für zu wenige Mitarbeiter Bauhof läuft der Natur hinterher

Positives Beispiel: Die Rasenflächen insbesondere an Spielplätzen sind in einem guten Zustand.

Positives Beispiel: Die Rasenflächen insbesondere an Spielplätzen sind in einem guten Zustand.

Von Kerstin Eigendorf

Verl (WB). Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Grünflächenkonzept kommt zu dem Ergebnis, dass es in Verl Defizite gibt. Eingeschränkte Pflanzenauswahl, überalterte Pflanzflächen, Unkrautbewuchs und falscher Pflegerhythmus lauten die Stichworte.

Das Landschaftsarchitekten-Büro Morbach Wermeyer aus Sassenberg hat das Stadtgebiet 2018 zweimal bereist – in der Haupt- und in der Nebensaison – und einen detaillierten Plan zum Zustand des Straßen- und Begleitgrüns sowie der Grünanlagen an öffentlichen Gebäude und Einrichtungen erstellt.

Negativ fiel dabei vor allem das Grün im Bereich der Ortsdurchfahrt und der Hauptzufahrtsstraßen auf. Dennis Wermeyer sprach in der Sitzung des Straßen-, Wege- und Verkehrsausschusses von »starken Missständen«. Salopp ausgedrückt: »Der Bereich mit Grün sieht bescheiden aus.« Als Beispiele nannte er Zum Meierhof, Haupt- oder Poststraße. Auch im Bereich Schulzentrum seien die Pflanzungen überaltert und nicht gründlich gepflegt. Ebenso war die Ortsdurchfahrt Kaunitz Thema. »Da wurden Beete aufwendig angelegt, aber die Pflegeintervalle sind zu gering.« Die Leute sehen als erstes Unkraut. Das gelte auch für die Ortsdurchfahrten Sürenheide und Bornholte.

Positives gab’s auch

Doch es gab auch Positives zu berichten: Die Pflege der Grünanlagen an den meisten öffentlichen Einrichtungen funktioniere. Rathaus, Kindergärten und Heimathaus sind Beispiele. Vor allem Sportanlagen und Spielplätze sind laut Wermeyer in einem gut gepflegten Zustand. »Da macht der Bauhof vor allem bei der Rasenpflege einen tollen Job.«

Das Fazit des Grünflächenkonzeptes: »Der Bauhof läuft der Natur hinterher.« Heißt konkret: Am Anfang des Jahres funktioniere das meiste noch gut, dann werde es zu viel für zu wenige Mitarbeiter. Die Landschaftsarchitekten empfehlen nach ihrer Analyse der Mitarbeiterzahl im Vergleich zur anfallenden Arbeit, den Bauhof um dreieinhalb Stellen aufzustocken und darüber nachzudenken, Aufgaben an Externe auszulagern.

Politik berät jetzt

Beigeordneter Thorsten Herbst räumte ein, dass es »Probleme gebe«, das aber keineswegs heiße, dass der Bauhof die Arbeit nicht schaffe. »Das ist nicht so.« Es gebe viele gut gepflegte Flächen. Ähnlich wie im Konzept empfohlen, plädiert Herbst dafür, klare Prioritäten zu setzen bei der Pflanzenpflege. Wermeyer spricht von Kategorien – von extensiv über normal bis intensiv.

Die Ausschussmitglieder nehmen das Konzept nun zur Beratung mit in die Fraktionen. Die Grünen sprachen davon, dass es bislang nicht nur an Personal, sondern an der Einsicht in die Notwendigkeit gefehlt habe, Mittel bereit zu stellen. Während das nicht alle Gremiumsmitglieder so sahen, waren man sich aber einig, dass das Grün einer Stadt mit seiner ökologisch-sozialen Funktion mehr sei als hübsche Dekoration.

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