Di., 16.04.2019

Lärmschutzwand an der A2 in Höhe Pausheide wird endlich gebaut »Jahrzehntelang dafür gekämpft«

Als die Container kamen, folgte die Erleichterung (von links): Für Reinhard Schubert, Meinolf Offelnotto, Helmut Merschjohann, Gertrud Merschjohann, Waltraud Schubert, Volker Sonnabend, Siegfried Fauseweh, Helmut Kleinebrummel, Wilfried Venne, Ursula Venne, Werner Westerbarkei und Wolfgang Schubert hat sich der Kampf um die Lärmschutzwand an der A2 zwischen der Anschlussstelle Gütersloh und dem Autobahnkreuz Bielefeld gelohnt.

Als die Container kamen, folgte die Erleichterung (von links): Für Reinhard Schubert, Meinolf Offelnotto, Helmut Merschjohann, Gertrud Merschjohann, Waltraud Schubert, Volker Sonnabend, Siegfried Fauseweh, Helmut Kleinebrummel, Wilfried Venne, Ursula Venne, Werner Westerbarkei und Wolfgang Schubert hat sich der Kampf um die Lärmschutzwand an der A2 zwischen der Anschlussstelle Gütersloh und dem Autobahnkreuz Bielefeld gelohnt. Foto: Kerstin Eigendorf

Von Kerstin Eigendorf

Verl (WB). Die Anwohner der Pausheide können es nicht glauben. Endlich wird die lang ersehnte Lärmschutzwand an der A2 gebaut. Für mehr Lärmschutz kämpfen sie seit fast 40 Jahren. Zwischendurch hatten sie die Hoffnung schon fast aufgegeben.

Schon vor fast 40 Jahren legten sie sich ins Zeug für den Lärmschutz nahe ihrer Siedlung. Verstärkt dann nach dem Mauerfall, als der Ost-West-Verkehr zunahm und der Lärm der Autobahn 2 immer unerträglicher wurde. Politiker der großen Parteien kamen in den Garten der Schuberts, wo sich 40 Nachbarn versammelt hatten, sahen sich alles an, versprachen Hilfe. Nix passierte.

Nicht unterkriegen lassen

Dann keimte Hoffnung auf: Erst hieß es von Straßen NRW, Anfang 2018 gehe es los, dann Frühjahr, dann Juli, dann Herbst. Als von Anfang 2019 gesprochen wurde, schüttelten die Anwohner der Pausheide nicht mehr nur noch den Kopf und ärgerten sich. Sie fingen auch an, fast den Glauben daran zu verlieren, dass es überhaupt noch einmal etwas wird mit dem Lärmschutz bei ihnen in der Siedlung in Richtung A2.

»Die wollen einen für dumm verkaufen, habe ich immer wieder gedacht«, sagt Wilfried Venne. Den neusten Termin – April 2019 – belächelten die einen, die anderen nahmen es schon gar nicht mehr ernst. Bis die ersten Vorbereitungsarbeiten direkt vor ihren Augen losgingen.

Vor ein paar Wochen luden Lastwagen Container mit Material ab. Vermessungsarbeiten folgten. »Da wurde mir klar: Jetzt geht es nach jahrzehntelangem Kampf tatsächlich los«, sagt Reinhard Schubert. Er hat sich wie viele Nachbarn nicht unterkriegen lassen in all den Jahren. Hat immer wieder bei Landtagspräsident André Kuper angerufen, nicht locker gelassen.

Genug geärgert

Die Anwohner sind froh, dass das Kapitel nun endlich zum Abschluss kommt. Geärgert haben sie sich genug. »Ich habe immer wieder bei Straßen NRW angerufen und gefragt, wann es losgeht«, sagte Josef zum Stickling im vergangenen Jahr dieser Zeitung. Er wohnt direkt neben der Autobahn an der Bielefelder Straße. Ständig habe sich der angekündigte Termin ohne glaubhafte Gründe geändert. »Man fühlt sich an der Nase herum geführt.«

Nun ist Land in Sicht, besser gesagt Mauer. »Jahrzehntelang haben wir dafür gekämpft«, sagt Reinhard Schubert. Denn ohne eine Wand zeigt sich folgendes Bild: Bei Nordwestwind und Regen versteht Familie Schubert kein Wort von dem, was der andere sagt. »Nachts kann man das Fenster nicht aufmachen«, sagt Helmut Kleinebrummel. Werner Westerbarkei hat sogar Schallschutzverglasung eingebaut, weil es nicht auszuhalten war.

Gestern sind die ersten Schritte laut Anja Siegel vom Landesbetrieb Straßen NRW erfolgt. Der Verkehr auf der Autobahn läuft während der Bauzeit an der Baustelle vorbei mit Hilfe von verengten Fahrspuren. Ende August soll alles fertig sein. »Das bezweifel ich«, sagt Wolfgang Schubert. Er geht davon aus, dass es länger dauert. »Aber darauf kommt es nun auch nicht mehr an, nach jahrzehntelangem Warten«, sagt Helmut Merschjohann mit einem Augenzwinkern.

1,9 Millionen Euro aus Bundesmitteln investiert

Die in Grüntönen gehaltene Lärmschutzwand soll 600 Meter lang und viereinhalb Meter hoch werden. Sie wird aus Stahlbeton-Fertigelementen gebaut, auf denen Stahlstützen montiert werden. 1,9 Millionen Euro aus Bundesmitteln investiert die zuständige Autobahnniederlassung Hamm in das Projekt.

Am Montag konnten die Anwohner zwar noch keine Bagger entdecken, aber sie sind überzeugt: »Das wird jetzt was.« Das bestätigt auch Straßen NRW auf Anfrage dieser Zeitung. »Jetzt geht es los«, teilt Anja Siegel mit. Das hören die Nachbarn der Pausheide, die eine eingeschworene Gemeinschaft sind, gerne. »Wir freuen uns riesig«, fasst Siegfried Fauseweh die Gefühle aller zusammen. In einem Punkt ist Wilfried Venne aber nicht hundertprozentig zufrieden: »Die Wand müsste eigentlich länger sein als 600 Meter.« Aber das sei ja immerhin ein Anfang. Und Waltraud Schubert ergänzt: »Es wird auch höchste Zeit.«

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