Di., 23.04.2019

130 Verler gehen Kreuzweg in Stromberg – kindgerechte Führung Leiden Christi nachempfunden

60 Kolpingmitglieder aus Verl sind den großen Kreuzweg in Stromberg gegangen.

60 Kolpingmitglieder aus Verl sind den großen Kreuzweg in Stromberg gegangen. Foto: Andreas Berenbrinker

Von Andreas Berenbrinker

Verl (WB). Andächtig und geduldig lässt sich Frieda (4) ein Trauerband um den Oberarm binden. Auch das Mädchen ist traurig, dass Jesus am Kreuz gestorben ist. Wie 130 weitere Verler war Frieda beim Kreuzweg in Stromberg dabei.

Karfreitag gedenken Christen Jesu Christi Tod am Kreuz. 130 Kolpingsmitglieder aus Verl und Sürenheide gingen nun den bekannten und beliebten Kreuzweg in Oelde-Stromberg, erinnerten mit Gebeten und Liedern an den letzten Weg Jesu. Die Verler Kolpingsfamilie war mit 60 Gläubigen dabei, die Sürenheider Schwestern und Brüder mit 20. An den 14 Stationen des Kreuzweges in der wunderschönen, hügeligen und zu Karfreitag in Sonnenlicht getauchten Landschaft in Stromberg hielten die Verler Christen inne, verharrten, waren aber auch in fröhliche Gespräche vertieft – die Vorfreude auf das Osterfest war spürbar.

Großer Kreuzweg mit 14 Stationen für Kinderbeine zu lang

Eine ganz besondere Idee hatte die Sürenheider Kolpingsfamilie. Julia Widhalm und Daniela Wulf hatten sich im Vorfeld einen kindgerechten Kreuzweg ausgedacht und viel Liebe zum Detail in die Vorbereitung gesteckt. Viele Familien mit Schul- und Kindergartenkindern waren der Einladung gefolgt und machten sich auf den Weg in Richtung Stromberg, insgesamt 50 junge und jung gebliebene Christen waren dabei.

Da der große Kreuzweg mit 14 Stationen zu lang für Kinderbeine ist, wählte die Sürenheider Kolpingsfamilie den kürzeren Weg. Und dennoch merkten nicht nur die Kinder die Anstrengung bei Steigungen und den für die Jahreszeit hohen Temperaturen.

»Wie schwer muss der Weg erst für Jesus Christus gewesen sein?«, fragt Julia Widhalm die Mädchen und Jungen – zumal Jesus ja noch sein Kreuz tragen muss. Um die schwere Last zu verdeutlichen, sollen die Kinder während des Weges zwei Steine mitschleppen. Wenn ein Kind nicht mehr kann oder will, darf es den Stein weitergeben. Immer wieder wird der Leidensweg des Heilands kindgerecht anschaulich gemacht. Gleich zu Jesu Verurteilung zum Tod an der ersten Station waschen die Kinder sich mit Wasser ihre Hände – wusch Pontius Pilatus sich seine Hände vor 2000 Jahren doch in Unschuld.

Mullverbände für die verletzte Seele

Als Jesus mit dem schweren Kreuz fällt und erschöpft ist, verweist Daniela Wulf darauf, dass die Menschen heute oft mutlos und wehleidig seien. Als Zeichen dieser kleineren Wehwehchen verteilen die Organisatoren Mullverbände. »Auch wir ärgern andere Menschen manchmal und stellen sie bloß«, sagt Julia Widhalm, als Jesus seiner Kleider beraubt und schließlich ans Kreuz geschlagen wird. Die Mädchen und Jungen hören gebannt zu, fragen nach, genießen aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Ausflug am Feiertag.

Als der tote Jesus seiner Mutter in die Arme gelegt wird, werden Trauerbänder an Oberarme gebunden. Zum Ende des Kreuzweges bekommen alle Familien noch Kresse-Samen, da Jesus Christus ja von den Toten auferstanden ist.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6559180?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516081%2F