Di., 07.05.2019

Bürgerantrag mit 136 Unterschriften überreicht – Demonstration vor dem Rathaus Gegen Sendemast an der Schule

Gegen einen Funkmasten an der Bühlbuschschule wenden sich die Anlieger, Eltern der Schule und des Kindergartens. Bürgermeister Michael Esken hört Leonie (6) an.

Gegen einen Funkmasten an der Bühlbuschschule wenden sich die Anlieger, Eltern der Schule und des Kindergartens. Bürgermeister Michael Esken hört Leonie (6) an. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Verl  (WB). 136 Unterzeichner wenden sich dagegen, neben die Bühlbuschschule einen Sendemast für Mobilfunk zu bauen. Zu einer Demonstration haben sich knapp 50 Anlieger der Bühlbuschschule, Eltern des Kindergartens und Kinder gestern vor dem Rathaus getroffen. Bürgermeister Michael Esken sagte den Demonstranten zu, dass der Bürgerantrag auf die Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 14. Mai, kommt. Dann könnten die Bürger ihre Argumente noch einmal darlegen.

Melanie Heitmeyer hatte am Montag Bürgermeister Michael Esken einen Bürgerantrag überreicht. »Inzwischen gibt es hinreichend Erkenntnisse über die Auswirkungen der Strahlung auf die Gesundheit. Es ist unverantwortlich, gerade Kinder permanent dieser Strahlung auszusetzen«, so die Unterzeichner.

Baugenehmigung erteilt

Melanie Heitmeyer und einige Mitstreiter hatten die Ratssitzung genutzt, um nachzufragen, warum der 4G-Funkmast gerade dort stehen muss. Michael Esken sagte, er habe der Antragstellerin und den Nachbarn erläutert, dass die Baugenehmigung für die Errichtung des Antennenträgers an der Österwieher Straße bereits erteilt, aber noch nicht an die Deutsche Funkturm GmbH übersandt sei.

Funklöcher identifiziert

Beigeordneter Thorsten Herbst erläuterte im Rat den Hintergrund. Auf politischen Antrag hin hat die Verwaltung das Stadtgebiet auf Funklöcher hin überprüft. Dabei kam heraus, dass neben dem Mast an der Österwieher Straße weitere vier aufgestellt werden müssen, um eine hundertprozentige Abdeckung zu erreichen. »Die Standorte sind einstimmig beschlossen worden«, sagt Herbst. »Die Deutsche Telekom hat uns die Bereiche vorgestellt, die als Funkloch gelten.« Auf Nachfrage der Bürgerin sagte Herbst: »Wenn die Strahlen, die von den Masten ausgehen, gesundheitsschädlich wären, dürften sie nicht aufgestellt werden.«

Auch die Frage, warum nicht die Bundesnetzagentur, sondern die Deutsche Funkturm GmbH beauftragt worden sei, sagte er, dass die Netzagentur nicht investiere. Masten, die die Deutsche Funkturm aufstelle, können von allen, von der Telekom wie aber auch von den Mobilfunkanbietern Vodafone oder O2 genutzt werden.

Kommentare

Endlich stehen die Eltern auf

Vielen Dank an die mutigen Eltern und Mitstreiter, und weiter so!
Es wird höchste Zeit, dass sich endlich Eltern für den Schutz ihrer Kinder vor der massiven Strahlenbelastung einsetzen. Es betrifft ja genauso das WLAN in KITAs und Schulen. Aufklärung und Verbreitung der Informationen ist für uns alle sehr wichtig, weil die meisten Medien über die Schädlichkeit der hochfrequenten Strahlung nicht berichten und somit die wenigsten Menschen überhaupt wissen, in welchem Ausmass diese Strahlung schädigt.
Es ist mittlerweile zigfach erwiesen, dass Mobilfunkstrahlung nicht nur uns Menschen schadet, sondern ebenso Tier und Pflanze. Dazu findet man genügend fundierte, unabhängig finanzierte Studien im Internet.

Eltern lassen sich leicht instrumentalisieren

Verständlich aber schade, dass die Eltern sich hier gegen den Sendemasten formieren und sich so für die Interessen der Alarmisten instrumentalisieren lassen. Längst bekannt ist, dass wenn überhaupt vom Handy ein Problem ausgeht weil dies Körper nah betrieben wird. Alarmmeldungen gegen Sendemasten werden seit Jahren in Umlauf gehalten und gebracht von kommerziell Interessieren (Baubiologen, Geistheilern, Scharlatanen, Buchautoren und Splitterpartei ). Sie schlagen Alarm und bedienen sich der Meinung Fach fremder Doktor-Titel Träger, Mediziner die längst im Ruhestand sind oder unabhängige Wissenschaftlern die man der Pseudowissenschaft zuordnen kann. Der BUND oder BUND-Naturschutz hat vor Jahren die Kompetenz der Baubiologie eingekauft mangels eigenem Fachwissen. Es geht um Anerkennung und Einflussnahme, nicht um seriöse Aufklärung. Interessenkonflikte liegen vor.

2 Kommentare

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