Fr., 28.06.2019

Erste Städte in Ostwestfalen-Lippe melden Versorgungsengpässe Bußgeld bei Wasservergeudung

Das Freibad Sielbad in Bad Oeynhausen soll bei akuter Trinkwasserknappheit geschlossen bleiben.

Das Freibad Sielbad in Bad Oeynhausen soll bei akuter Trinkwasserknappheit geschlossen bleiben. Foto: Freya Schlottmann

Von Malte Samtenschnieder, Oliver Horst und Bernhard Hertlein

Bad Oeynhausen (WB). Die Hitze und anhaltende Trockenheit gefährdet in den ersten Städten in OWL die Trinkwasserversorgung. Mehrere Kommunen haben zum Wassersparen aufgerufen. In Bad Oeynhausen, Löhne und Hille drohen Bürgern bei Vergeudung nun sogar Geldbußen.

Im Gebiet des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) Am Wiehen, das die Kommunen Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille umfasst, hat sich die Versorgungslage am Wochenanfang zugespitzt. Die Entnahmemenge im WBV war am Montag und Dienstag auf jeweils mehr als 18.000 Kubikmeter Trinkwasser angestiegen. An normalen Tagen werden 13.500 bis 15.000 Kubikmeter benötigt. Zwar sei es in den Sommern 2017 und 2018 bei andauernder Hitze ebenfalls zu Trinkwasserengpässen gekommen. »Eine derart dramatische Situation gab es zuvor aber nicht«, erklärt WBV-Vorsteher Bernd Poggemöller.

Enormer Anstieg

»Der plötzliche Anstieg des Wasserverbrauchs am Montagabend hat uns überrascht«, sagt Poggemöller. Den enormen Anstieg führte der WBV auf exzessives Bewässern von Gärten sowie das Befüllen privater Planschbecken und Pools zurück. »Deshalb haben wir die Bürger am Mittwochnachmittag mit Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, dies zu unterlassen.« Die Situation habe sich daraufhin entspannt.

Obwohl die Appelle an die Bevölkerung die gewünschte Wirkung zeigten, treten an diesem Freitag ordnungsbehördliche Verordnungen in den WBV-Kommunen – zumindest zunächst mit Ausnahme von Hüllhorst – in Kraft, die die Vergeudung von Trinkwasser mit Geldbußen von bis zu 1000 Euro ahnden. So soll die Versorgungssicherheit auch in den nächsten Tagen und Wochen sichergestellt werden.

Aufrufe im Kreis Gütersloh, kein Engpass in Bielefeld

Auch in Delbrück (Kreis Paderborn) sowie Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Verl, Versmold und Borgholzhausen (alle Kreis Gütersloh) wurden die Bürger dazu aufgerufen, sparsam mit Trinkwasser umzugehen, um die Versorgung sicherzustellen. Die Kapazitätsgrenzen seien erreicht, hieß es. Auf das Bewässern von Gärten, das Autowaschen und Befüllen von Pools sollte verzichtet werden. Das gelte vor allem am Abend, weil dann der Verbrauch und Druckabfall am höchsten sei. Andernfalls könne es zu Einschränkungen in der Trinkwasserversorgung kommen, hieß es zum Beispiel in Versmold.

Die Wasserwerke Bielefeld indes verzeichneten am Dienstag zwar die höchste Tagesabgabe seit 1995. Trotz der Nachfrage rufen die Stadtwerke aber nicht ausdrücklich zum Wassersparen auf. Hier gebe es keinen Engpass.

Kommentare

"Wassersparen" sollte uns allen eine Pflicht sein!

Abgesehen von der Tatsache, dass die aktuelle Wassermangel-Situation in einigen Kommunen möglicherweise auch einem, sehenden Auges erwarteten, Versagen der Infrrastruktur geschuldet sein mag, sollten dennoch alle Bürger sich an das Wassersparen gewöhnen und auch dringend an diese Notwendigkeit durch Politik und v. a. die Medien herangeführt" werden.

Andernfalls stehen wir alle irgendwann (allzulange wird es nicht mehr dauern) wie der sprichwörtliche "Ochs vorm Berge", wenn es heißt "Wassernotstand, die Tiefenbrunnen sind leer". Wir sollten bedenken, dass bereits heute, mit zunehmender Tendenz, mehr als einem Drittel (!) der Menschen kein sauberes Trinkwasser (mehr) zur Verfügung steht!

Ganz egal, ob (noch) genügend Wasser da ist, oder halt (in Löhne und B. O., sowie im Münsterland und sicherlich auch in anderen Teilen Deutschlands und der Nachbarländer) bereits jetzt nicht mehr und ganz egal aus welchen Gründen (mangelndes Grundwasser oder "nur" Versäumnisse in der Infrastruktur): Ein jeder ist (auch) hier gefragt, und zwar sofort!

Ein "immer weiter, immer höher" wird es (schon rein naturgesetzlich) bei vernünftiger Betrachtung nicht geben, auch wenn Populisten und, vor lauter Fortschritt und Kapital, scheinbar "Blinde" uns dies Glauben machen wollen...

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