Sa., 13.07.2019

Stadtverwaltung lässt Entwürfe für Gesamtschule prüfen Sind 29 Millionen realistisch?

Der Entwurf des Unternehmens »4a Architekten« aus Stuttgart hat den Architektenwettbewerb für den Neubau von Gesamtschule und Hallenbad im März gewonnen. Jetzt stellt sich die Frage, ob er für 29 Millionen Euro umgesetzt werden kann.

Der Entwurf des Unternehmens »4a Architekten« aus Stuttgart hat den Architektenwettbewerb für den Neubau von Gesamtschule und Hallenbad im März gewonnen. Jetzt stellt sich die Frage, ob er für 29 Millionen Euro umgesetzt werden kann.

Von Matthias Kleemann

Verl (WB). Die Planung für die Erweiterung der Gesamtschule und den Neubau des Hallenbades könnte zum Ende der Sommerferien zügig fortgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass die überarbeiteten Entwürfe des Wettbewerbssiegers einer Plausibilitätsprüfung standhalten.

Die Stadt Verl habe ein externes Büro beauftragt, die drei erstplatzierten Entwürfe unter die Lupe zu nehmen und zu ermitteln, ob die Pläne zu den veranschlagten Kosten umgesetzt werden können, sagte Bürgermeister Michael Esken. Damit will man nachträgliche Kostensteigerungen vermeiden, jenes Phänomen, mit dem der Berliner Flughafen oder die Hamburger Elbphilharmonie in die Schlagzeilen geraten sind. Man habe Hinweise gehabt, dass alle drei Siegerentwürfe sehr knapp kalkuliert seien.

Siegerentwurf glänzt mit Glas.

29 Millionen Euro, das ist der Kostenrahmen, den die Stadt in der Ausschreibung für den Architektenwettbewerb festgesetzt hat. Der Siegerentwurf, den man gerne umsetzen würde, glänzt mit viel Glas. Der neue Gesamtschulbau ist dort um ein Atrium herum gruppiert.

Auch der zweitplatzierte und drittplatzierte Entwurf hatten eine Reihe von Stärken. Je nach Entwurf bleibt unterschiedlich viel alte Bausubstanz erhalten oder wird abgerissen, ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor. Allen drei Planern hatte der Fachausschuss nach der Vorstellung im März noch Wünsche auf den Weg gegeben, die nachträglich in die Planung eingearbeitet werden sollten. Das ist jetzt geschehen.

Die Plausibilitätsprüfung soll im Laufe der Sommerferien abgeschlossen sein. Je nachdem, was sich daraus ergibt, gestalte sich das weitere Vorgehen. Wenn die Kostenvorgaben gehalten werden, so Esken, werde er den Auftrag für die Detailplanung des Siegerentwurfs mit einer Dringlichkeitsentscheidung in Gang setzen. Eine solche Dringlichkeitsentscheidung, zu der er immer ein Ratsmitglied hinzuziehen muss, muss der Bürgermeister sich nachträglich vom Rat genehmigen lassen. Er wird sie also immer nur dann fällen, wenn er der Zustimmung gewiss sein kann.

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»Für mich geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit.«

Michael Esken

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Vielleicht komme die Prüfung aber auch zu dem Ergebnis, dass keiner der drei Entwürfe für 29 Millionen Euro umgesetzt werden kann. Die Empfehlung könnte lauten, den Kostenrahmen zu erhöhen. »Das muss dann im Rat diskutiert werden«, sagt Esken, »vielleicht gleich direkt nach den Ferien.« Wenn nur der Siegerentwurf die Latte reißt, müsse ebenfalls diskutiert werden. Möglicherweise erhöhen sich dann wieder die Chancen der beiden anderen Wettbewerbsbeiträge.

Den Gesamtschulneubau mit Hallenbad betrachtet Esken als eines der größten Bauprojekte in der Verler Geschichte. Der Zeitplan sieht eine Umsetzung über vier bis fünf Jahre hinweg vor, deshalb wird es Bauabschnitte geben. Baubeginn könnte Ende 2020 sein. »Wir sind noch im Zeitplan«, so Michael Esken. Die zusätzliche Prüfung verursache zwar eine kleine Verzögerung. »Für mich geht aber Gründlichkeit vor Schnelligkeit.«

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