Sa., 10.08.2019

Regionalligist empfängt den Bundesligisten FC Augsburg Vor Pokal-Kracher: Verler Trainer lässt die ARD nicht rein

Probejubel? Die Verler um Torhüter Robin Brüseke (unten links) zeigen im Facebook-Video, was sie gegen Augsburg am liebsten tun würden.

Probejubel? Die Verler um Torhüter Robin Brüseke (unten links) zeigen im Facebook-Video, was sie gegen Augsburg am liebsten tun würden. Foto: Screenshot Facebook

Von Christian Bröder

Verl (WB). Ostwestfalen sind stur, reden nicht viel und gehen zum Lachen in den Keller? »Vielleicht ist das auch so, aber nur manchmal«, sagt Torhüter Robin Brüseke (25) in einem Werbevideo für das DFB-Pokal -Highlight des kleinen SC Verl gegen den Bundesligisten FC Augsburg bei Facebook . In der nächsten Szene bricht die ganze Mannschaft des Regionalligisten in überschwänglichen Jubel aus.

Absage an die ARD

Die 51 Sekunden lange, filmische Kampfansage schicken die Schwarz-Weißen ihrer ersten DFB-Pokalteilnahme seit dem 1:2 gegen 1860 München im August 2010 voraus. »Diese Aktion zeigt natürlich, dass dieses Spiel etwas Besonderes für uns ist, aber wir müssen das ganze Drumherum ausblenden«, fordert Trainer Guerino Capretti. Für den vollen Fokus hat der 37-Jährige sogar der ARD eine Absage erteilt, die ihn vor dem Duell bei seiner Traineransprache in der Kabine filmen wollte. »Sorry, aber das ist der einzige Rückzugsort, den wir haben. Deshalb habe ich die Anfrage der Sportschau abgelehnt. Bei dem ganzen Trubel drumherum ist mir die Kabine heilig«, erklärt er.

Personell kann der Trainer – abgesehen von drei Rekonvaleszenten – aus dem Vollen schöpfen. Der Arbeit in Augsburg zollt Capretti Hochachtung (»Sie sind immerhin seit neun Jahren in der Bundesliga«), chancenlos sieht er seinen Viertligisten beim erstmaligen Aufeinandertreffen mit dem FCA hingegen nicht: »Das i-Tüpfelchen wäre das Wunder. Davon können die Spieler später ihren Kindern erzählen.«

Als Arne Friedrich Verl in die zweite Runde schoss

Vor 20 Jahren hat Verl schon einmal die zweite Runde erreicht: Am 31. Juli 1999 gelang mit einem 6:5 im Elfmeterschießen über Borussia Mönchengladbach die Sensation. Ex-Nationalspieler Arne Friedrich verwandelte als 20-Jähriger den letzten Verler Elfmeter, was SCV-Trainer Uli Sude als früheren Gladbacher zu Tränen rührte. »Das sind Emotionen, die man gerne wecken will«, sagt Präsident Raimund Bertels.

Seine Vorfreude gilt beim aktuellen Pokal-Hit auch dem Wiedersehen mit Ex-Armine Zdenko Miletic, der Torwarttrainer in Augsburg und ein Weggefährte aus gemeinsamen Verler Zeiten ist. Gutes Omen: Die Bilanz von Augsburgs Trainer Martin Schmidt gegen Verl ist nicht positiv. Mit Mainz II hat der 52-Jährige in der Vergangenheit von vier Vergleichen zwei verloren.

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