Fr., 11.10.2019

Mehr Interessenten als zu vergebende Plätze – Unmut über Störer bei Wahlbeginn CDU hat ein Luxusproblem

Neben zwölf Beisitzern sind am Mittwochabend Daniel Maasjosthusmann als stellvertretener Schriftführer (von links), Marius Wittke zum neuen Mitgliederbeauftragten, Schriftführer Hans-Peter Jakobfeuerborn, die stellvertretende Vorsitzende Ulrike Meyer, der Vorsitzende Matthias Humpert und Stellvertreter Robin Rieksneuwöhner gewählt worden.

Neben zwölf Beisitzern sind am Mittwochabend Daniel Maasjosthusmann als stellvertretener Schriftführer (von links), Marius Wittke zum neuen Mitgliederbeauftragten, Schriftführer Hans-Peter Jakobfeuerborn, die stellvertretende Vorsitzende Ulrike Meyer, der Vorsitzende Matthias Humpert und Stellvertreter Robin Rieksneuwöhner gewählt worden. Foto: Karin Prignitz

Von Karin Prignitz

Verl (WB). Der CDU-Stadtverband hat ein Luxusproblem. »Topthema im kommenden Jahr ist die Kommunalwahl«, sagte der mit 46 von 48 möglichen Stimmen wiedergewählte Vorsitzende Matthias Humpert, »und wir haben mehr Interessenten als zu vergebende Plätze«.

Aus diesem Grunde ist auch die Zahl der Beisitzer im erweiterten Vorstand von elf auf zwölf erhöht worden. »Es gibt viele, die sich aktiv einbringen möchten«, deshalb sei eine Erweiterung angemessen.

In seinem Ausblick betonte Humpert, dass es wichtiger denn je sei, »gut zuzuhören, was die Bürger bewegt und sich darum zu kümmern«. Politik müsse im Zuge des sich ändernden Mediennutzungsverhaltens »anders kommuniziert werden«. Als einen der neuesten Ansätze der CDU nannte der 44-Jährige die Etablierung einer Gründerszene, um vor allem jungen Leuten zu ermöglichen, ihre Geschäftsideen weiterzuentwickeln.

Lebenswerte Stadt

In seinem Vorstandsbericht hob Humpert die komfortable finanzielle Situation der Stadt Verl hervor. »Wir können feststellen, dass es nach wie vor sehr rund läuft.« 104 Millionen Haushaltsvolumen, 69 Millionen Gewerbesteuereinnahmen, »das sind Spitzenwerte, die es in der Geschichte der Stadt noch nicht gegeben hat«. Dieses kräftige Plus helfe, Verl lebenswert zu halten und noch attraktiver zu machen. »Wir haben uns an den hohen Standard gewöhnt, der ist aber nicht selbstverständlich«, betonte Humpert.

Auch Bürgermeister Michael Esken hat zunehmend den Eindruck, »dass das Gefühl dafür verloren geht, wie gut es uns eigentlich geht« und dass der Einsatz für die Mitmenschen »an Leidenschaft verliert«. Oft stünden die Interessen des Einzelnen im Vordergrund. Stetig nur zu fordern, dieses Verhalten müsse sich wieder ändern. »Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eine Gesellschaft geraten, in der es nur noch Schwarz und Weiß gibt.«

Beisitzer

Das erweiterte Team der Beisitzer besteht nun aus Jan-Hendrik Bade, Freddy Heitmeyer, Andreas Hollenhorst, Andreas Honert, Christian Klotz, Dominik Koch, Anke Lüddemann, Berthold Pape und André Rodehutskors. Neu hinzu kommen nach dem Votum der Mitglieder Konrad Balsliemke, Hedwig Brockschmidt, Sebastian Dahlkötter und Anke Lüddemann. Insgesamt gehören dem Vorstand damit 26 Personen an. Der CDU-Stadtverband hat aktuell 411 Mitglieder. Das Durchschnittsalter beträgt 65 Jahre.

Kleinemeier vorbereitet

Bei den anstehenden Wahlen wurden neben Matthias Humpert auch seine Stellvertreter Ulrike Meyer und Robin Rieksneuwöhner mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt. Ebenso wie Hans-Peter Jakobfeuerborn als Schriftführer und sein Stellvertreter Daniel Maasjosthusmann. Gertrud Buschmann (69) gab des Amt der Mitgliederbeauftragten an den 27-jährigen Marius Wittke ab. Verabschiedet wurden außerdem die drei Beisitzer Michael Mersch sowie in Abwesenheit Tobias Kalte­fleiter und Alexandra Kerkhoff.

Für Unmut hatte zu Beginn des Wahlvorgangs Bernhard Balke gesorgt. Und das nicht zum ersten Mal. Balke war zwar gar nicht anwesend, sendete aber um 19.28 Uhr vier gleichlautende Mails an Matthias Humpert. In ihnen erklärte er sich bereit, für den Vorsitz zu kandidieren und auch für alle anderen zur Verfügung stehenden Posten.

Kreisgeschäftsführer Hubert Kleinemeier wertete es aber als klare Willensbekundung und war vorbereitet. Kleinemeier ließ die offensichtliche Provokation locker abprallen und hatte im Vorfeld alle Wahlzettel in zwei Varianten drucken lassen. Das kennt er schon aus den Vorjahren.

Bernhard Balke erreichte sowohl bei den Wahlen zum Vorsitzenden, stellvertretenden Vorsitzenden und zum Beisitzer jeweils eine Stimme, ging ansonsten leer aus. Landrat Sven-Georg Adenauer kommentierte den im Kreis wohl einzigartigen Vorgang mit Humor: »Heute habe ich eines gelernt: besser nicht aufs Smartphone gucken.«

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