Stadt verleiht Ehrennadeln an drei verdiente Bürger, die lieber im Hintergrund wirken
In Bescheidenheit vereint

Verl (WB). Fehlende Worte, feuchte Augen vor Rührung oder der typisch Viärlsche Ausdruck „Watt soll datt denn?“ All dies sind Reaktionen der drei neuen Träger der städtischen Ehrennadeln. In aller Bescheidenheit nahmen Christel Wöstemeyer, Wolfgang Beckhoff und Gerd Hirschberg die Ehrungen an.

Samstag, 07.12.2019, 07:45 Uhr aktualisiert: 07.12.2019, 07:50 Uhr
Feierstunde im neuen Sitzungssaal des Verler Rathauses: Bürgermeister Michael Esken (2. von links) freut sich mit den neuen Trägern der Ehrennadeln Wolfgang Beckhoff (von links), Gerd Hirschberg und Christel Wöstemeyer. Foto: Andreas Berenbrinker
Feierstunde im neuen Sitzungssaal des Verler Rathauses: Bürgermeister Michael Esken (2. von links) freut sich mit den neuen Trägern der Ehrennadeln Wolfgang Beckhoff (von links), Gerd Hirschberg und Christel Wöstemeyer. Foto: Andreas Berenbrinker

Zum dritten Mal hat die Stadt Verl Ehrennadeln an verdiente Bürger verliehen, seit 2017 geschieht dies stets am Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember. „Warum machst du das alles?“, stellte Bürgermeister Michael Esken eine oft geäußerte Frage, wenn es um ehrenamtlich aktive Bürger geht, in den Raum. Esken betonte sogleich, dass ehrenamtliches Engagement unersetzlich sei. „Es bedeutet Solidarität, Zusammenhalt und Rückendeckung.“ Mit einfühlsamen Worten stellte er in einem dem Anlass entsprechend feierlichen Rahmen im neuen Sitzungssaal die drei Geehrten vor. Alle drei zeichnet eine große Bescheidenheit aus, das Rampenlicht scheuen alle.

Christel Wöstemeyer

Christel Wöstemeyer (83) ist die Witwe von Hugo Wöstemeyer, dem verstorbenen Gründer des Jugendaustauschwerkes im Kreis Gütersloh, dem Droste-Haus. Aber Christel Wöstemeyer ist mehr als nur die „Frau von...“. „Sie hat das Jugendaustauschwerk von der Pike auf mit aufgebaut und dafür sogar ihr eigenes Heim an der Goe­thestraße zur Verfügung gestellt“, sagte Michael Esken. Die Geehrte war bei zahlreichen Friedenswanderungen dabei und Gastgeberin vieler Menschen mit ihren verschiedenen Kulturen.

Esken stellte fest: „Christel Wöstemeyer hat Gastfreundschaft, Völkerverständigung, Respekt und Frieden gelebt.“ Vor 40 Jahren baute Wöstemeyer die Familienbildungsstätte auf und ist auch heute noch oft im Droste-Haus zu finden. „Watt soll datt denn?“, habe sie zunächst gesagt, als sie von der Ehrung erfuhrt. Die Nadel nahm sie nur unter der Bedingung an, dass sie stellvertretend für das gesamte Team des Droste-Hauses gelte.

Wolfgang Beckhoff

Wolfgang Beckhoff ist ein Zupacker und Kümmerer“, so Esken zur Ehrung des Verler Urgesteins und Unternehmers. Beckhoffs Herz schlägt für den SC Verl, dem er von 1967 bis 1972 vorstand und dem er immer gönnerhaft zur Seite stand. Esken: „Es ist auch ihm zu verdanken, dass der SCV heute unter den 16 besten deutschen Mannschaften im Pokal zu finden ist.“ Beckhoff (80) habe immer ein feines Näschen und Gespür gehabt, in seinem Unternehmen Alulux und im Sportclub seien ihm stets die Menschen wichtig gewesen.

Wolfgang Beckhoff habe auch andere Vereine und Institutionen immer wieder ohne Aufhebens finanziell unterstützt und sich stets zu seiner Heimat Verl bekannt. Ihm seien stadtbildende Gebäude wie die Bibliothek, das Hotel WunnersWat (ehemals Altdeutsche) und das Sportzentrum an der Poststraße zu verdanken. Auch Beckhoff zeigte sich bescheiden. „Mir fehlen die Worte“, sagte er schlicht und trug sich wie die anderen Geehrten ins Goldene Buch der Stadt ein.

Gerd Hirschberg

„Er ist zurückhaltend, vielleicht sogar unbekannt, leise und still“, sagte Michael Esken und begann so seine Laudatio auf Gerd Hirschber g. Seit 16 Jahren organisiert Hirschberg den Kinderflugtag auf dem Flughafen in Win­delsbleiche und sorgte so für strahlende Augen bei 2310 Kindern. Am Flugtag nehmen Kita-Kinder aus Verl teil, aber auch Mädchen und Jungen aus sozial schwachen Familien, traumatisierte Kinder sowie Flüchtlinge. „Gerd Hirschberg war es stets wichtig, dass alle Kinder einen tollen Umgang miteinander pflegen“, so Michael Esken. Besonders verbunden fühlt sich Hirschberg mit Kindern der onkologischen Station in Bethel, dem dortigen Kinderhospiz und der Kinderklinik auf Sylt. Auch das Kinderkrebsprojekt „Fruchtalarm“, bei dem krebskranke Kinder ein Stück Normalität erfahren, liegt Gerd Hirschberg am Herzen. „Mein Alter verrate ich nicht, da möchte ich gar nicht dran denken“, sagte er. „Ich möchte noch mindestens 20 Jahre Spaß mit den Kindern haben.“

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