Di., 14.01.2020

Insgesamt 1400 Zuhörer besuchen die drei Jahreskonzerte des Musikvereins Verl Pop, Polka, Pippi und Polonaise

Dennis Reckord vom Jugendorchester beeindruckt beim Medley von Hans Zimmers „Movie Milestones“ mit einem Trompetensolo.

Dennis Reckord vom Jugendorchester beeindruckt beim Medley von Hans Zimmers „Movie Milestones“ mit einem Trompetensolo. Foto: Dunja Delker

Verl (WB/du). Rein statistisch war jeder 17. Verler am Wochenende bei einem der drei Konzerte des Musikvereins Verl. 1400 Besucher aller Generationen sind dabei, zwei der drei Konzerte am Samstag und Sonntag im Pädagogischen Zentrum sind restlos ausverkauft. Und denen, die nicht da sein konnten oder wollten, sei gesagt: Sie haben etwas verpasst!

Sein Versprechen eingehalten hat Ralph Brinkhaus: Der Fraktionsvorsitzende und Bundestagsabgeordnete hatte bereits beim CDU-Neujahrsempfang angekündigt, das Jahreskonzert besuchen zu wollen. Am Samstag ist er da und räumt beim humorvollen Gewinnspiel „Wer weiß denn sowas?“ prompt eine Freikarte ab. Die verschenkt er weiter, verspricht aber dennoch, im nächsten Jahr wieder zu kommen.

Dem pflichten wohl nahezu alle Zuhörer bei, die in den Genuss des Jahreskonzerts kamen. 150 Musiker in drei Orchestern sind nur ein Garant für gute Unterhaltungsmusik, sondern auch für einen humorvoll moderierten Abend unter Freunden. Das genannte Quiz ist nur ein Beispiel dafür, wie die wechselnden Moderatoren Informationen und Witz optimal miteinander verbinden: Da schlüpft Sophie Tschackert vom Schülerorchester ins ABBA-Kostüm, Kevin Brüchert und Christin Böhmer kämpfen mit Schwertern zur Filmmelodie von „Fluch der Karibik“ oder Dirigent Anatole Gomersall setzt die Blues-Brothers-Sonnenbrille auf.

Musikverein

Den Auftakt zu dem fast dreistündigen und dennoch kurzweiligen Konzertmarathon, der dem kürzlich verstorbenen Gründer und Dirigenten Josef „Papa“ Schulke gewidmet ist, macht der Musikverein. Die 60 erfahrenen Musiker unter der Leitung von Dietmar Kay reisen nach der feierlichen Eröffnung mit „Fanfare for the Common Man“ mit ihren Zuhörern bei „Die große Seefahrt 1492“ zu Columbus’ Zeiten über den Atlantik nach Amerika und tauchen zur Filmmusik von „Das Boot“ von Klaus Doldinger ab.

Poppig wird’s bei Phil Collins, bevor das Orchester als Zugabe den Pippi-Langstrumpf-Titelsong als Samba-Version und zu Ehren von Josef Schulke eine Polka anstimmt. Und so geht das Mitklatschen des Publikums schließlich ohne Pause in lang anhaltenden Applaus über.

Jugendorchester

Zum Auftritt des Jugendorchesters wechselt Dirigent Anatole Gomersall sein Polo-Shirt (siehe unten) gegen Weste, Sakko und Krawatte. Doch schon nach der modernen Pop-Interpretation von Beethovens 9. Sinfonie und weiteren Stücken des klassischen Komponisten, der in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden wäre, wird’s legerer. Sakkos dürfen ausgezogen und Sonnenbrille aufgesetzt werden, als die 60 Nachwuchsmusiker „The Blues Brothers Revue“ mit Klassikern wie „Everybody“ oder „Soul Man“ anstimmen.

Ein Höhepunkt war bereits im vergangenen Jahr die gesangliche Begleitung des Orchesters. Und so gibt es 2020 bei „Midway March“ die gewünschte Zugabe – dieses Mal aber mit größerem Chor.

Dass in dem großen Ensemble auch viele Solokünstler stecken, stellt das Jugendorchester bei „Crazy Tongues“ – einer Komposition mit hohem Ohrwurmpotenzial – unter Beweis. Und so lobt Dirigent Gomersall: „Sie sind ein wunderbares Publikum! Aber noch besser ist das Orchester!“ Eine Anerkennung, in die die Zuhörer mit tosendem Applaus und Zugabe-Rufen einstimmen. Zu „Mambo No. 5“ hält es sie beim Finale am Sonntag nicht mehr auf den Sitzen und sie starten spontan eine Polonaise.

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