Mi., 22.01.2020

Planungsbüro stellt Visionen für Wohnen, Gewerbe und Erholung an Eiserstraße vor Die Sielhorst-Siedlung im Jahr 2030

So könnte die Sielhorst-Siedlung im Bereich Gütersloher Straße, Westfalenweg, Strothweg und Eiserstraße einmal aussehen. An der Zukunftsvision haben die Verler im Zuge der Bürgerbeteiligung kräftig mitgearbeitet.

So könnte die Sielhorst-Siedlung im Bereich Gütersloher Straße, Westfalenweg, Strothweg und Eiserstraße einmal aussehen. An der Zukunftsvision haben die Verler im Zuge der Bürgerbeteiligung kräftig mitgearbeitet. Foto: BKR Planungsbüro, Montage: Delker

Von Dunja Delker

Verl (WB). Wie könnte die Sielhorst-Siedlung 2030 aussehen? Bei den Zukunftsplanungen für den Bezirk Verl-West rund um die Eiserstraße wurde zwei Jahre diskutiert, die Anwohner durften bei der Bürgerbeteiligung intensiv mitreden. Jetzt hat Andrea Kranefeld vom Planungsbüro BKR aus Aachen im Bauausschuss ihre Entwicklungsstudie vorgestellt.

Die 230 Hektar große Fläche ist in den vergangenen Jahrzehnten Stück für Stück gewachsen. Hof­stellen und landwirtschaftliche Flächen, Wohnbebauung und Gewerbe, eine Fleischerei, zwei Spielplätze, Grünflächen und Freiraum prägen das Bild. Doch wo soll die Reise für das Gebiet mit 1400 Einwohnern – fünf Prozent der Verler – langfristig hingehen? Diese Frage wollten Stadt und Planer gemeinsam mit den Bürgern beantworten.

Für die künftige Entwicklung des Gebiets haben die Planer eine Vision entworfen. Sie sieht die Stärkung des Wohn-, des Gewerbestandortes und der Freiraumstruktur vor.

Wohnen

Fürs Wohnen hat Andrea Kranefeld folgendes Szenario erarbeitet: Es entstehen neue Baugebiete mit Häusern für junge Familien und generationengerechten Wohnungen. Neue Bauflächen könnten zwischen Eiserstraße und ­Strothweg sowie östlich des ­Strothwegs entstehen. Ein Kindergarten, Spielplätze und neu angelegte Spazierwege verbessern das Lebensumfeld. Der Kreuzungsbereich Strothweg/Westfalenweg wird zu einem Quartierstreffpunkt mit Bänken und Möglichkeiten für einen mobilen Verkaufsstand umgestaltet. Eine Station der St.-Anna-Route der Kolpingsfamilie informiert über die Geschichte der Siedlung.

Zur besseren verkehrlichen Anbindung schlägt Kranefeld einen Ausbau des Radwegenetzes und einen Bürgerbus vor.

Gewerbe

Das Gewerbegebiet wird konsequent weiter entwickelt, allerdings wird der Flächenverbrauch mit einer verdichteten Bauweise sowie einem Mobilitäts- und Parkraummanagement-Konzept minimiert. So wird das Verkehrsaufkommen reduziert. „Den Gewerbeverkehr würden wir über einen äußeren Ring führen, den es bisher noch nicht gibt“, erläutert Andreas Kranefeld. Der Strothweg müsse entlastet werden.

Eine weitere Ausweisung von Gewerbeflächen könnte südlich des Westfalenwegs erfolgen. Etwa 40 zusätzliche Hektar seien möglich, sagte Kranefeld. Östlich der Eiserstraße wird mit einem Mischgebiet ein Nebeneinander von wohnverträglichem Gewerbe und Wohnnutzungen ermöglicht.

Freiraum

Für jede größere Bauflächenentwicklung sind Grünflächen für altersgemischte Spiel- und Sportangebote vorgesehen, die in ein Grünwegenetz eingebunden sind. Während der Siedlungsrand mit einem durchgehenden Grünstreifen gefasst wird, bieten neue Wegeverbindungen einen Rundweg um und durch die Siedlung. Entlang der Gräben und Feuchtwiesen sind Renaturierungsmaßnahmen zur ökologischen Aufwertung angedacht.

Eine neue Parkanlage östlich der Eiserstraße bietet Erholungsraum für Bewohner und Beschäftigte im angrenzenden Gewerbegebiet. Die Regenrückhaltung in den Neubaugebieten könnte durch technische Anlagen erfolgen. Die an Baugebiete angrenzenden Regenrückhaltebecken werden naturnah in den Freiraum integriert.

Reaktionen

In der Politik kam die Entwicklungsstudie gut an. Ulrich Pollmeier (CDU) bescheinigte Kranefeld, dass sie das Verkehrsproblem mit der geplanten Trennung von Wohn- und Gewerbestraßen gut gelöst habe.

Der Entwurf soll zunächst keine feste Planung sein, sondern als Richtschnur dienen. Die Fraktionen werden ihn jetzt beraten.

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