Mi., 12.02.2020

Verlerin Sabine Pollmeier dreht TV-Doku für Arte Schottische Schafe, Schlösser und Surfer

Von Dunja Delker

Verl/München (WB). Schlösser? Ja. Schafe? Selbstverständlich! Aber Surfer? Wenn am Freitag, 14. Februar, die Dokumentation „Schottlands wilder Norden“ auf Arte ausgestrahlt wird, werden Werner und Regina Pollmeier ganz gespannt vor dem (neuen) Fernseher sitzen. Die zweiteilige Dokumentation hat ihre Tochter Sabine, eine Münchener Filmemacherin mit Verler Wurzeln, realisiert.

Wie in der Karibik – wenn nur das Wasser wärmer wäre

Sabine Pollmeier und ihr Partner Joachim Haupt von der Firma Parnass-Film sind für ihre Reportage die Küstenstraße NC (North Coast) 500 entlanggefahren und dort auch auf die Surfer gestoßen. Bei vielen der einsamen Sandstrände könnte man sich tatsächlich in der Karibik wähnen – wenn nur das Wasser wärmer wäre. Und doch haben Surfer dort schon die perfekten Wellen für sich entdeckt. Neopren sei dank!

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Ich bin schon als kleines Kinder mit Schal und Mütze an die Tür, weil ich nach draußen wollte.

Sabine Pollmeier

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Sabine Pollmeier ist in Verl aufgewachsen und hat nach dem Abitur am Rietberger Gymnasium in München Kunst (-Geschichte) sowie Theaterwissenschaft studiert. Rausgezogen hat es die Verlerin schon immer. „Ich bin schon als kleines Kinder mit Schal und Mütze an die Tür, weil ich nach draußen wollte“, sagt sie.

Und so wurden aus den Kulturbeiträgen für Deutsche Welle und andere öffentlich-rechtliche Sender durch Filme über internationale Architektur und Privatmuseen in aller Welt sukzessive Reisedokumentationen. „Aber immer mit Augenmerk auf die Kultur“, betont Sabine Pollmeier. Der Sender Arte sei ein Leuchtturm, und: „Die Museen und Theater sind rappelvoll, die Menschen suchen nach kultureller Inspiration.“

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Wir waren von Mai bis Juli 2019 dort und hatten vor allem mit Regen zu kämpfen.

Sabine Pollmeier

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Mit dem ZDF als Partner ist in den vergangenen Monaten die Reisedokumentation über Schottland entstanden. „Wir waren von Mai bis Juli 2019 dort und hatten vor allem mit Regen zu kämpfen“, sagt Sabine Pollmeier mit einem Schmunzeln. Wortkarg, spröde und zurückhaltend seien die Schotten zunächst gewesen, ganz anders als die aufgeweckten Australier auf der Reise zuvor. Doch die Filmfrau und ihr Team wussten die Nordlichter zu knacken, und so traf sich mit ihrem kleinen Team auf die für die Highlands typischen Crofter – Kleinbauern, die das Halten einiger Schafe und Hühner als Alternative zur Großlandwirtschaft für sich entdeckt haben. In einer modernen Welt voller Technik entdecken sie den Reiz eines scheinbar einfachen Lebens. Die Münchenerin hat das Drehbuch verfasst sowie sich um Produktion und Aufnahmeleitung gekümmert. Und so traf sie in Schottland auf eine Pferdeflüsterin und Hochlandrinder, auf Virtuosen an „Fiddle“ und Dudelsack, auf verlassene Geisterstädte, schroffe Landschaften, auf Schafe, Schafauktionen – und Surfer.

Zwei Mal 45 Minuten für Arte und eine 52-minütige internationale Version

Geschnitten hat das Material Joachim Haupt, vertont haben es ein Team von Komponisten und eine Sängerin. Die zwei Mal 45 Minuten für Arte sowie die 52-minütige internationale Version waren erst Ende des Jahres fertig. „Umso überraschter war ich, dass es jetzt schon ausgestrahlt wird “, sagt Sabine Pollmeier.

• Die Erstausstrahlung „Schottlands wilder Norden – Von Schafen und Surfern“ läuft an diesem Freitag um 17.50 Uhr auf dem Fernsehsender Arte. Die zweite Folge „Von Pferdeflüsterern und Schlossherren“ ist direkt im Anschluss um 18.35 Uhr zu sehen. Einen Trailer gibt es auf Youtube unter https://www.youtube.com/watch?v=2QLYP_vemvM.

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