Do., 13.02.2020

Grüne halten Einmündung am Westfalenweg für gefährlich – Kreis muss entscheiden Stadt beantragt Ampel am Westring

Von Dunja Delker

Verl (WB). Die Stadt Verl hat beim Kreis Gütersloh beantragt, an der Ecke Westring/Westfalenweg eine Bedarfsampel aufzustellen. Der Vorstoß geht auf die Grünen zurück. Sie halten es für ein „Wunder, dass hier noch nichts passiert ist“, wie Dr. Egbert Daum im jüngsten Straßen-, Wege- und Verkehrsausschuss betonte.

Bereits im November 2018 hatte die Fraktion auf eine Lichtzeichenanlage im Einmündungsbereich hingewirkt. Der Verler Verkehrsausschuss hatte die Prüfung einstimmig auf den Weg gebracht. Daraufhin wurden zwei Zählungen, eine Unfallauswertung der Polizei und eine Anhörung des Fachbereichs Tiefbau beim Kreis auf den Weg gebracht. Das Ergebnis der Verkehrszählung: In der Spitzenstunde von 7.15 bis 8.15 Uhr haben den Westring vier Fußgänger und 102 Radfahrer überquert, drei Monate später waren es vier beziehungsweise 80.

Drei Unfälle in fünf Jahren

Die Kreispolizeibehörde berichtet, dass sie in den vergangenen fünf Jahren an dieser Stelle drei Unfälle erfasst hat – beteiligt waren ausschließlich Kraftfahrzeuge. Deswegen sah die Polizei keine Notwendigkeit einer Ampel, stattdessen schlug sie das Versetzen des Tempo-50-Schildes vor. Weil sich der Kreis nicht abschließend geäußert hat, bohrte die Stadt noch einmal nach. Die Antwort: Die Stadt Verl solle den Bau einer Ampel beantragen. Daraufhin würde der Kreis prüfen, den Verkehr zählen und zustimmen oder ablehnen. Im Falle einer Ablehnung kann der Kreis sich vorstellen, der Stadt den Bau einer Ampel auf eigene Kosten anzubieten.

Auf eigene Kosten

Diesen geforderten Antrag hat die Stadtverwaltung nun eingereicht. Für die Steuerung der Ampel und auch bei den Kosten werde aber zu berücksichtigen sein, dass es wegen der Nähe zum Bahnübergang eine Kopplung der Signalanlagen geben müsse, heißt es seitens der Stadt. Mit Blick auf die Reaktivierung der TWE-Bahnlinie könne es außerdem zeitweise etwas länger dauern, bis die Ampel für Fußgänger beziehungsweise Radfahrer auf Grün schaltet.

Knackpunkt Poststraße

Weit weniger Sorgen bereitet der Stadt die Poststraße. Auch dort hatten sich die Grünen in einem Antrag im April 2019 für eine Verkehrsberuhigung ausgesprochen, sogar von einer Fahrradstraße war die Rede. Doch dazu müsse eine Straße überwiegend von Radfahrern genutzt werden, erklärte jetzt Beigeordneter Thorsten Herbst. Und das sei bei der Poststraße nicht der Fall.

Grüne: „Höchst gefährlich“

Aus Sicht der Grünen gibt es an der Poststraße zwei Knackpunkte: Die Querung von der Bürmann- über die Poststraße zum Stadion. Die Gefahr werde verschärft, wenn Eltern mit dem Auto am Rand anhalten, um ihre Kinder ein- und aussteigen zu lassen.

Zweiter Gefahrenpunkt ist aus Sicht der Grünen die abknickende Vorfahrt Sender Straße/Poststraße. Hier sei vor allem die unübersichtliche Rechts-vor-links-Regelung und die Kurve für Fußgänger und Radfahrer „höchst gefährlich“. Aus Sicht der Polizei ist die Poststraße allerdings unauffällig – abgesehen von einigen Bagatellschäden, die aber nicht im Zusammenhang mit den genannten Gefahrenpunkten stehen.

Darüber hinaus haben Bauhof-Mitarbeiter an der Einmündung Bürmannstraße bereits Grün zurückgeschnitten, um die Sicht zu verbessern. Im Kurvenbereich Sender Straße hat die Stadt ein Piktogramm aufgebracht, dass auf Fahrradfahrer auf der Straße hinweist. Für weitere kurzfristige Maßnahmen sieht die Verwaltung keine Notwendigkeit – zumal in einigen Jahren der Umbau der Poststraße ohnehin auf dem Plan stehe.

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