Nach einem Schicksalsschlag rückt die Familie Große Wächter zusammen
Der Blick geht nach vorn

Verl-Sende (WB) Nach einem Schicksalsschlag blickt die Familie Große Wächter wieder nach vorne. Auf dem Spargelhof in Sende sind verschiedene Aktionen geplant, und auch der Hofladen soll neu ausgerichtet werden.

Dienstag, 18.02.2020, 07:45 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 07:50 Uhr
Der Hofladen soll noch attraktiver werden. Dafür wollen Verena Hollenberg (von links), Barbara Große Wächter und Alina Pohlmeier mit unterschiedlichen Aktionen sorgen. Gut angekommen sei beispielsweise der Adventsmarkt 2019. Foto: Andreas Berenbrinker
Der Hofladen soll noch attraktiver werden. Dafür wollen Verena Hollenberg (von links), Barbara Große Wächter und Alina Pohlmeier mit unterschiedlichen Aktionen sorgen. Gut angekommen sei beispielsweise der Adventsmarkt 2019. Foto: Andreas Berenbrinker

Im Sommer 2019 starb Willi Große Wächter und damit der „Kopf des Hofes“. „Wir sind dadurch als Familie noch enger zusammengerückt“, sagt Tochter Verena Hollenberg (27). Man sei sich schnell einig gewesen, dass man den Hof nur zusammen aufrecht erhalten könne. Zusammen mit ihrer Mutter Barbara, ihrem Bruder Steffen (25) und dessen Verlobter Alina Pohlmeier (25) packen nun alle gemeinsam an.

Der einladende Hofladen soll neu ausgerichtet werden

Besonders der einladende Hofladen soll neu ausgerichtet werden, ohne seinen Charme und seine Attraktivität zu verlieren. Verena Hollenberg und Alina Pohlmeier wollen sich hier mehr einbringen. Hollenberg: „Wir wissen, dass wir unseren Vater damit sehr stolz gemacht hätten.“ Das Produktangebot soll sinnvoll erweitert werden. Außerdem möchte die Familie Große Wächter Mehrwerte stiften. „Wir wollen unsere Kunden zu verschiedenen Aktionen auf den Hof einladen“, sagt Alina Pohlmeier. So sei der Adventsmarkt im vergangenen Dezember schon sehr gut angenommen worden.

Wir glauben, dass unsere Kunden mehr als je zuvor wissen möchten, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie sie produziert werden.

Alina Pohlmeier

„Wir glauben, dass unsere Kunden mehr als je zuvor wissen möchten, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie sie produziert werden. Das möchten wir durch verschiedene Aktionen transparenter machen.“ Ein Schwerpunkt im Hofladen sei auch das Thema Nachhaltigkeit. „Wir arbeiten bereits an alternativen Verpackungsmaterialien und planen auch ein breites Angebot mit unverpackten Lebensmitteln.“

Die beliebten hofeigenen Produkte werden weiterhin verkauft

Selbstverständlich werden die beliebten hofeigenen Produkte wie Spargel, Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren, Eier, Rindfleisch und Marmeladen weiterhin verkauft; Barbara Große Wächter wird beim Ladengespräch auch künftig gerne ihre Rezepttipps weitergeben. „Zudem möchten wir das Angebot an regionalen Produkten, aber auch von einzigartigen Erzeugnissen deutlich ausbauen“, berichtet Barbara Große Wächter. Neben der bereits bestehenden Auswahl, wie Milch- und Fleischprodukte, Honig, Nudeln oder Ölen, soll es zukünftig auch ein saisonales Obst- und Gemüseangebot geben. Verena Hollenberg: „Wir arbeiten bereits mit ersten lokalen Firmen zusammen, beliefern diese mit einem regionalen Obstangebot und stellen auch individuelle und liebevoll hergerichtete Präsentkörbe für Firmenjubiläen oder Geburtstage zusammen.“

Werner, ein Appenzeller Sennenhund, ist auf dem Hof der Boss

Steffen Große Wächter ist als Hofnachfolger für den Anbau der landwirtschaftlichen Erzeugnisse verantwortlich und kümmert sich um die Versorgung der Tiere. Neben Hühnern sind dies Charolais- und Limousinrinder, die in Freiluftställen leben. Ganz alleine geht es nicht, viele fleißige Hände sind aktiv, langjährige Mitarbeiter unterstützen im ganzen Jahr im Laden oder im Büro. In der Saison helfen verlässliche Erntehelfer, Verkäufer in den Außenständen sowie Fahrer, die Produkte zu Kunden bringen. Die ganze Hofarbeit sei ein gemeinsames Projekt, sagt Steffen Große Wächter. „Wenn es überhaupt einen Boss gibt, dann Werner“, lächelt er und meint damit den Appenzeller Sennenhund, der alle Gäste auf dem Hof willkommen heißt.

Kinder sollen den Bauernhof erleben können und lernen, wo die landwirtschaftlichen Erzeugnisse herkommen.

Verena Hollenberg

Allerdings sei seine Mutter Barbara durch ihre Erfahrung weiterhin der Kopf von allem. Kurzfristig gehe es dem Spargelhof darum, die anstehende Saison in der neuen Konstellation erfolgreich fortzuführen und die Neuausrichtung des Hofladens voranzutreiben. „Langfristig möchten wir unseren Kunden noch mehr einen familiären Erlebniseinkauf ermöglichen, Kinder sollen den Bauernhof erleben können und lernen, wo die landwirtschaftlichen Erzeugnisse herkommen“, so Verena Hollenberg, die anmerkt, dass die Weihnachtszeit durch den Weihnachtsbaum-, Präsentkorb- und Geflügelverkauf für die Familie zur zweiten Saison geworden ist.

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