Mi., 19.02.2020

Werner Brodowy startete vor 37 Jahren als erster Mitarbeiter bei Hüttenhölscher Drei Chefs, ein Mitarbeiter

Viel zusammen erreicht: Wilhelm Masjosthusmann und Norbert Hüttenhölscher (von links) diskutieren mit ihrem ersten Mitarbeiter Werner Brodowy (rechts) über die aktuelle Kunststoffpaletten-Schweißanlage der Firma Hüttenhölscher Maschinenbau.

Viel zusammen erreicht: Wilhelm Masjosthusmann und Norbert Hüttenhölscher (von links) diskutieren mit ihrem ersten Mitarbeiter Werner Brodowy (rechts) über die aktuelle Kunststoffpaletten-Schweißanlage der Firma Hüttenhölscher Maschinenbau.

Verl (WB). Lange fieberte Werner Brodowy auf diesen Tag hin. Seine Arbeitskollegen hielt der 63-Jährige – gefragt oder ungefragt – stets auf dem neuesten Stand, wie viele Tage er noch zu arbeiten hat. Doch jetzt blickt er nach mehr als 37 Jahren auch mit Wehmut auf seinen letzten Tag bei der Firma Hüttenhölscher Maschinenbau. Denn seit dem 1. Januar 1983 half Werner Brodowy tatkräftig mit, dass aus einem Drei-Mann-Betrieb ein erfolgreiches Unternehmen mit 200 Mitarbeitern geworden ist.

Anfang der 1980er Jahre trifft die Wirtschaftskrise auch die Firma Gildemeister in Sennestadt (heute DMG Mori AG). Hier arbeitet der 24-Jährige Werner Brodowy im Anschluss an seine Lehre bereits seit zehn Jahren als Maschinenschlosser. „Viele Kollegen wurden entlassen, ich musste in die Kurzarbeit“, erinnert er sich.

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Ich packte freitags und samstags mit an. Das zusätzliche Geld konnte ich gut gebrauchen.

Werner Brodowy

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Zu dieser Zeit lernt Brodowy auf einer Feier den Cousin seiner Frau kennen. Norbert Hüttenhölscher hatte kurz zuvor mit seinen zwei ehemaligen Miele-Kollegen Wilhelm Masjosthusmann und Burkhard Reinke die Hüttenhölscher Maschinenbau GmbH gegründet. „Die Drei hatten mehrere kleine Aufträge und konnten zusätzliche Hilfe gebrauchen, deshalb packte ich freitags und samstags mit an. Das zusätzliche Geld konnte ich gut gebrauchen.”

Im Sommer 1982 wurde der Arbeitsvertrag per Handschlag besiegelt

Im Sommer 1982 fragten die drei Jung-Unternehmer ihn, ob er nicht ganz für sie arbeiten wolle und besiegelten den Arbeitsvertrag per Handschlag. „Als ich am 1. Januar 1983 anfing, hatte ich plötzlich drei Chefs und mit Irene Hüttenhölscher eine Kollegin, die sich um die Buchhaltung kümmerte.“ Bereut hat Werner Brodowy diesen Schritt nicht: „Im Gegensatz zur Serienproduktion musste ich jetzt Sondermaschinen zusammenschrauben, die es so noch nie gab. Ständig standen wir vor neuen Herausforderungen. Das hat viel mehr Spaß gemacht.“

Kunden kamen schon damals aus den unterschiedlichsten Branchen

Die Kunden kamen schon damals aus den unterschiedlichsten Branchen. So gehörten zu Brodowys ersten Maschinen bei Hüttenhölscher Spritzanlagen für die Firmen Martin und Deppe, ein Krawatten-Wender für Biedermann sowie Taschenbücher- und Schallplatten-Abstapelungen für Bertelsmann. Unvergessen bleiben für ihn auch die erste Korpuspresse 1984 für die Firma Nobilia sowie die Türrahmenpressen für die Firma Grum-Schwensen.

Besondere Verbindung zu Paul Craemer aus Herzebrock-Clarholz

Eine ganz besondere Verbindung aber baute Werner Brodowy zum Kunden Paul Craemer aus Herzebrock-Clarholz auf. „Vor 28 Jahren haben wir für Craemer die erste Schweißanlage für Kunststoffpaletten gebaut. Bis heute habe ich zirka 15 Anlagen bei Craemer aufgebaut und diese mit weiterentwickelt“, sagt Brodowy mit Stolz in der Stimme.

Den Schraubenzieher wird der 63-Jährige auch im Ruhestand nicht an die Seite legen: „Jetzt werde ich mich wieder mehr meinem Hobby, dem Funktionsmodellbau widmen.“ Gleichzeitig freut er sich auf mehr Zeit für sein Enkelkind Wenke sowie längere Fahrradtouren.

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Auf Werner konnten wir uns immer verlassen.

Geschäftsführer Norbert Hüttenhölscher

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Bei Hüttenhölscher wird Werner Brodowy fehlen, schließlich war er das Urgestein des Unternehmens. „Auf Werner konnten wir uns immer verlassen“, sagt Geschäftsführer Norbert Hüttenhölscher, „mit seinem technischen Verstand hat er so einige Maschinen ans Laufen bekommen und weiterentwickelt.“ Wie sehr auch seine Kollegen den manchmal brummigen, aber meist witzigen Stukenbrocker schätzen, zeigt die eigens für ihn organisierte Abschlussfeier mit mehr als 70 Personen. Zunächst ging es mit einem Bus zur Firma Craemer nach Herzebrock-Clarholz. Anschließend feierten die Kollegen „ihren“ Werner im Bokelfenner Krug. Er kündigte an, auch als Rentner mal im Betrieb Vorbeischauen zu wollen.

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