Ein Besuch bei der Ortsmeisterschaft der Verler DLRG
Puppen, Pfiffe und Pokale

Verl(WB). Was für ein Gewusel in der Kleinschwimmhalle. In überfüllten Kabinen ziehen sich Kinder um, am Beckenrand ist kaum Platz und im Wasser toben schon einige Mädchen und Jungen. Und hier soll die Verler Ortsmeisterschaft der DLRG reibungslos ablaufen? Ja, aber selbstverständlich – die Helfer haben alles im Griff.

Sonntag, 01.03.2020, 08:49 Uhr
Die Vereinsmeister: (vorne) Emilia Kleinehelleforth, Linus Köpke, Mark Pähler, Sophie Tschackert, Mia Luisa Krüger, (hinten) Franziska Masmeier, Luisa Heethey, Torben Brakel, Tristan Siggemann, Jette Berenbrinker, Fynn-Anton Siekaup. Nicht im Bild: Patrick Welzel.
Neue Schwimmhalle

Am Rande der Ortsmeisterschaft stellt DLRG-Ortsgruppenvorsitzender Carsten Voßhenrich heraus, warum der Verein mit 579 Mitgliedern den Bau des neuen Hallenbades begrüßt. „Zurzeit können wir keine zusätzlichen Zeiten bekommen und dadurch nicht alle Angebote in nachgefragter Kapazität anbieten.“ Daher gebe es insbesondere bei der Wassergewöhnung und bei den Gruppen mit kleinen Kindern lange Wartelisten. In Zeiten, in denen immer weniger Kinder schwimmen können, sei dies nicht gut. „Mit mehr Bahnen in der neuen Halle können wir mehr Gruppen anbieten“, so Voßhenrich. Dass Wettkämpfe in weniger gedrängten Verhältnissen stattfinden können, sei nur ein positiver Nebeneffekt. Das Hallenbad wird im Zug des Neubaus der Gesamtschule errichtet. Im Jahr 2024 sollen die ersten Schwimmer ins Becken springen können.

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Das ist beeindruckend. Um 15 Uhr treffen sich fast 70 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Kleinschwimmhalle, pünktlich um 18 Uhr findet die Siegerehrung statt. Dazwischen gibt es im Becken viele Rennen in unterschiedlichsten Disziplinen. Die Jüngsten zwischen sieben und neun Jahren müssen 50 Meter Brustschwimmen und dabei ein Hindernis untertauchen, zwei Bahnen Rückenschwimmen und nochmal 50 Meter im Freistil zurücklegen – ältere Schwimmer durchpflügen das Wasser mit Flossen oder üben das Retten eines Menschen mit einer Puppe.

Jeder Aktive gibt sein Bestes. Aber hier zählen nicht nur Ergebnisse, hier geht’s auch um das Gemeinschaftsgefühl. Die Verler Ortsgruppe der DLRG präsentiert sich als große Familie. Dafür sorgen die vielen Betreuer, teilweise selbst noch jung. Sie motivieren, geben letzte Tipps, die Mädels binden langhaarigen Mädchen noch schnell einen Zopf, „weil Papa das nicht kann“ oder helfen beim Überstreifen der Badekappen. Und natürlich trösten sie bei kleineren Wehwehchen.

Carsten Voßhenrich am Mikrofon

Dabei würde es nicht verwundern, wenn Aktive oder Besucher genervt wären. Aufgrund des klaren weiblichen Überschusses herrscht insbesondere in der Mädchenkabine leichtes Chaos. Die großen Taschen mit Flossen, Handtüchern und Föns stehen im Weg, vor den Duschen bilden sich Schlangen. In der Halle ist die Sitzbank voll besetzt, Eltern und Kinder hocken auf dem Boden, Dosen mit geschnittenen Äpfeln, Butterbroten und Süßkram werden ausgepackt – Schwimmen macht schließlich hungrig.

Trotz des Tohuwabohus finden alle Starts auf den drei Bahnen des genau 16,5 Meter langen Beckens pünktlich statt. Jeder Teilnehmer hat den besonderen „Startbefehl“ im Sinn – ein langer Pfiff, „auf die Plätze“ und mit dem letzten kurzen Pfiff geht’s in Wasser. Zeitnehmer aus den eigenen Reihen schreiben alles auf, die Zettel werden vom technischen Leiter und Chefausbilder Andreas Echterhoff eingesammelt. Auch der Vereinsvorsitzende Carsten Voßhenrich hat seinen Job – er sitzt am Hallenmikrofon und gibt die nächsten Läufe bekannt. Zwischendurch bilden sich größere Pulks in einer Ecke der Halle – es gibt die Zwischenergebnisse nach zwei von drei Durchgängen. Neugierig sind vor allem Mamas und Papas, die die Listen mit ihren Smartphones abfotografieren und erste Analysen anstellen. Nach dem letzten Rennen werden Pokale aufgestellt. Natürlich erhält nicht jeder einen Pokal, aber eine Urkunde ist für alle da, egal ob erster oder 16. Platz. Und natürlich gibt es für jeden neben einer Tafel Schokolade noch wärmenden Applaus in der überhitzten Kleinschwimmhalle.

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