Verl
Stadion-Neubau in Verl eine Option

Verl (ack) - Die im Juli 2016 eröffnete Sportclub-Arena erfüllt nicht die Vorgaben des Deutschen Fußballbunds (DFB) für die dritte Liga. Genau auf dem Sprung dorthin sind derzeit aber die Fußballer des SC Verl. Und deshalb gibt es schon Gespräche mit der Stadt. Fragen und Antworten zum Thema.

Samstag, 15.02.2020, 09:32 Uhr
Verl: Stadion-Neubau in Verl eine Option

Was passiert derzeit?

Bürgermeister Michael Esken bestätigte, dass die Verwaltung schon seit November in Kontakt mit dem Sportclub und dem DFB stehe. „Seitdem finden Standortanalysen statt“, erklärte das Stadtoberhaupt. Mehr zunächst nicht. Das heißt: Stadt und Verein schauen, was wo möglich ist und spielen mehrere Varianten durch. „Wir hoffen, dass eine Idee zielführend ist“, sagt Raimund Bertels, Präsident des SC Verl.

Welche Optionen gibt es?

Raimund Bertels spricht von der Möglichkeit einer Ertüchtigung der Sportclub-Arena. Das kann nur eine Aufstockung der Zuschauerkapazität bedeuten. Parallel prüfen Stadt und Verein, ob es möglich ist, an anderer Stelle im Stadtgebiet eine komplett neue Arena zu errichten. Bertels spricht von einer Multifunktionsarena. Das alles sind zunächst lose Ideen. Weder ist über einen konkreten Standort für einen Stadionneubau gesprochen worden, noch gibt es konkrete Pläne, die Sportclub-Arena auszubauen. „Es werden viele Möglichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes durchgespielt“, schreibt Michael Esken in seiner Facebook-Gruppe. „Es wird wieder viel spekuliert. Vereinsvorstand und Stadt gehen aber die Fragestellungen jedenfalls schon professionell an“, so der Bürgermeister weiter.

Wie viele Zuschauerplätze sind in der dritten Liga nötig?

Gefordert wird laut den Statuten des DFB eine Zuschauerkapazität von mehr als 10.000 Plätzen, davon mindestens 2000 Sitzplätze. Derzeit hat die Arena in Verl 5000 Plätze. Bei Bewerbern aus der Regionalliga – wie beim SC Verl – kann für das erste Spieljahr in der dritten Liga in besonders begründeten Ausnahmefällen eine Sitzplatzkapazität von weniger als 2000, mindestens jedoch 1000 Sitzplätzen, festgelegt werden.

Was wird außerdem gefordert?

Eine Rasenheizung müsste eingebaut werden. Mit Sondergenehmigung kann man auch ein Jahr ohne Heizung spielen. Außerdem wird eine fernsehtaugliche Flutlichtanlage benötigt.

Wie wahrscheinlich ist ein Aufstieg des Sportclubs in die dritte Liga?

Sicher ist – wie so oft im Fußball – nichts. Aber: Nach dem Verzicht des SV Rödinghausen sind die Chancen des Vereins gestiegen. Zwei beziehungsweise fünf Punkte hat die Mannschaft Vorsprung auf RW Oberhausen und RW Essen – und dabei eine Partie weniger absolviert. Es stehen aber noch 17 Spiele aus. Das heißt: Alles ist noch möglich. Verein und Stadt müssen sich dem Thema Stadion aber stellen. Die beiden Konkurrenten um den Aufstieg verfügen über Arenen, in denen dritte Liga gespielt werden könnte.

Hat der SC Verl 2015 zu klein gebaut?

Jein. Als 2014 über den Bau entschieden wurde, war von der dritten Liga keine Rede. Hinzu kam, dass man damals das geplant und genehmigt hat, was zum Beispiel die Lärmschutzverordnung hergab. Danach hat es eine Änderung gegeben, die mehr Lärm zulässt. Während des Pokalspiels gegen Holstein Kiel im vergangenen Jahr hatte die Stadt außerhalb des Stadions Messungen durchgeführt. Das Ergebnis: Alle Werte werden eingehalten. Nur ist die Folge daraus nicht zwangsläufig, dass auch eine höhere Zuschauerkapazität möglich ist.

Ist das Interesse am Verein gestiegen?

Ja. Die Zuschauerzahlen fallen höher aus. 1097 Anhänger sehen im Schnitt die Heimspiele. In der dritten Liga dürften es noch einmal mehr sein. Allein weil Gastvereine wie Braunschweig, 1860 München, Magdeburg oder Rostock viele Fans mitbringen. Hinzukommt, dass nach dem Neubau das eingetreten ist, was die Verantwortlichen seinerzeit geplant hatten: Mehr Sponsoren interessieren sich für den Verein, weil mit dem neuen VIP-Bereich eine Plattform geschaffen wurde, die einerseits das Erlebnis Fußball bietet, andererseits auch Kontakte zu Unternehmern ermöglicht. Es gilt derzeit als schick, Spiele des SC Verl zu besuchen. Und das nicht nur wegen der Erfolge im DFB-Pokal.

Wie geht es jetzt weiter?

Der SC Verl wird eine Lizenz für die dritte Liga beantragen und – falls der sportliche Aufstieg gelingt – wohl in Bielefeld oder Paderborn seine Heimspiele austragen müssen. Das ist aber keine Dauerlösung. Perspektivisch soll in gespielt werden können. An einer Lösung dieses Problems wird gearbeitet.

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