Verl
Kirche dient als Ausweichspielstätte

Verl (matt) - „Unsere 34. Saison wird mit Sicherheit die schwierigste werden.“ Dr. Ares Rolf sagt das mit Blick auf die Fachwerkkonzerte 2020/21. Die Unwägbarkeiten liegen wegen der Corona-Pandemie auf der Hand. „Aber wir sind optimistisch. Und wir sehen uns gleich dreifach in der Verantwortung.“

Sonntag, 12.07.2020, 15:30 Uhr aktualisiert: 12.07.2020, 16:01 Uhr
Verl: Kirche dient als Ausweichspielstätte

Der wichtigste Grund für die Umsetzung der Fachwerk-Konzerte sei natürlich, die Reihe am Leben zu erhalten. „Zweitens sehen wir uns den Künstlern gegenüber in der Verantwortung und im Wort. Drittens natürlich auch unserem Publikum“, erklärte Ares Rolf bei der Vorstellung des Programms. Die Verantwortlichen möchten nach Möglichkeit die Konzerte – wenn es die gesetzlichen Rahmenbedingungen und das eigene Bauchgefühl erlauben – im Heimathaus stattfinden lassen.

„Als Ausweichmöglichkeit steht uns aber die St.-Anna-Kirche mit seinen 70 bis 80 Plätzen zur Verfügung.“ Areas Rolf ist dankbar, eine zweite Spielstätte in der Hinterhand zu haben. Aber, fügt er hinzu, das sei natürlich mit einem Mehraufwand verbunden. Organisatorisch, finanziell, aber auch künstlerisch. Deshalb werden zahlreiche Ensembles ebenfalls zweigleisig planen und unterschiedliche Konzerte einstudieren. „Das ist von den Musikern, die momentan harte Zeiten durchmachen, sehr entgegenkommend“, sagt Ares Rolf bei der Programmvorstellung.

So wird Peter Kreutz mit der schottischen Sopranistin Carine Tinney, Geigerin Julia Parusch und dem Cellisten Max Gundermann nicht wie geplant die Konzertreihe eröffnen, sondern sie am 27. April mit schottischen Volksliedern Beethovens beschließen.

Den Auftakt werden Ulf Schneider und Stefan Imnorde am 7. November mit Werken für Violine und Klavier bestreiten. Drei Wochen später wird das Trio Rosenberg, Hausegger, Watzinger ihr drittes Gastspiel innerhalb von vier Jahren geben. Diesmal mit Brahms im Repertoire. Wer Peter Rosenberg noch nicht kennt, sollte die Gelegenheit nutzen. Er wird mit fast 70 Jahren nun in Verl seinen letzten Auftritt bestreiten. „Ohne Frage eine besondere Ehre für uns“, so Rolf.

Flamenco-Duo als besonderes Bonbon

Ungewöhnliches bekommen die Besucher der Fachwerkkonzerte Anfang nächsten Jahres zu hören. Am 30. Januar werden Annalisa Pappano und Christian Elin mit der Viola da Gamba und Bassklarinette musikalisch drei Jahrhunderte vom Barock über die Renaissance bis zur Moderne erklingen lassen.

Heiter, unterhaltsam, hintergründig wird der kabarettistische Liederabend am 6. März, wenn der ausgebildete Konzerttenor Jens Zumbült in seine Travestie-Kunstfigur Jezebel Ladouce schlüpft. Als Diseuse präsentiert sie mit dem Programm „Jezebel zeigt Profil“ unter anderem Lieder von Kurt Weill und Georg Kreisler.

Ein besonderes Bonbon hat sich der Heimatverein für die Kooperation mit dem Rotary-Club Gütersloh-Verl vorbehalten. Beide Vereine laden zu einem Benefizkonzert ein, bei dem das Flamenco-Duo „Café del Mundo“ – eines der arriviertesten Deutschlands – zum zweiten Mal im Heimathaus auftreten wird. Für Abonnenten kostet der Eintritt 12 Euro, ansonsten 15 Euro. Stabil sind mit 60 Euro die Preise der Dauerkarten für die kommende Saison geblieben. „Wir lassen uns überraschen, wie die Nachfrage sein wird, da die meisten unserer Abonnenten schon zur Risikogruppe zählen“, sagt Rolf.

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