Verl
Handel muss schwere Entscheidung treffen

Verl (ack) - Gibt es doch noch einen verkaufsoffenen Sonntag in diesem Jahr? Die Werbegemeinschaft denkt darüber nach und fragt das Interesse ihrer Mitglieder ab. Klar ist schon jetzt: Einfach ist die Situation nicht.

Freitag, 31.07.2020, 17:24 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 18:16 Uhr
Verl: Handel muss schwere Entscheidung treffen

„Es ist eine schwierige Entscheidung“, sagt Jens Niederschulte. Der Vorsitzende der Werbemeinschaft kennt durch viele Gespräche die Lage der Kaufmannschaft im Ort. Sie leiden unter der Corona-Krise. In einigen Branchen liege der Umsatz um 50 Prozent unter dem des Vorjahres. Und nicht überall lässt sich aufholen, was ab Ende März mit Beginn des ersten Lockdowns weggebrochen ist.
Als Folge der Corona-Pandemie sind in Nordrhein-Westfalen seit März fast die Hälfte der geplanten verkaufsoffenen Sonntage ausgefallen, weil die damit üblicherweise zusammenhängenden Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Auch in Verl wurden die beiden Termine abgesagt. Das Frühlingserwachen und dann das für Mai geplante Stadtfest. „Damit der Einzelhandel die fehlenden Umsätze zumindest zum Teil ausgleichen kann, sollen Kommunen 2020 bis zu vier verkaufsoffene Sonntage pro Geschäft freigeben können, wenn der örtliche Einzelhandel wegen der Corona-Pandemie gefährdet ist“, schreibt die Landesregierung auf ihrer Internetseite. Der stationäre Einzelhandel leide nach wie vor unter schwachen Umsätzen. Auch wenn die Kundenfrequenzen langsam anzögen, lägen sie noch erheblich unter dem Vorjahr. „Die Landesregierung möchte alle Möglichkeiten nutzen, um gerade auch die kleinen und mittleren Handelsunternehmen in unseren Städten zu erhalten und ihnen Hilfestellungen in dieser für uns alle neuen Situation zu geben“, heißt es von der Landesregierung weiter. Ein Mittel dafür sollen verkaufsoffene Sonntage sein, die auch nicht zwingend einen bestimmen Anlass gebunden sein soll.

Rahmenprogramm in abgespeckter Version möglich?

Ein Weg, Menschen nach Verl zu locken, könnte ein verkaufsoffener Sonntag sein. Sechs Termine bringt die Werbegemeinschaft ins Gespräch: Den 6. September, der im Zusammenhang mit dem längst abgesagten Volksfest Verler Leben geplant war, den 25. Oktober (Verler Tod) sowie einen der Adventssonntage.

Das Problem: Ein großes Rahmenprogramm wird es in jedem Fall eher nicht geben. Das gilt auch für den Verler Tod. Der Termin Ende Oktober war mal als Miniversion von Verler Leben geplant. Das ist angesichts des Verbots von Großveranstaltungen durch die Landesregierung vom Tisch.

Die Frage nun: Wie kann man einen Termin attraktiv gestalten, ohne gleichzeitig ein riesiges Rahmenprogramm bieten zu können? Und wie bekommt man Menschen in die Innenstadt? Einerseits genug, damit es sich für die Händler lohnt, andererseits nicht zu viele, damit daraus keine Großveranstaltung wird. Eine einfache Antwort gibt es nicht.

Vorlauf benötigt

„Das Risiko ist zu groß“, sagt Jens Niederschulte zum Beispiel zu einem üppigen Rahmenprogramm beim Herbfest Verler Tod. Die Fallzahlen stiegen im Moment an. Und man benötige einen Vorlauf von zehn bis zwölf Wochen. Das heißt: Eigentlich müsste die Werbemeinschaft demnächst mit der Planung beginnen. Und dann ist da die Sorge, dass aufgrund einer Veranstaltung die Fallzahlen in die Höhe gehen. Als Veranstalter sei man da in der Verantwortung, so der Vorsitzende der Werbegemeinschaft.

Ein Punkt, der ein wenig Hoffnung macht, ist der City-Gutschein. Der Haupt- und Finanzausschuss hatte am Dienstag beschlossen, 100 000 Euro in die Hand zu nehmen, um die Kauflaune der Verler zu stärken. „Sinnvoll wäre es, zumindest einen verkaufsoffenen Sonntag noch in der Zeit stattfinden zu lassen, in der auch der Rabattgutschein der Stadt Verl gilt“, schreibt die Werbegemeinschaft.

Und dann ist da ja auch noch Verdi. Die Gewerkschaft hat regelmäßig gegen die Genehmigung von verkaufsoffenen Sonntagen geklagt. Das könnte auch in Verl passieren, wenn ein Termin angeboten wird, der nicht an ein Fest oder eine andere Veranstaltung gebunden ist. „Angekündigt haben sie schon so etwas in dieser Richtung“, schreibt die Werbegemeinschaft in einer E-Mail an ihre Mitglieder.

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