Verl
Hilfe bei Pflege aus Nachbarschaft

Verl (abb) - „Ich habe selbst Erfahrungen in der häuslichen Pflege und weiß, wie wichtig, aber auch anspruchsvoll diese Arbeit ist.“ Mit diesen Worten hat der stellvertretende Bürgermeister Josef Dresselhaus zum Abschluss eines zweitägigen Kurses den Teilnehmerinnen Zertifikate ausgehändigt. 

Sonntag, 18.10.2020, 16:14 Uhr aktualisiert: 18.10.2020, 17:46 Uhr
Verl: Hilfe bei Pflege aus Nachbarschaft

Diese sind nicht nur für die Wand gedacht. Die Kursteilnehmerinnen können damit eine Entlastung von 125 Euro pro Monat bei der Pflegeversicherung beantragen. In Kooperation mit dem Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz Ostwestfalen-Lippe und der Krankenkasse AOK Nordwest hat die Stadt Verl einen Nachbarschaftshilfe-Kurs angeboten. 

Die Referentin Verena Lütgens aus Gütersloh sowie Sandra Hasenbein aus dem Fachbereich Soziales der Stadt Verl begrüßten dazu 30 Teilnehmerinnen im Ratssaal – selbstverständlich unter Corona-Bedingungen. Der Kurs richtete sich an Personen – als Spiegelbild der Gesellschaft waren ausschließlich Frauen dabei –, die Menschen aus dem räumlichen oder sozialen Umfeld freiwillig unterstützen wollen oder dies bereits tun. Ausgeschlossen davon sind Angehörige sowie Menschen, die im selben Haushalt wohnen. Die Personen, die Hilfe in Anspruch nehmen wollen, müssen einen Pflegegrad haben. 

Durch die Nachbarschaftshilfe soll die Versorgung von Pflegebedürftigen verbessert werden, damit sie möglichst lang in ihrer eigenen Umgebung verbleiben und ihren Alltag selbstständig und unabhängig bewältigen können. Mit dem 1. Januar 2019 hat der Gesetzgeber in Nordrhein-Westfalen mit der Anerkennungs- und Förderungsverordnung eine Möglichkeit geschaffen, dass nachbarschaftliche Hilfen mit den Pflegekassen abgerechnet werden können. 

Im zweitägigen Kurs ging es um Informationen rund um die Pflege, Verhaltenstipps, aber auch um praktische Hilfen. Die Erste Hilfe im Notfall wurde aufgefrischt, Mobilisierungshilfen aufgezeigt und auch Fragen zum Thema Recht und Versicherung wurden angesprochen. Sandra Hasenbein bedankte sich für den fruchtbaren Austausch und für das konzentrierte, aber auch lebhafte Mitarbeiten. 

Auch Barbara Menne, Leiterin des Fachbereichs Soziales der Stadt Verl, zeigte sich beeindruckt. „Es ist nicht bezahlbar, was Menschen in der Pflege leisten. Wir können alle froh und stolz sein, dass es Sie gibt.“ Das Zertifikat sei nicht nur dekorativ für die Wand, sondern man habe echten Nutzen daraus. 

Auch das Feedback der teilnehmenden Frauen aus dem Kreis Gütersloh und Bielefeld war durchweg positiv. Die Ausführungen von Verena Lütgens seien sehr umfangreich, informativ und auch kurzweilig gewesen. Und auch untereinander habe es einen regen Austausch gegeben. Man nehme viele Erfahrungen mit nach Hause, könne diese anwenden und weitergeben. Nicht zuletzt lobten die Teilnehmerinnen die Organisation durch die Stadt Verl, die gerade in Corona-Zeiten nicht leicht sei.

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