Verl
Wollige Kleckse sollen Stadt verschönern

Verl (abb) - Marina Suliks und Jeanette Fröhleke planen einen Angriff auf Verl und suchen für den Überfall Verstärkung. Aber keine Sorge: Die beiden Verlerinnen wollen ihre Heimat nur schöner machen und ein buntes Straßenbild kreieren. Dazu benötigen die beiden Frauen nun Wolle oder bestenfalls fertig gestrickte Schals.

Sonntag, 22.11.2020, 15:44 Uhr aktualisiert: 22.11.2020, 16:01 Uhr
Verl: Wollige Kleckse sollen Stadt verschönern

„Am besten bezeichnen lässt sich unsere Aktion als gestricktes Graffiti“, sagt Marina Suliks, die das Strick- und Häkelwarengeschäft „Wollefühlstoffe“ führt. Irgendwann im kommendem Frühjahr sollen Straßenlaternen, Pömpel und auch Bäume mit Schals eingewickelt werden. Den genauen Termin der buchstäblichen Nacht- und Nebelaktion wollen Marina Suliks und Jeannette Fröhleke nicht nennen. „Es soll ja eine Überraschung werden“, sagt Fröhleke, die eine ähnliche Aktion vor einigen Jahren während der „Woche der kleinen Künste“ auf dem Gütersloher Dreiecksplatz gesehen hat. „Das hat mir richtig gut gefallen, und deshalb planen wir so etwas nun auch für Verl.“ Aktuell ist diese Art der Kunst entlang der Hauptstraße in Bielefeld-Brackwede zu sehen. 

Schals für Äste und Pömpel

Den „gestrickt“ eingefädelten „Guerilla-Angriff“ wollen Suliks und Fröhleke nicht als politisches Statement verstanden wissen. „Verl ist schon schön, und wir wollen es noch schöner machen“, sagt Marina Suliks, die auch den Sinn für eine große Strickgemeinschaft fördern möchte. Denn alle Verler Handarbeitsfreundinnen- und Freunde sind aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen. Benötigt werden Wollreste und bestenfalls ganze Schals mit einer Breite von 40 Zentimetern und einer Länge von 30 Zentimetern. „Die lassen sich dann gut um Pömpel oder Äste wickeln“, verrät Jeanette Fröhleke, die davon träumt, ihre Heimatstadt in ein temporäres Kunstwerk zu verwandeln. 

Der Vorteil des Urban Knitting, so wird die Aktion auch genannt, sei, dass keinerlei Spuren oder gar Schäden entstünden, wenn man die Wollstoffe wieder entferne. Jeanette Fröhleke: „Wir werden die Schals nach einer gewissen Zeit selbstverständlich wieder einsammeln.“ 

Spaß am Stricken fördern

Ursprünglich hatten Marina Suliks und Jeanette Fröhleke geplant, gemeinsame Strickrunden zu veranstalten, um noch mehr Spaß an der boomenden Handarbeit zu haben. „Aber das geht ja aufgrund der Pandemie nicht“, sagt Suliks lächelnd. Sie ruft stattdessen dazu auf, alleine zu stricken und die Ergebnisse in ihrem Laden an der Wilhelmstraße 11 abzugeben. Auch Interessenten, die bei der nächtlichen Guerilla-Aktion im Frühjahr 2021 helfen wollen, können sich melden.

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