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Politik hält an Stellplätzen fest

Verl (rast) - Verwaltung und Politik halten an der Wohnmobilstellplätzen in Kaunitz fest. Anwohner des Parkplatzes der Ostwestfalenhalle hatten gefordert, die dortigen Stellplätze wieder zu entfernen und an eine andere Stelle zu verlegen (diese Zeitung berichtete). Im Verkehrsausschuss am Mittwochabend entschied sich die Politik einstimmig gegen den Antrag und brachte die Planung weiterer Stellmöglichkeiten auf den Weg.

Donnerstag, 26.11.2020, 17:09 Uhr aktualisiert: 26.11.2020, 17:31 Uhr
Verl: Politik hält an Stellplätzen fest

Die Verwaltung hält das Verlegen der Plätze in Kaunitz für unmöglich. „Den Platz dort wieder abzuschaffen, wird es definitiv nicht geben“, hatte Bürgermeister Michael Esken (CDU) während der Diskussion die Marschrichtung noch einmal deutlich gemacht. Das Stadtoberhaupt habe den Nachbarn jedoch auch vorgeschlagen, sich mit der Problematik in Form eines Antrags an den Rat zu wenden. Stattdessen sollen nun die Kosten für den Bau einer Sicht- oder Lärmschutzwand ermittelt werden. Im Gespräch mit dieser Zeitung hatten die Anwohner erklärt, dass sie eine Lärmschutzwand ablehnen. Außerdem soll geprüft werden, ob sich der Parkplatz am Freibad als Standort für weitere Plätze eignet und wie hoch die Kosten für die Errichtung wären.

Sanierung und Erweiterung in einem Abwasch

Das Parkplatzareal am Freibad soll nach der Badesaison im kommenden Jahr ohnehin saniert werden. Außerdem soll die Fläche zum benachbarten Biomasseheizwerk erweitert werden. Das Anlegen neuer Wohnmobilplätze könnte also in einem Rutsch mit erledigt werden. Der Bau des Parkplatzes ist die letzte Phase bei der Überarbeitung des Freibads. Derzeit wird das Pflaster rund um die Becken erneuert.

Auch die Kosten für den Anschluss der Wohnmobilplätze an das Abwassernetz soll die Verwaltung zusammentragen. Das war ein Kritikpunkt der Anwohner. Immer wieder sei es vorgekommen, dass die Nutzer der Stellplätze ihr Abwasser in einen angrenzenden Bach kippten. Zwar gibt es eine Entsorgungsstation direkt an der Ostwestfalenhalle, die die Wohnmobilisten nach Absprache mit den Hallenwarten nutzen können, allerdings sind die Hausmeister nicht rund um die Uhr vor Ort. In diesem Fall müssten sich die Nutzer der Wohnmobilplätze telefonisch bei den Hallenwarten melden. Laut der Anwohner sei das ein umständlicher Vorgang, der nicht oft vorgekommen sei. Die Antragssteller hatten sich zudem beschwert, dass es immer wieder zu Ruhestörungen komme und die Stellplätze als Campingplatz genutzt würden.

Zu der von den Nachbarn kritisch gesehenen Lärmschutzwand sagt der Technische Beigeordnete Thorsten Herbst: „Wir reden hier ja nicht über eine Betonwand.“ Und weiter: „Man muss schauen, was eine sinnvolle Lösung ist.“ Es gehe nicht darum, die Leute einzuhausen. Entschieden sei im Moment noch nichts. Thorsten Herbst: „Wir sind ja noch in einem Lernprozess.“

Erste Beschwerden im August 2019

Vor genau drei Jahren, am 27. November 2017, ist im Straßen-, Wege- und Verkehrsausschuss die Anlage von Wohnmobilstellplätzen an der Ostwestfalenhalle beschlossen worden. Dabei sollte als erste Maßnahme beziehungsweise als Versuch an der Ostwestfalenhalle eine Stellplatzanlage mit vier Plätzen eingerichtet werden mit der Option, diese auf acht Plätze zu erweitern. Der Standort wurde damals unter anderem auch deshalb gewählt, damit die Ostwestfalenhalle die Flächen auch bei Veranstaltungen nutzen kann.

Nachdem die Anlage Anfang 2019 in Betrieb genommen wurde, gab es im August eine Beschwerde über die Nutzung der Anlage. Diese bezog sich darauf, dass die Stellplätze permanent belegt seien und dort bis zu acht Wohnmobile gleichzeitig stünden. Man fühle sich durch die Nähe der Wohnmobile in der Privatsphäre gestört, hieß es. Zu dem Zeitpunkt wurden keine Lärmbelästigungen oder andere Störungen bemängelt. Zahlreiche Kontrollen durch das Ordnungsamt, den Ordnungsdienst und die Hallenwarte ergaben, dass die Nutzer sich ruhig und unauffällig verhielten.

Am 2. April dieses Jahres wurde erneut die Nähe des Stellplatzes zur Wohnbebauung und ein schlechtes Verhalten einzelner Wohnmobilisten bemängelt. Weitere Kontrollen wurden durchgeführt und der Platz wurde im Rahmen der Corona-Maßnahmen gesperrt.

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