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Es glitzert und funkelt in Kaunitz

Kaunitz (rast) - Ein Leben ohne einen Mops ist möglich, aber sinnlos. Im übertragenen Sinn gilt der Spruch von Loriot auch für Beate und Marco Lange. In der Weihnachtszeit muss es für die beiden einfach heimelig leuchten, glitzern und funkeln.

Samstag, 28.11.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 28.11.2020, 09:16 Uhr

Deshalb taucht die Familie ihr Haus an der Mühlenstraße in Kaunitz in einen schmucken Lichterglanz und sammelt damit auch noch Geld für die Aktion Lichtblicke. Am erste Advent um 17 Uhr ist Anleuchten. „Es ist eine schöne Tradition geworden, dass mit Verwandten, Freunden und den Nachbarn gefeiert wird“, sagt Marco Lange. In diesem Jahr macht aber das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung. Egal, geschmückt werden das Haus und der Garten trotzdem. Sehr zur Freude der Fangemeinde, die sich inzwischen entwickelt hat. Wer in der Dunkelheit über die Bergstraße oder auch die Holter Landstraße fährt, kann die kleine Lichtinsel bereits von weitem sehen.

Beleuchtetes Haus hat sich herumgesprochen

„Irgendwie hat mich das schon als Kind fasziniert“, erzählt der 38-Jährige. Im Haus seiner Eltern hat er immer das Fenster seines Zimmers weihnachtlich beleuchtet. „Und inzwischen hat er mich auch damit angesteckt“, erzählt Beate Lange fröhlich lachend. 2017 hat das Ehepaar schließlich die Idee umgesetzt, das Haus zu beleuchten. Und damit kamen auch die ersten Gäste, um die Pracht aus der Nähe zu bewundern. 2018 schlugen Bekannte dann vor, doch eine Spendenbox aufzustellen, um so einen Beitrag zu den erhöhten Stromkosten zu erhalten. „Wir wollen doch nicht, dass uns andere Leute unser Hobby finanzieren“, sagt Beate Lange.

Aber grundsätzlich war die Idee mit der Spendenbox gut. Wenn sich die Besucher schon an dem Lichterglanz erfreuen, dann könnten sie eigentlich auch etwas spenden. 2018 kamen 80 Euro zusammen. Das Ehepaar stockte die Summe auf 100 Euro auf. Ganz offensichtlich hatte sich das beleuchtete Haus herumgesprochen. „Die Leute kommen gezielt, machen zwei, drei Fotos und fahren wieder“, erzählt Marco Lange. Manche gingen auch einmal um das Grundstück herum, um das Haus von allen Seiten zu betrachten.

2019 wurden auch zwei Tage der offenen Tür an der Mühlenstraße veranstaltet. Im vergangenen Jahr fanden so 380 Euro den Weg in die rote Spendenbox am Zaun des Grundstücks. 400 Euro überreichte die Familie an die Aktion Lichtblicke. „Vielleicht richten wir in diesem Jahr noch ein Paypal-Konto ein. Dann ist es einfacher für die Leute“, so Beate Lange.

Lichterglanz erhöht Stromkosten um 40 Euro

Am 1. November haben Marco und Beate Lange damit begonnen, ihr Haus festlich zu schmücken. „Wir schaffen das“, ist sich der 38-Jährige sicher, dass zum ersten Advent alles leuchtet. Schließlich unterstützt ihn nicht nur seine Frau Beate tatkräftig, auch die Kinder Lara (7) und Tim (4) helfen fleißig mit. „Mit Papa zu schrauben und zu bohren, ist für Tim das Größte“, erzählt Beate Lange. Schließlich wird nicht alles von der Stange gekauft. Viele Dinge, wie die großen Geschenkpakete oder die Sternschnuppe im Vorgarten sind selbst gemacht. „Wir lassen uns immer etwas Neues einfallen“, so die 37-Jährige. Zum Beispiel die Eislandschaft mit Pinguin und Rentier. „Das alles ist einfach unsers“, sagt Marco Lange. Es gibt ihm ein gutes Gefühl, wenn er abends von der Schicht nach Hause kommt und das beleuchtete Haus sieht. Einfach einen kurzen Moment innehalten und genießen.

2018 waren es 10 252 LEDs, die an der Mühlenstraße zum Einsatz kamen. Ein Jahr später war die Zahl bereits auf 14 848 gestiegen. „20 000 LEDs waren dieses Jahr unser Ziel“, sagt Beate Lange. „Geschafft“, lautet das Fazit. Und was kostet das an Strom? „Gut 40 Euro mehr waren es im vergangenen Jahr“, sagt Marco Lange. An 45 Tagen sei die Beleuchtung eingeschaltet gewesen. Die LEDs machen den Unterhalt bezahlbar. Das es auch anders geht, hat Marco Bentlage in Whats-App-Gruppen für Fans von Weihnachtsbeleuchtung erfahren. In Solingen zum Beispiel bezahle jemand gut 1000 Euro zur normalen Stromrechnung für sein Hobby. „Aber der mag auch das LED-Licht nicht und verwendet normale Glühlampen“, erklärt Marco Lange.

Das Haus von Familie Lange an der Mühlenstraße ist morgens und abends beleuchtet. Nähere Infos gibt es auf Instagram unter kaunitzer_weihnachtshaus und auf Facebook unter Kaunitzer-Weihnachtshaus.

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