Verl
„Wir planen mit angezogener Handbremse“

Verl (rast) - Verkaufsoffene Sonntage oder auch „Mittwochs in Verl“ - im vergangenen Jahr machte die Corona-Pandemie der Verler Werbegemeinschaft einen dicken Strich durch die beliebten Veranstaltungen. In diesem Jahr nehmen die Organisatoren vorsichtig einen neuen Anlauf.

Dienstag, 12.01.2021, 19:00 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 19:16 Uhr
Im Sommer 2019 war bei „Mittwochs in Verl“ noch die Band Fools Garden in der Ölbachstadt zu Gast. Wenn die Veranstaltung dieses Jahr stattfinden sollte, will die Werbegemeinschaft aber eher auf heimische Künstler zurückgreifen.
Im Sommer 2019 war bei „Mittwochs in Verl“ noch die Band Fools Garden in der Ölbachstadt zu Gast. Wenn die Veranstaltung dieses Jahr stattfinden sollte, will die Werbegemeinschaft aber eher auf heimische Künstler zurückgreifen.

„Wir planen erst einmal mit angezogener Handbremse. Alle wissen, wie es aussieht. Und es ist noch sehr vage“, sagt der Vorsitzende Jens Niederschulte. Zwar sähen die Corona-Zahlen im Moment nicht besonders vielversprechend auch. Aber man wisse ja nie. Und für den Fall, dass sich die Lage entspanne, wolle die Werbegemeinschaft nicht völlig unvorbereitet dastehen.

Gemeinschaft will auf regionale Künstler setzen

Auf der Internetseite der Werbegemeinschaft sind bereits die Termine für Mittwochs in Verl eingetragen. Und zwar der 14. und 28. Juli sowie der 11. August. Mit den Künstlern, die 2020 auftreten sollten. Das wären das Kristin-Shey-Trio, Mungo Jerry, die Burning Guitars und die Gütersloher Band Eject gewesen. Prinzipiell würden die auch in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Aber zumindest der Auftritt von Mungo Jerry ist fraglich. „Niemand kann in die Glaskugel schauen und wissen, unter welchen Auflagen Veranstaltungen stattfinden dürfen. Und wenn zum Beispiel nur 150 Leute auf die Volksbankwiese dürfen, dann ergibt das überhaupt keinen Sinn, jemanden wie Mungo Jerry zu buchen“, erklärt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft.

Wenn etwas stattfinde, dann werde eher mit regionalen Künstlern geplant. Jens Niederschulte: „Da wollen wir lieber einer Anna-Maria Zimmermann oder einer Kathrin Horstkötter eine Chance geben.“

Verkaufsoffene Sonntage sind an Veranstaltungen gebunden

Und was passiert mit den verkaufsoffenen Sonntagen? Das große Problem ist dabei laut Jens Niederschulte, dass die Sonntage an Veranstaltungen gebunden sind. Und die bräuchten einen vernünftigen Vorlauf, um organisiert zu werden. Der erste Sonntag würde zum Frühlingserwachen am letzten Sonntag im März stattfinden. „Ich gehe mit ziemlicher Sicherheit davon aus, dass der nicht stattfinden wird“, so Niederschulte.

Eine andere Sache sei der Sonntag am dritten Maiwochenende. Über das Weinfest könne man nachdenken und in die Vorplanung gehen. „Wenn die Sonne höher kommt und das Impfen klappt, denke ich, dass sich die Lage etwas entspannen wird. Sobald sich das abzeichnet, können wir in die konkrete Vorbereitung gehen. Dafür reichen acht Wochen“, erklärt Jens Niederschulte.

Lieferservice wird weniger genutzt als im Frühjahr

Die Stadt versucht, die Verler Gewerbetreibende während der Corona-Krise nach Kräften zu unterstützen. Wie bereits beim ersten Lockdown im Frühjahr wurde ab dem 21. Dezember auch jetzt wieder ein Lieferservice angeboten. Das Angebot endete am 8. Januar. Der Kunde bestellt die Ware im Geschäft, zahlt zum Beispiel per Paypal, und das Busunternehmen Apelmeier liefert am gleichen Tag zwischen 16 und 18 Uhr.

Doch wurde der Lieferservice tatsächlich so gut angenommen? „Was ich gehört habe, haben viele Geschäfte das inzwischen selbst organisiert“, sagt Jens Niederschulte. So wie er selbst auch. Allerdings nutzten das bei ihm nur fünf Kunden. Die Aussage sei aber nicht allgemeingültig. Dazu treffe er momentan zu wenige Leute. Aus diesem Grund verweist der Einzelhandels-Chef an Sandra Claes, die bei der Stadt Verl für die Wirtschaftsförderung zuständig ist.

Dienst bis 31. Januar verlängert

Auch Sandra Claes erklärt, dass der Lieferservice geringfügig geringer genutzt wurde als beim Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres. Seinerzeit sei das Angebot von sechs bis sieben Einzelhändlern regelmäßig in Anspruch genommen worden. „Eigentlich hatte ich gedacht, dass der Lieferdienst vor Weihnachten mehr genutzt wird“, sagt Sandra Claes. Sie geht davon aus, dass die Händler aktuell besser auf die Einschränkungen eingestellt seien als noch vor einem knappen Jahr. Und sie vermutet, dass auch die Kunden besser mit der Situation umgehen würden.

Trotz der geringeren Resonanz wird der Lieferdienst bis Ende des Monats verlängert. Für die Lieferungen ist weiterhin die Firma Apelmeier zuständig. Interessierte Betriebe mit Sitz in Verl oder einem der Ortsteile können wochentags bis 14 Uhr bei Apelmeier unter 05246/3598 ihre Bestellungen anmelden, die dann am selben Tag an die Kunden im Stadtgebiet ausgeliefert werden. Alle Kosten für den Lieferdienst übernimmt die Stadt. Die Kunden zahlen lediglich ihre Waren. Auch für die Betriebe entstehen keine zusätzlichen Kosten.

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