Bei Ferdinand Hollenhorst in Verl klingelt oft das Telefon - Aufklärung über Schutz vor dem Coronavirus
Apotheker bestellt 15.000 FFP2-Masken

Verl (abb) - Jeden Tag kommen Kunden in die Bärenapotheke an der Gütersloher Straße und erkundigen sich über die FFP2-Masken, die derzeit gegen einen geringen Unkostenbeitrag von zwei Euro an berechtigte Personen verteilt werden. Auch das Telefon steht laut Ferdinand Hollenhorst nicht still.

Donnerstag, 14.01.2021, 18:00 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 04:15 Uhr
Gegen Vorlage eines Gutscheins werden auch in der Bärenapotheke in Verl FFP2-Masken an berechtigte Personen verteilt. Der Apotheker Ferdinand Hollenhorst weist darauf hin, dass die Gutscheine von den Krankenkassen verschickt werden.
Gegen Vorlage eines Gutscheins werden auch in der Bärenapotheke in Verl FFP2-Masken an berechtigte Personen verteilt. Der Apotheker Ferdinand Hollenhorst weist darauf hin, dass die Gutscheine von den Krankenkassen verschickt werden.

„Pro Tag sind es zwischen 15 und 20 Anrufe“, so der Apotheker, der im Gespräch mit dieser Zeitung ein Stück Aufklärung betreiben möchte. In der ersten Phase der Maskenverteilung wurden bis zum 6. Januar jeweils drei FFP2-Masken an Personen ab 60 Jahren in den Apotheken verteilt. „Das war eine ziemliche Herausforderung“, erinnert sich Ferdinand Hollenhorst an hektische Tage im Dezember. Diese Verteilaktion sei zwar schon seit Ende November im Gespräch gewesen, beschlossen worden sei sie allerdings erst am 9. Dezember.

Ansprechpartner ist Krankenkasse

„Wir Apotheker mussten die Masken alle selbst besorgen, und das Verteilen sollte schon am 15. Dezember beginnen“, sagt Hollenhorst, der die Hilfe des Einwohnermeldeamts in Verl in Anspruch nahm. In Verl gibt es rund 6400 Bürger, die 60 Jahre oder älter sind. „Wir haben dann etwas gerechnet und überschlagen und letztlich 15.000 Masken geordert“, sagt der Apotheker. Diese würden in mehreren Staffelungen geliefert und seien auch für die Verteilaktionen gedacht, die derzeit liefen. Darüber möchte Ferdinand Hollenhorst explizit informieren.

„Ganz wichtig ist, dass man die FFP2-Masken bei uns nur abholen kann, wenn man einen Gutschein vorweisen kann“, erklärt der Apotheker. Dieser sei fälschungssicher und werde von der Krankenkasse versendet. „Bei Fragen zum Gutschein und ob man selbst berechtigt ist, ist immer die Krankenkasse der Ansprechpartner.“ Die Gutscheine werden in verschiedenen Phasen verschickt. Bis zum 15. April können die Masken in den Apotheken abgeholt werden. Legen Kunden einen Gutschein vor, bekommen sie gegen einen Eigenanteil von zwei Euro insgesamt sechs Schutzmasken pro Person.

Anspruch auf die Schutzmasken haben Bürger ab dem 60. Lebensjahr oder Menschen, die unter chronischen Erkrankungen leiden. Das können laut Hollenhorst zum Beispiel Lungenerkrankungen, Asthma oder eine chronische Herz- oder Nierenschwäche sein. Auch Demenz, ein Schlaganfall oder Diabetes fallen unter diesen Anspruch. Genau wie eine fortschreitende Krebserkrankung, eine bevorstehende Therapie, die die Immunabwehr beeinträchtigen kann, eine stattgefundene Organ- oder Stammzellentransplantation sowie Trisomie 21. Und auch Frauen mit einer Risikoschwangerschaft haben Anspruch auf die FFP2-Masken und können sie sich gegen Vorlage des Gutscheines abholen.

Kaufverhalten ändert sich

„Die Gutscheine werden nicht alle zusammen versendet“, sagt Hollenhorst, der zur Geduld mahnt. Die Organisation sei sonst nicht zu bewerkstelligen. Mehr als 500 Millionen Masken seien in ganz Deutschland bestellt worden.

Die FFP2-Masken werden aus Fernost, meist aus China geliefert. „Dort gab es schon vorher Kapazitäten, die man nur ausweiten musste“, verweist Ferdinand Hollenhorst auf das Know-how der Asiaten, die auch vor der Corona-Pandemie schon oft Schutzmasken getragen hätten.

Das Kaufverhalten der Kunden habe sich während der Corona-Zeit durchaus verändert, sagt Ferdinand Hollenhorst. „Gerade wenn ein akuter Lockdown droht, legen sich die Leute einen Vorrat an Schmerz- oder Fiebermitteln zu“, beobachtet der Apotheker. Auf der anderen Seite würden Körperpflegeprodukte weniger verkauft. „Im Homeoffice und unter der Maske schminken sich die Frauen anscheinend nicht mehr so oft“, vermutet der Inhaber der Bärenapotheke und lächelt.

Sehr auffällig sei, dass die Medikamentenausgabe für Magen- und Darm- oder Erkältungskrankheiten deutlich zurückgegangen sei. „Das Tragen der Masken, die Nutzung von Desinfektionsmitteln und die Abstandsregeln tragen Früchte“, so Ferdinand Hollenhorst. Er erhofft sich für die Zeit nach der Pandemie eine Sensibilisierung und die weitere Umsetzung gewisser Hygieneregeln.

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