Mo., 14.01.2019

Chirurg: Transplantierte sollten in spezialisierte Kliniken Patient nach Transplantation nicht richtig betreut: Arzt fordert bessere Reha

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Versmold (WB/ca). Das Schicksal des Versmolders, der nach einer Nierentransplantation in einer Rehaklinik nicht richtig betreut worden war , ist nach Ansicht eines Experten kein Einzelfall.

Prof. Richard Viebahn Foto: Andreas Beyna, Uni Bochum

Prof. Richard Viebahn ist Direktor der Chirurgie an der Uniklinik Bochum. Mit jährlich 60 Nierentransplantationen und bis zu 30 kombinierten Nieren-Bauchspeicheldrüsen-Transplantationen ist sie europaweit führend.

Viebahn: »Ich versuche seit Jahren, bei Krankenkassen und Rentenversicherungen zu erreichen, dass unsere Transplantierten in bestimmte Kliniken kommen.« Eine Rehaklinik in Mecklenburg-Vorpommern und eine in Bayern seien spezialisiert, Nierentransplantierte auf ihr Leben mit dem neuen Organ einzustellen. »Man muss sensibel werden für Signale seines Körpers und sie bewerten können.« Sein Vorstoß bei den Kassen sei aber bisher ins Leere gelaufen, sagt der Chirurg.

Medikamentenspiegel nicht richtig kontrolliert

Der Versmolder, der in Bochum transplantiert worden war, hatte bei der Rentenversicherung beantragt, in eine der beiden Kliniken zu kommen. »Stattdessen haben sie mich nach Bad Salzuflen geschickt«, sagt der 57-Jährige. Wie berichtet, war nach Ansicht des Oberlandesgerichts Hamm in der Rehaklinik der Medikamentenspiegel des Patienten nicht richtig kontrolliert worden. Der Körper stieß die Bauchspeicheldrüse ab, die neue Niere wurde schwer geschädigt.

Jetzt muss der Frührentner wieder zur Dialyse. Prof. Viebahn: »Eigentlich müsste eine optimale Reha im Interesse der Kassen sein, damit es möglichst nicht zu solchen Folgen kommt.«

Eine Sprecherin des NRW-Herz- und Diabeteszentrum sagte, Herztransplantierten werde die Gollwitzer-Meier-Klinik in Bad Oeynhausen zur Reha empfohlen. »Dann ist im Ernstfall der Weg zu uns auch nicht so weit.«

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