Do., 28.03.2019

Einigung bei Stellenabbau – Versmolder Logistiker verkauft 34 Immobilien Nagel treibt Umbau voran

Die Zentralverwaltung der Firmengruppe Nagel.

Die Zentralverwaltung der Firmengruppe Nagel. Foto: Imago

Von Oliver Horst

In der Versmolder Zentrale mit 550 Mitarbeitern wird es zu 30 betriebsbedingten Kündigungen kommen. Das sagte am vergangenen Mittwoch Betriebsratschef Ulrich Harbert. Die Zahl der wegfallenden Stellen am Stammsitz soll durch Eigenkündigungen und Einstellungsstopp bei insgesamt 40 liegen. Die anderen 60 Stellen fallen an weiteren der insgesamt 130 Standorten weg.

Stellenabbau verhindert Doppelstrukturen

Harbert zufolge wurde für den Stellenabbau in der Versmolder Verwaltung ein Interessenausgleich und Sozialplan ausgehandelt. Unter Berücksichtigung von Zusatzzahlungen pro Kind oder Prämien für Beschäftigte, die vor Ablauf ihrer bis zu siebenmonatigen Kündigungsfrist ausscheiden, belaufe sich die Abfindung auf etwa ein Monatsgehalt pro Jahr Betriebszugehörigkeit. Insgesamt geht es um eine Millionensumme. Durch den Stellenabbau sollen teilweise Doppelstrukturen zurückgefahren werden.

Harbert spricht von einer »vernünftigen Lösung«. Es sei der erste Sozialplan mit Abfindungen in der Geschichte des 1935 gegründeten Unternehmens in Familienhand – »und hoffentlich auch der letzte«. Wichtig sei, die Neuausrichtung im Sinne der verbleibenden Mitarbeiter durchzuführen.

Nachhaltiges Wachstum ist das Ziel

Kapital für Investitionen in die Digitalisierung und mehr Automatisierung in den Lagern beschafft sich das Unternehmen durch den Verkauf von 34 Logistikimmobilien an zwei Investmentfonds. Die Standorte in Versmold, Borgholzhausen und Halle sind nicht betroffen. Die Immobilien werden von Nagel langfristig angemietet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Er dürfte sich aber im dreistelligen Millionenbereich bewegen.

Betroffen sind 26 deutsche und acht dänische Standorte mit einer Gesamtfläche von 260.000 Quadratmetern, vor allem für Frischelogistik. Nagel wolle sich auf seine »logistischen Kernkompetenzen fokussieren«. Taucke wolle nachhaltiges Wachstum erreichen und die Gruppe mit einem Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro auf die Zukunft ausrichten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6501781?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516082%2F