Sa., 11.05.2019

Patrick H. (31) trat in RTL-Show auf und schaffte es sogar ins Recall Mord an Versmolderin: Mutmaßlicher Schütze war DSDS-Kandidat

Polizisten und Passanten stehen vor einem Haus in der Innenstadt von Neuss. Nach Schüssen ist eine 27-jährige Frau gestorben. Der mutmaßliche Täter, ein 31-Jähriger, wurde lebensgefährlich verletzt in eine Klinik gebracht, nachdem er von einem Zug erfasst wurde.

Polizisten und Passanten stehen vor einem Haus in der Innenstadt von Neuss. Nach Schüssen ist eine 27-jährige Frau gestorben. Der mutmaßliche Täter, ein 31-Jähriger, wurde lebensgefährlich verletzt in eine Klinik gebracht, nachdem er von einem Zug erfasst wurde. Foto: Blaulicht Aktuell Solingen/TeleNewsNetwork/dpa

Von Florian Weyand

Versmold/Neuss (WB). Der Mann, der Ende April in Neuss eine 27 Jahre alte Frau aus Versmold erschossen haben soll, war laut einem Bericht der Bild-Zeitung im Jahr 2008 Kandidat der RTL-Sendung »Deutschland sucht den Superstar«.

Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um den 31-jährigen Patrick H. aus Meerbusch handeln. Er soll seine Ex-Freundin Ende April mit einer Pistole erschossen haben. Das Opfer konnte sich noch in einen Blumenladen flüchten, erlag dort aber den schweren Schussverletzungen. Vier Schüsse soll der Mann auf die Versmolderin abgefeuert haben. Offiziell bestätigt ist das aber noch nicht.

Opfer erwirkte vor den Schüssen ein Kontaktverbot

Vor den Schüssen habe die 27-Jährige ein Kontaktverbot gegen Patrick H. erwirkt. Die Versmolderin habe sich von ihrem Ex-Freund bedroht gefühlt. Das hatte die Polizei bereits im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT bestätigt.

Der 31-Jährige arbeitete als junger Mann wohl an einer Musikkarriere, spielte in einer Band. Mit 20 Jahren soll er in der DSDS-Sendung aufgetreten sein und es auch in das Recall geschafft haben. Die Show habe er dann freiwillig verlassen.

»Was da ablief, ist einfach nicht mein Ding. Erst wurde mir versichert, dass ich weiterhin meine eigenen Songs singen darf, dann wollte die Jury plötzlich nur noch bekannte Popsongs von mir hören. Außerdem drehte sich von jetzt auf gleich alles um gestellte Fotos und Publicity. Von Musik war kaum noch die Rede«, sagte er damals der Zeitung Express.

Patrick H. soll in Düsseldorf Jura studiert haben

Zudem habe der mutmaßliche Täter an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf Jura studiert, später soll er als Sprecher für eine Telekommunikationsfirma gearbeitet haben. Laut seinem Profil in den Sozialen Medien habe er sich zudem für den Verein »Meerbusch hilft« engagiert

Derzeit ist Patrick H. in einem Justizkrankenhaus in Fröndenberg, die Polizei hat Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Im Krankenhaus liegt der Mann, weil er einen Selbstmordversuch unternommen haben soll. Dabei sollen ihm von einem Zug beide Beine abgetrennt worden sein.

Verdächtiger schweigt zu den Vorwürfen

Patrick H. ist wohl ansprechbar, schweigt aber zu den Vorwürfen. Eine in der Nähe der Bahnstrecke gefundene Waffe könnte den 31-Jährigen möglicherweise überführen. Die Untersuchung der Pistole dauert aber noch an.

Das 27 Jahre alte Opfer ist erst vor wenigen Jahren aus Versmold ins Rheinland gezogen. In ihrer Heimat war die Frau in einem Handballverein und beim CVJM aktiv.

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