Erziehungsberaterin sagt, wie Familien mit der ungewohnten Situation umgehen können
Neue Chancen für das Miteinander

Werther/Halle/Steinhagen (WB). „Vielleicht ist diese Extremsituation, die wir so noch nicht erlebt haben, auch eine Zeit, in der wir uns der Bedeutung, die unsere Familie und Freunde haben, noch einmal in besonderer Weise bewusst werden“, hofft Monika Causemann, Leiterin der Evangelischen Familien- und Erziehungsberatungsstelle (FEB) der Diakonie Halle.

Mittwoch, 08.04.2020, 05:00 Uhr
Gerade jetzt sind Eltern gefordert, sich mehr mit den Belangen der Kinder, der Familie insgesamt, zu beschäftigen. Und vielleicht entdeckt der eine oder die andere eine Begeisterung für Gesellschaftsspiele oder für ein gemeinsames Puzzle wieder. Foto: dpa
Gerade jetzt sind Eltern gefordert, sich mehr mit den Belangen der Kinder, der Familie insgesamt, zu beschäftigen. Und vielleicht entdeckt der eine oder die andere eine Begeisterung für Gesellschaftsspiele oder für ein gemeinsames Puzzle wieder. Foto: dpa

In Zeiten von Corona seien alle sehr betroffen von den Herausforderungen. Aber noch mehr belaste die Situation Familien mit kleineren Kindern durch die Schließung von Schulen und Kindergärten und Betreuungsprobleme. Dazu komme die allgemeine Verunsicherung, was die wirtschaftlichen Auswirkungen angeht.

In der Gemeinschaft können neue Regeln entwickelt werden

Dennoch sieht Monika Causemann durchaus Chancen, aufgrund der auferlegten Einschränkungen neue Tagesstrukturen zu schaffen und ein Mehr an Mitein­ander zu praktizieren. Neben der Unterstützung bei von der Schule geschickten Aufgaben gebe es weitere Möglichkeiten, sich intensiver mit den Belangen der Kinder zu beschäftigen. In der Gemeinschaft können neue Regeln entwickelt werden, eine Beteiligung der Kinder an alltäglichen Aufgaben wie Kochen, Backen oder dem häufig aufgeschobenen Aufräumen ist in ihren Augen sinnvoll.

Der ansonsten eng getaktete Alltag gewinne durch erzwungene Entschleunigung neue Qualität. Nun sind die Eltern gefordert, kreative Angebote mit ihren Kindern zu entwickeln. Vielleicht entdeckt der eine oder die andere eine Begeisterung für Gesellschaftsspiele wie Monopoly, Mensch ärgere Dich nicht oder auch ein einfaches Puzzle wieder und kann dies nun mit den Kindern spielen. Trotz gesperrter Spielplätze biete es sich an, im Wald mal wieder eine Schnitzeljagd zu machen oder auf Schatzsuche zu gehen. „Das Wichtigste, was Eltern ihren Kindern in dieser Zeit geben sollten, ist die Sicherheit der Zusammengehörigkeit und des Zusammenseins“, betont Monika Causemann. Ihr ist durchaus bewusst, wie schwierig das bei eigenen Sorgen und existenziellen Ängsten sein kann.

Die persönlichen Sprechstunden der Erziehungsberatung müssen derzeit entfallen, die Mitarbeiter geben dennoch montags bis donnerstags in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr sowie freitags in der Zeit von 9 bis 12 Uhr gerne Tipps und Hinweise unter der Telefonnummer 0 52 01/1 84 70.

Beim Lesen die Fantasie anregen

Auch die Stiftung Lesen bündelt unter www.stiftunglesen.de/vorlesen-corona ihre Angebote. Laut ihrem Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg F. Maas stellt die Situation alle Menschen vor enorme Herausforderungen: „Mit Geschichten- und Aktionsideen möchten wir Eltern helfen, ihren Kindern Abwechslung zu bieten.“

Mit digitalen Vorlesegeschichten, Buchempfehlungen, (Vor-)Lese-Apps, Bastel- und Aktionsideen oder Unterrichtsmaterial für Lehrkräfte möchte die Stiftung Lesen die Fantasie anregen und das Miteinander stärken.

Zusätzlich gibt es auf diversen Online-Portalen auch für Kinder verständliche Erklärungen über die Verbreitungsweise von Viren und Filmbeispiele, die etwa den Sinn des Händewaschens anschaulich verdeutlichen.

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