Start zum 1. Mai: Ehrenamtliche unterstützen zwei Festangestellte – Vereinsgründung steht bevor
Häger bekommt seinen Dorfladen

Werther-Häger(WB). »Häger hat Schwein gehabt«, das ausgerufene Motto eines mittlerweile über zwanzigköpfigen Aktionsteams muss man wörtlich nehmen. Bereits zum 1. Mai soll es in Häger nun doch einen Dorfladen geben.

Samstag, 20.02.2016, 21:44 Uhr
Sie hat die Idee vom »Dorfladen« nicht los gelassen: Jetzt können (von links) Uwe Gehring, Ulrich Wefing und Wolfgang Lamek verkünden, dass zum 1. Mai wieder Leben einziehen wird in der ehemaligen Bäckerei Nitzschke. Eine Vereinsgründung steht bevor. Foto: Steve Wasyliw
Sie hat die Idee vom »Dorfladen« nicht los gelassen: Jetzt können (von links) Uwe Gehring, Ulrich Wefing und Wolfgang Lamek verkünden, dass zum 1. Mai wieder Leben einziehen wird in der ehemaligen Bäckerei Nitzschke. Eine Vereinsgründung steht bevor. Foto: Steve Wasyliw

Nicht neu ist die Idee, startete doch bereits die Dorfgemeinschaft 2012 die Initiative, einen Nahversorger in das 1000-Seelen-Dorf zu bekommen. Nachdem im Mai 2015 schließlich die Bäckerei Nitzschke schloss, waren auch frische Backwaren passé. Nun soll also in den Räumlichkeiten an der Ecke Engerstraße/Hägerfeld ein Dorfladen eröffnen.

Noch schützt Folie vor den Fenstern vor allzu neugierigen Blicken. Doch dahinter wird eifrig im und für den neuen Dorfladen gearbeitet.

Noch schützt Folie vor den Fenstern vor allzu neugierigen Blicken. Doch dahinter wird eifrig im und für den neuen Dorfladen gearbeitet. Foto: Steve Wasyliw

Selbstbewusst treten die Initiatoren auf und sind von ihrer Idee überzeugt. »Der Laden wird laufen, ansonsten würden wir uns nicht so einsetzen«, erklärt Wolfgang Lamek das Engagement. In den nächsten 14 Tagen wird der 60-jährige Designer mit seinen Mitstreitern die Gründungsversammlung für den Verein, der den Namen Dorf Laden Häger e.V. tragen wird, abhalten. Dann erfolgt die Eintragung ins Amtsregister und die Anmeldung des Gewerbes.

»Wir wollen einen Laden für die Hägeraner eröffnen und hoffen auf breite Unterstützung«, sagt Uwe Gehring. Die Grundlast zur Finanzierung des Dorfladens sollen die Berufspendler schon am frühen Morgen einbringen. Belegte Brötchen und heißer Kaffee ab 5.30 Uhr wird der Laden an den viel befahrenen Straßen anbieten.

Und auch vom weiteren Sortiment sowie der Inneneinrichtung hat die Gruppe eine klare Vorstellung. »Ob Toilettenpapier, Zahnpasta, eine Konserve oder Nudeln – bei uns soll man die Notversorgung erhalten können«, sagt Lamek. Ganz bewusst trete man nicht in die aussichtslose Konkurrenz eines Discounters mit Vollsortiment. Einmal die Woche könnte es mit einem Eintopf auch zur Mittagszeit heiß hergehen. Ein gesondertes Regal mit saisonaler Ware aus der Region wie zum Beispiel frischem Spargel soll ebenfalls eingerichtet werden.

Zwei Festangestellte sollen künftig die Ladentür bis 14 Uhr geöffnet halten und werden beim Betrieb von den Ehrenamtlichen unterstützt. Dem Verein werden drei gleichberechtigte Mitglieder vorstehen. Zudem sind Beiräte in Planung, in denen sich sachkundige Hägeraner einbringen können – jeder mit seiner Expertise.

Der Laden mit dem kecken Motto will jedoch mehr sein, als ein bloßer Ort, an dem man die schnelle Besorgung erledigt. »Wir wollen die soziale Mitte Hägers werden. Hier kommt man zum Klönen und Quatschen zusammen.« Neben dem gut 65 Quadratmeter großen Verkaufsraum, in dem Bistrostehtische Platz finden werden, gibt es in der Immobilie von Eigentümer Ulrich Wefing einen weiteren Raum – vorstellbar als kleines Café oder Versammlungsraum.

Ein monatliches Seniorenkaffee oder spezielle thematische Infonachmittage können sich die Initiatoren, die seit Dezember wöchentlich zusammenkommen, vorstellen. »Die Idee lebt von dem Engagement und der Akzeptanz der Hägeraner«, sagt Werbe-Experte Lamek. Er hat bereits die ersten Musterplakate entworfen, die künftig das Umfeld entlang der Engerstraße und dem Hägerfeld zieren könnten. Direkt und mit einer Prise Humor kommen die Anpreisungen der Produkte daher.

In den nächsten Wochen und Monaten heißt es für die Projektgruppe: anpacken! Noch zahlreiche Arbeiten sind in den Räumen vorzunehmen. Momentan schützt Papier vor den ersten neugierigen Blicken durch die großen Schaufenster. Farbe muss an die Wand, Regale aufgebaut und gefüllt werden. Die zentrale Verkaufstheke wird derzeit bereits überarbeitet. »Wenn die bürokratischen Hindernisse erst mal überwunden sind, werden wir hier alles flott hinbekommen«, gibt sich Uwe Gehring zuversichtlich. Für die anfallende Arbeit suchen die Aktiven weiterhin Mitstreiter.

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