>

Mi., 10.05.2017

Die ersten Kunden von O2 wechseln in Werther bereits verärgert den Anbieter Seit zwei Wochen kein Handynetz

Mitten in der Innenstadt von Werther zeigt das Handy von Dr. Karlheinz Jordan permanent »Kein Netz« an. Für seinen Praxisbetrieb ist er auf den Empfang angewiesen und will deshalb jetzt schnellstmöglich den Anbieter wechseln.

Mitten in der Innenstadt von Werther zeigt das Handy von Dr. Karlheinz Jordan permanent »Kein Netz« an. Für seinen Praxisbetrieb ist er auf den Empfang angewiesen und will deshalb jetzt schnellstmöglich den Anbieter wechseln. Foto: Freya Schlottmann

Von Freya Schlottmann

Werther (WB). Kein Netz: Seit knapp zwei Wochen ist bei vielen Wertheranern die Mobilfunkverbindung der Anbieter O2 und E-Plus lahmgelegt. Weder das Telefonieren noch das Surfen mit dem mobilen Internet funktionieren. Wer Empfang sucht, muss Werthers Stadtgrenzen erst verlassen.

Dr. Karlheinz Jordan ist verärgert. Bei ihm funktioniert der Mobilfunkanschluss seit dem 28. April gar nicht mehr. Der Facharzt für Arbeitsmedizin ist auf sein Mobiltelefon angewiesen und momentan für seine Kunden nicht erreichbar. »Ich brauche mein Handy geschäftlich und ohne Empfang läuft gerade nichts mehr«, sagt Jordan. Als Kunde von »Aldi-Talk«, das zum Anbieter E-Plus gehört, hat er bereits fünf Mal versucht eine Information zu der Netzstörung über den Kundenservice zu erhalten. Bisher ohne Ergebnis.

Wer telefonieren will, muss Werther erst verlassen

»Per Mail habe ich bei der ersten Kontaktaufnahme nur die Antwort erhalten, dass der genaue Fehler noch nicht gefunden sei, man sich aber darum kümmere. Auf meine nachfolgenden Anfragen habe ich nur noch eine Eingangsbestätigung meiner E-Mail erhalten und dann nichts mehr gehört«, sagt Jordan. Mittlerweile hat der 54-jährige die Kündigung bei »Aldi-Talk« eingereicht und will den Anbieter wechseln. Als Antwort hat ihm E-Plus einen Gutschein über fünf Euro für sein Guthaben zugeschickt – ohne Netz lässt sich aber auch das nicht vertelefonieren. Wer telefonieren oder surfen will, findet erst außerhalb von Werthers Stadtgrenzen wieder normalen Empfang. Auch in einem Wertheraner Facebook-Forum häufen sich die Beschwerden vieler O2 und E-plus Kunden.

2014 haben O2, die Marke des Konzerns Telefónica Deutschland, und E-Plus die wirtschaftliche Fusion der beiden Unternehmen verkündet. Ab 2015 können Kunden beider Anbieter ein »Nationales Roaming« nutzen und auf ein Kombi-UMTS-Netz von O2 und E-Plus zurückgreifen. Das bedeutet: Funktioniert die UMTS-Verbindung des einen Anbieters nicht optimal, springt die Verbindung automatisch auf das Netz des anderen Anbieters um. Seit Anfang 2016 arbeitet der Konzern an der kompletten technischen Zusammenlegung der Netze. Mit dieser Vereinigung verspricht die Telefónica ein »noch leistungsfähigeres Netz und flächendeckend eine schnelle, zuverlässige Mobilfunkversorgung.«

Netzbetreiber hat Grund für Netzstörung noch nicht gefunden

Momentan können die O2- und E-Plus Kunden allerdings auf keines der beiden Netze mehr zurückgreifen. Die Konkurrenzanbieter Telekom und Vodafone haben auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES mitgeteilt, dass in deren Netzversorgung keine Störungen vorliegen. Worin genau die Störung des O2- und E-Plus-Netzes besteht, darüber gibt Telefónica keine genaue Auskunft. In einer schriftlichen Mitteilung heißt es lediglich, dass der Auslöser der Netzstörung noch nicht gefunden sei, Techniker aber mit Hochdruck an der Behebung arbeiteten.

Womöglich müssen Wertheraner noch mehr Geduld mitbringen. Anfang des Jahres hatten O2 Kunden aus Versmold ein ähnliches Problem. Auch dort war die mobile Telefon- und Internetverbindung defekt. Bis die Störung aufgehoben wurde, ging mehr als ein Monat ins Land.

Kündigung: Das empfehlen Verbraucherschützer

Im Falle längerfristiger Netzstörungen versuchen einige Kunden möglichst schnell den Anbieter zu wechseln. Die Verbraucherzentrale Gütersloh informiert dazu, dass dem Endverbraucher ein außerordentliches Kündigungsrecht zusteht, wenn die Störung über einen längeren Zeitraum konstant besteht. O2 behält sich jedoch vor, dass nicht permanent eine 100-prozentige Netzqualität verfügbar sei. Deshalb sollten Nutzer zunächst abwarten, wie lange die Störung tatsächlich besteht. Im Wertheraner Fall seien zwei Wochen durchaus ein zu beanstandender Zeitraum, erklärt die Verbraucherzentrale. Deshalb könnten Kunden den Anbieter schriftlich per Einschreiben in Verzug setzen und eine Frist von zwei Wochen einräumen, in der der Fehler behoben werden muss. Dabei müsse unbedingt ein festes Datum genannt werden, an dem diese Frist abläuft. Passiere nichts, könne man eine außerordentliche Kündigung einreichen. Mehr Infos bei der Verbraucherzentrale : 05241/74266-01.

Kommentare

Trotz Frist Kündigung abgelehnt

Ich hatte leider keinen Erfolg mit außerordentlicher Kündigung bei BLAU.de ( O 2 Netz).
Hatte eine Frist von drei Wochen gegeben...und es wurde abeglehnt nach den AGB s 4.3. Angeblich sei Höhere Gewalt im Spiel...hierfür bestünde kein außerordentliches Kündigungsrecht.
Traurig. Service gleich Null...nichtmal Rabatt oder Kostenerstattung wurde angeboten.

Lte abschalten

Gleiches Problem in Borgholzhausen. Anrufe raus möglich, aber entgegennehmen nicht. Nach langer Recherche herausgafunden, das dass Abschalten von Lte in den Handy Einstellungen (Netzwahl) zumindest eingehende Anrufe wieder durchkommen lässt. Aber Service von O2 unterirdisch!!!

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4824135?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198389%2F2516078%2F