Dennis Harbecke aus Werther ist »Dogscooter« – Zubehör im eigenen Ladenlokal
Aus dem Hobby wird ein Geschäft

Werther (WB). Yuka zieht kräftig an der Leine und wird von seinem Herrchen auch noch dafür gelobt. Kein Wunder: Dennis Harbecke hat seinen jungen Sibirischen Husky ins Geschirr gespannt. Nein, nicht um sich im Schlitten ziehen zu lassen – das funktioniert im westfälischen Schmuddelwinter ja leider nicht. Aber mit dem »Dogscooter« machen Mensch und Hund ordentlich Tempo.

Freitag, 05.01.2018, 16:00 Uhr aktualisiert: 07.01.2018, 14:44 Uhr
Leithund-Inhaber Dennis Harbecke hat seinem sibirischen Husky Yanka mal das Geschirr angelegt. Foto: Margit Brand
Leithund-Inhaber Dennis Harbecke hat seinem sibirischen Husky Yanka mal das Geschirr angelegt. Foto: Margit Brand

Das Gefährt sieht ein wenig so aus wie ein zu groß geratener Tretroller für Kinder. Am Lenker ist ein Gestell mit Leine angebracht, die am Rücken ins Geschirr des Hundes eingehakt wird. Vor drei Jahren hat Dennis Harbecke die Trendsportart »Dogscooting« für sich entdeckt. Damals spannte der junge Theenhausener Familienhund Nala – einen aus Russland stammenden Schäferhundmischling aus dem Tierheim – erstmals ein. »Nala ist ein sehr lauffreudiges Tier«, erzählt Harbecke. Entsprechend begeistert reagiere der Hund, wenn er sich richtig auspowern könne.

Auch der Mensch muss sportlich sein

Aber auch Herrchen und Frauchen sollten eine gewisse Sportlichkeit mitbringen, weiß der 30-Jährige, für den der Zughundesport inzwischen mehr als nur ein Hobby ist. Vor knapp zwei Jahren begann der gelernte Einzelhandelskaufmann damit, das notwendige Zubehör online und aus der heimischen Garage heraus zu verkaufen. Als Selbstständiger wagte Dennis Harbecke nun den Sprung in Werthers Innenstadt: Im Dezember eröffnete er am Böckstiegel-Platz sein Fachgeschäft »Leithund«.

Er ist optimistisch, dass das Geschäft die nötige »Zugkraft« entwickelt. So hat Dennis Harbecke hier nun die Gelegenheit, ein größeres Sortiment anzubieten, das auch für Hundebesitzer interessant ist, die ihren Vierbeiner gern »bei Fuß« an der Leine haben oder ihn per Fahrrad Gassi führen.

»Schutzkleidung ist Pflicht«

Weil das Online-Geschäft parallel weiterläuft, erwartet Harbecke auch weiterhin Kundschaft von Hamburg bis zum Harz. »Viele nehmen weite Wege auf sich, um die Ware testen und prüfen zu können«, hat Harbecke erlebt. Wobei »Testen« für (halbwegs) Ortsansässige auch noch anders geht: Vermietet werden die Scooter auch.

Längst gibt es offizielle Wettbewerbe; der bekannteste in der Region ist das Schlittenhunderennen in der Senne. Aber schon Hobbyfahrer bauen bis zu 40 Kilometer pro Stunde an Tempo auf. »Schutzkleidung ist also Pflicht«, rät Harbecke. Für ihn ist – nicht nur als Geschäftsmann, sondern auch als Hundefreund – auch passgenaues, hochwertiges Geschirr unerlässlich. »Nur das sorgt für optimale Kraftübertragung. Es soll dem Tier schließlich Spaß machen.«

Nicht nur Huskys können ziehen

Können nur Huskys Roller ziehen? »Keineswegs«, klärt Harbecke auf. »Mindestens 18 Kilogramm sollte ein Hund auf die Waage bringen. Als Faustregel gilt, dass er das Vierfache seines Gewichtes ziehen kann. Trainierte Tiere schaffen sogar das Neunfache.« Lauffreude und gute Gesundheit sind natürlich Grundvoraussetzung.

Aber selbst ein kleiner Yorkshire-Terrier kann als Zughund eingespannt werden – dann eben nur am Gürtel seines Menschen. »Carnicross« heißt die Sportart, bei der Hund und Tier gemeinsam laufen und herausfinden können, wer am besten hecheln kann..

 

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