Mo., 15.01.2018

BUND und Landwirte fahren zur gemeinsamen Demo nach Berlin Gegen das Artensterben

Barbara und Kerstin Maaß (von links) vom gleichnamigen Biohof in Werther, Jens Jürgen Korff und Peter Michalke von der BUND-Kreisgruppe möchten in Berlin auf Probleme in der Landwirtschaft aufmerksam machen.

Barbara und Kerstin Maaß (von links) vom gleichnamigen Biohof in Werther, Jens Jürgen Korff und Peter Michalke von der BUND-Kreisgruppe möchten in Berlin auf Probleme in der Landwirtschaft aufmerksam machen. Foto: Sara Mattana

Von Sara Mattana

Werther (WB). Besonders freuen sich die Mitglieder des BUND darauf, zum achten Mal das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt auf den Straßen Berlins zu spüren. Denn die Landwirte und Interessierten aus dem Kreis Gütersloh wollen auch in diesem Jahr dazu beitragen, bei der Grünen Woche in der Hauptstadt etwas zu bewegen.

So ist es mittlerweile zur Tradition geworden, mit einer Demonstration auf die Probleme in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. »Im Rahmen der Grünen Woche sind die Agrarminister in der Stadt, deshalb können wir unsere Anliegen direkt vortragen«, sagt Jens Jürgen Korff, Vorsitzender der Regionalgruppe OWL. Gemeinsam mit dem Wertheraner BUND-Mitglied Peter Michalke ist er für die Organisation der Fahrt zuständig, die am Samstag, 20. Januar, von Werther aus in Richtung Berlin startet. Insgesamt 20.000 Teilnehmer aus ganz Deutschland haben sich dort im vergangenen Jahr versammelt, um sich für ihre Interessen einzusetzen. »Dort bringt man die Ideen auf die Straße und es ist ein tolles Erlebnis, so viele Gleichgesinnte zu treffen«, sagt Landwirtin Barbara Maaß.

Kiebitz-Reviere stark zurückgegangen

So ist den Wertheranern vor allem der Artenrückgang ein Anliegen. »In Bielefeld und dem Kreis Gütersloh wurden die Kiebitz-Reviere ermittelt. Im Vergleich zu 2013 hat der Bestand hier um 14 Prozent und in der Stadt Bielefeld sogar um 30 Prozent abgenommen«, sagt Jens Jürgen Korff, der die Ursachen dafür auch in der Veränderung der Landnutzung zum Beispiel durch die Trockenlegung von Feuchtwiesen sieht. Denn während der Höchststand der Kiebitz-Reviere im Jahr 2007 noch bei 1289 lag, ist die Anzahl nun auf 753 Reviere gefallen. 

Auch möchte die Gruppe gegen die Nitratbelastung des Grundwassers durch den Eintrag von Gülle demonstrieren. »Die Grenze von 50 Mikrogramm pro Liter ist an vielen Stellen im Kreis überschritten. Das Wasser kann daher nicht mehr als reines Trinkwasser genutzt werden«, sagt Jens Jürgen Korff. Vom Hauptbahnhof aus möchten die Demonstranten deshalb in Richtung Wirtschaftsministerium ziehen und dort während der internationalen Agrarministerkonferenz als Symbol ihrer Verbundenheit mit Kochtöpfen und Deckeln lautstark auf sich aufmerksam machen.

 

Für bessere Rahmenbedingungen kämpfen

»Wir möchten eine Botschaft überbringen und für bessere Rahmenbedingungen kämpfen«, sagt Kerstin Maaß, die im vergangenen Jahr sogar mit dem Trecker angereist ist, um ein Zeichen zu setzen. Weitere Themen sind unter anderem Glyphosat und Gentechnik, artgerechte Tierhaltung und der Einsatz für eine globale Agrarwende ohne Dumping-Exporte.

Anmeldungen für die Busfahrt zur Demonstration nimmt Jens Jürgen Korff telefonisch unter 0521/30436987 oder per E-Mail an jens.korff@bund.net entgegen. Zugestiegen werden kann um 5.45 Uhr am Busbahnhof in Werther, um 6.10 Uhr am Bielefelder Hauptbahnhof oder um 6.35 Uhr am Herforder Bahnhof. Die Rückfahrt ist um 16 Uhr geplant. Die Kosten betragen 25 Euro (ermäßigt 15 Euro).

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