Di., 28.08.2018

Neubau für Böckstiegel öffnet Freitag in Werther: David Riedel lobt großen Teamgeist »Nachbarsjunge« ist jetzt Museums-Chef

»Amaryllis mit Kaffeekanne« ist ein Stillleben Böckstiegels von 1944, in dem er sich farblich zurückhaltend dem erzwungenen Zeitgeist anpasst. Die im Bild zu sehende Kanne aus böhmischem Porzellan und die Madonna waren im Künstlerhaus noch original erhalten. Die Kanne nur leider ohne Deckel.

»Amaryllis mit Kaffeekanne« ist ein Stillleben Böckstiegels von 1944, in dem er sich farblich zurückhaltend dem erzwungenen Zeitgeist anpasst. Die im Bild zu sehende Kanne aus böhmischem Porzellan und die Madonna waren im Künstlerhaus noch original erhalten. Die Kanne nur leider ohne Deckel. Foto: Klaus-Peter Schillig

Von Klaus-Peter Schillig

Werther (WB). Eigentlich ist der Montag fast überall hochheiliger Museums-Ruhetag. Im neuen Böckstiegel-Museum aber gibt es in diesen Tagen keine Ruhe mehr. Am Vormittag ist letzter großer Pressetermin vor der ersten Öffnung am Freitag, am Montagabend sind Nachbarn, Freunde und Ehrenamtler eingeladen, sich vorab durch die erste Ausstellung führen zu lassen.

Zwei weitere »Previews« für geladene Gäste folgen. Donnerstag wird mit einem Festakt der offizielle Startschuss gegeben. Aber erst einmal ist Montag die Stunde des Rückblicks und Dankesagens. – in dem Raum, in dem künftig vor allem Kinder an das Werk des Künstlers herangeführt werden sollen. Ur­sula Bolte, die Vorsitzende der Böckstiegel-Stiftung, erzählt ganz persönlich über ihren Kampf für das Museum und wie sie den »Nachbarsjungen« David Riedel angesprochen hat, als der noch in Diensten der Kunsthalle Bielefeld stand – ob er nicht für das Böckstiegel-Museum arbeiten wolle. Da waren die ersten Pläne noch gar nicht gezeichnet. Man habe seit Jahren so oft zusammengesessen und überlegt, wie es mit dem Böckstiegel-Erbe weitergehen könne: »Ich bin sehr froh und glücklich, was dabei herausgekommen ist.«

Landrat sieht auch architektonische Strahlkraft

Landrat Sven-Georg Adenauer ist sich sicher: »Das Museum tut dem Kreis gut, vor allem dem nördlichen Teil des Kreisgebietes.« Er verspricht sich nicht nur von den Ausstellungen Anziehungskraft, sondern auch von der »architektonischen Strahlkraft«.

Die ist Architekt Professor André Habermann aus Lemgo zu verdanken. Aus ganz bestimmtem Grund: »Ich bin in Borgholzhausen geboren, wir hatten auch einen Böckstiegel im Wohnzimmer.« Nachdem er am Wettbewerb teilnehmen konnte, stand für ihn fest: »Ich wollte unbedingt dieses Museum bauen.«

»Von einem unglaublichen Teamgeist getragen«

Museumsleiter David Riedel würdigt vor allem das gemeinschaftliche Engagement für den Museums-Neubau: »Die letzten vier Jahre waren von einem unglaublichen Teamgeist getragen – bis hin zur letzten Stellschraube.« Riedel betont aber auch die Wichtigkeit des durch Spenden von 1,2 Millionen Euro ermöglichten Untergeschosses. Die Ausstellungsfläche wäre sonst nur halb so groß geworden. »Dann hätten wir es auch gleich lassen können«, ergänzt Elke Hardieck, die Vorsitzende des Stiftungs-Kuratoriums und Vize-Landrätin. Ihr erster Eindruck in der Ausstellung: »Diese Wand ist ein Knaller« und meint drei nebeneinander hängende farbstrotzende großformatige Bilder: »Sonja mit Sonnenblumen«, »Meine Eltern 70 Jahre« und »Sonnenkinder«.

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