So., 16.09.2018

Mehr als 50 Freiwillige engagieren sich im Peter-August-Böckstiegel-Museum Botschafter des Museums

Marie-Luise Vegeler ist eine von rund 60 Ehrenamtlichen, die voller Begeisterung und Tatendrang im neuen Böckstiegel-Museum einen wichtigen Dienst tun. Jutta Mohaupt-Hörmann (Freiwilligen- und Ehrenamtskoordination), Sylvia Feld (Volkshochschule Ravensberg), und Lilian Wohnhas (Kunstvermittlung, von links) sind dankbar für so viel Engagement.

Marie-Luise Vegeler ist eine von rund 60 Ehrenamtlichen, die voller Begeisterung und Tatendrang im neuen Böckstiegel-Museum einen wichtigen Dienst tun. Jutta Mohaupt-Hörmann (Freiwilligen- und Ehrenamtskoordination), Sylvia Feld (Volkshochschule Ravensberg), und Lilian Wohnhas (Kunstvermittlung, von links) sind dankbar für so viel Engagement. Foto: Kerstin Panhorst

Von Kerstin Panhorst

Werther(WB). Wenn Besucher mit sperrigem Gepäck die Ausstellungsräume betreten, unerlaubt Kamera und Stativ hervor holen oder zu nah an die Kunstwerke heran gehen, dann weiß Marie-Luise Vegeler was sie zu tun hat. »Ich gehe freundlich auf die Menschen zu, spreche sie an und appelliere an ihr Verständnis für den Wert der ausgestellten Kunstwerke«, erzählt die 65-Jährige.

Die pensionierte Betriebswirtin ist eine von 46 Freiwilligen, die für eine ehrenamtliche Tätigkeit im Besucherservice des neuen Böckstiegel-Museums speziell ausgebildet wurden. Sie übernehmen in selbst gewählten Zeiteinheiten die Aufsicht im Museum. Daneben gibt es noch 12 weitere Personen, die sich für eine projektbezogene, sporadische Mitarbeit eingetragen haben. 

Resonanz ist enorm

»Anfang 2017 hatten wir nach Ehrenamtlichen gesucht und waren überrascht von der großen Resonanz. Es haben sich viele Menschen aus Werther und Umgebung gemeldet«, berichtet Jutta Mohaupt-Hörmann. Sie und Ellen Wendt arbeiten als Freiwilligen- und Ehrenamtskoordinatorinnen für das Museum.

In Zusammenarbeit mit der VHS Ravensberg konzipierten sie Kurse für die Ausbildung zur Museumsaufsicht, die vom Böckstiegel-Freundeskreis finanziert wurden. In jeweils zehn Modulen bekamen die Ehrenamtler zunächst eine Führung durch das neue Museum durch Leiter David Riedel, erhielten unter anderem von Hartmut Witte ein Kommunikationstraining zum richtigen Umgang mit den Besuchern und schauten sich bei Exkursionen zu anderen Museen in Ahlen oder Münster deren Besucherservice an. Eine Brandschutzunterweisung mit der Feuerwehr und ein Erste-Hilfe-Kurs mit dem DRK rundeten die Ausbildung, die mit einem Zertifikat besiegelt wurde.

Hilfe im Fall der Fälle

»Es war uns wichtig, das alle sich sicher fühlen mit dem, was sie zu tun haben. Deswegen legen wir auch Wert auf eine Abgrenzung von Ehren- und Hauptamtlichen, die sich zwar gegenseitig befruchten, aber nicht in die Quere kommen sollen«, erklärt Lilian Wohnhas von der Kunstvermittlung des Museums. Die Freiwilligen sind in erster Linie zur Aufsicht in den Ausstellungsräumen und zur Beantwortung von generellen Fragen da. Wenn es aber um tiefergehende Informationen zu Künstler und Werk ginge, sollen sie nur als Schnittstelle fungieren und Anfragen an die Mitarbeiter weiter leiten.

»Wir sind nur das Randprogramm«, formuliert es Marie-Luise Vegeler. Aber diese Rolle ist für sie völlig in Ordnung: »Nachdem ich vor einigen Jahren eine Führung durch das Böckstiegel-Haus gemacht habe bin ich begeisterter Fan. Man hat es sofort in sein Herzchen geschlossen, und deshalb ist es schön, nun für dieses bedeutende Werk auch einen Beitrag leisten zu können.«

Dienstplan in der Freizeit

Für das Museum ist die Arbeit der Freiwilligen eine wichtige Komponente. »Sie sind die Botschafter unseres Museums, und sie schenken uns ihre Zeit, dafür sind wir sehr dankbar«, sagt Jutta Mohaupt-Hörmann, die im eigens programmierten und für alle Ehrenamtler zugängigen digitalen Dienstkalender schon jetzt viele der jeweils zu zweit abzuhaltenden dreieinhalbstündigen Schichten der nächsten drei Monate belegen konnte.

»Die Freiwilligen sind für uns eine ganz zentrale Stütze«, unterstreicht auch Museumsdirektor David Riedel. Nicht erst seitdem das Museum vor 14 Tagen öffnete. Die verlässliche Unterstützung – per Dienstplan eingeteilt – sei das eine. »Aber auch wenn wir mal ganz spontan Hilfe brauchten während der Bau- und Vorbereitungsphase war immer jemand da«, lobt er.

Zuverlässige Hilfe

Die stillen Helfer kümmerten sich beispielsweise darum, Briefdrucksachen oder Kunstkalender versandfertig zu machen, sprangen ein, wenn es galt Sachspenden abzuholen oder zu transportieren oder warben bei öffentlichen Veranstaltungen wie der Hofkunst in Häger für das Museum, als es noch gar nicht geöffnet war. Riedel versichert, dass das hauptamtliche Team sich immer bemühen werde, die Ehrenamtlichen auf dem Laufenden zu halten und eine Dankeskultur zu etablieren.

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