Sa., 13.10.2018

Brunnen Kök in Werther soll saniert werden – emotional geführte Debatte im Ausschuss Harter Weg zu weichem Wasser

Eines steht fest: Trotz hohen Härtegrades ist Werthers Trinkwasser gesund. Das bestätigte jetzt auch ein Chemiker.

Eines steht fest: Trotz hohen Härtegrades ist Werthers Trinkwasser gesund. Das bestätigte jetzt auch ein Chemiker. Foto: dpa

Von Volker Hagemann

Werther (WB). Der hohe Kalkgehalt in Werthers Wasser ist seit Jahren ein harter Brocken. Das hat jetzt auch die Begehung des Brunnens Kök gezeigt. Aufwändige Sanierungsarbeiten sind geplant. Die Diskussion über Ursachen und Lösungsvorschläge ließ am Donnerstagabend die Emotionen der Lokalpolitiker hochkochen.

Wann fließt in Werthers Haushalten endlich wieder weicheres Wasser? Bürger klagen über ständiges Entkalken von Waschmaschine, Wasserkocher und Töpfen. Die Fachleute vom Wasserwerk sind den Ursachen des harten Wassers auf den Grund gegangen, arbeiten mit Hochdruck an der Problembehebung. Im Trinkwasserbehälter des Brunnens Kök – einer von drei Wertheraner Brunnen – ist das Wasser abgelassen worden. Zum Vorschein kamen verstopfte Filterdüsen und dicke Kalkbrocken, die Volker Kahmann, technischer Leiter des Wasserwerks, am Donnerstag als »Beweisstücke« mitbrachte.

Zahlreiche Defekte in den vergangenen Jahren im Wasserwerk

Eine Reihe an Defekten war dem vorausgegangen, zählte Kahmann auf: 2015 ein Motordefekt der Injektionspumpe, die im April 2016 ganz den Geist aufgab, so dass eine neue installiert wurde. 2017 fiel die Vordruckpumpe aus, im August 2018 wurde die defekte Enthärtungsanlage abgeschaltet. Abhilfe soll die mineralische Neubeschichtung der Wasserkammer schaffen, danach der Austausch der aus den 70er Jahren stammenden PVC-Filterdüsen.

Sanierungs-Zeitplan ist noch ungewiss

Offen ist allerdings der Zeitplan. Volker Kahmann vom Wasserwerk macht bei den Fachfirmen fast täglich Druck: »Die wenigen Spezialbetriebe in Deutschland haben volle Auftragsbücher, Termine sind kaum zu bekommen.« Dennoch ist Johannes Lindemann, Vorsitzender des Betriebsausschusses, optimistisch: »Ich wünsche mir, dass wir zu Weihnachten wieder weicheres Wasser in Werther haben.«

Grünen-Antrag abgelehnt – SPD: »Unverschämt formuliert!«

Angesichts dieser Anstrengungen zog die UWG ihren Antrag zurück, in dem sie nach technischen Änderungen und Kosten für weicheres Wasser fragte. Abgelehnt wurde der von Wolfgang Böhm vorgetragene Antrag der Grünen, den Mangel an der Enthärtungsanlage »unverzüglich« zu beheben, ein Frühwarnsystem für technische Defekte einzurichten und »die Betriebsleitung des Wasserwerks für Schäden haftbar zu machen«. »Eine Unverschämtheit!«, konterte Bodo Brinkmann (SPD), die Techniker würden schließlich alles ihnen Mögliche unternehmen. Johannes Lindemann rief zur Versachlichung auf: »Mir fehlt bei all den Emotionen das Konstruktive. Im übrigen ist unser Wasser ja gesund.«

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Mit hartem Wasser können Sie 100 Jahre alt werden – Ihre Waschmaschine aber nicht...

Dr. Rüdiger Gaydoul, Diplom-Chemiker vom Deutschen Verband unabhängiger Prüflaboratorien

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Letzteren Punkt bestätigte auch Gastredner Dr. Rüdiger Gaydoul, Diplom-Chemiker vom Deutschen Verband unabhängiger Prüflaboratorien: »Die Wasserhärte hat mit der Gesundheit der Verbraucher nichts zu tun. In der Trinkwasserverordnung gibt es daher auch keinen Grenzwert dafür. In Werther hatten wir zuletzt etwa 24 Grad deutscher Härte.« Gaydoul gab sich diplomatisch: »Mit hartem Wasser können Sie 100 Jahre alt werden – Ihre Waschmaschine aber nicht...«

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