So., 13.01.2019

Bettina Sieckendiek erzählt im Kamingespräch in Werther aus ihrem Leben als Reiseunternehmerin in Versmold Auf den Spuren des Heiligen Grals

Die Versmolderin Bettina Sieckendiek (rechts) erzählte beim gut besuchten Kamingespräch in Haus Tiefenstraße aus ihrem Leben als Reiseunternehmerin. Rolf Düfelmeyer (links) führte durch die Veranstaltung

Die Versmolderin Bettina Sieckendiek (rechts) erzählte beim gut besuchten Kamingespräch in Haus Tiefenstraße aus ihrem Leben als Reiseunternehmerin. Rolf Düfelmeyer (links) führte durch die Veranstaltung Foto: Annlisa Tibaudo

Werther (WB/tibo). Reichlich Sonnenschein hatte die Vermolderin Bettina Sieckendiek beim Kamingespräch in Haus Tiefenstraße mit im Gepäck. Auf Einladung des Hauses erzählte sie aus ihrem Leben als Reise- und Busunternehmerin und unterhielt die rund 50 Besucher mit vielen Urlaubsfotos und Anekdoten.

Da ist beispielsweise die Geschichte von den Kreuzfahrt-Passagieren, die ihre Reisepässe zuhause vergessen hatten, die für die Einreise nach Sankt Petersburg dringend benötigt wurden. »Da fragte mein Mann die Betroffenen, ob sie jemanden haben, der ihre Pässe aus der Wohnung holen könne, um sie per Express in die deutsche Botschaft nach Helsinki zu schicken, weil das der nächste Zwischenstopp vor Sankt Petersburg war.«

Das Glück stand ihnen zur Seite. Während sich die Reisegruppe den ganzen Tag Helsinki anschaute, telefonierte Bettina Sieckendieck fast halbstündig mit der Botschaft. Kurz vor der Abfahrt erhielt sie endlich die gute Nachricht und der Weiterreise stand nichts mehr im Weg. »Die Eheleute, denen das passiert ist, schreiben uns noch heute aus jedem Urlaub eine Karte«, freut sich die quirlige Reiseunternehmerin über den glücklichen Ausgang der Geschichte.

Israel zum Schwärmen schön

Auf der neuen großen Leinwand von Haus Tiefenstraße tauchen sonnendurchflutete Bilder auf, die Sieckendieck selbst auf ihren Reisen durch ferne Länder mit fremden Kulturen fotografiert hat - darunter Asien oder der Nahe Osten. »Israel kann ich Ihnen nur ans Herz legen«, schwärmt die Reisefreudige, »Sie werden danach jede Nachricht, die sie über dieses Land hören, mit anderen Augen sehen«, betont sie.

Auch auf den Fotos von Vietnam sehen die Besucher Ungewohntes: Eine fröhliche100-Jährige, die noch als Stadtführerin arbeitet oder ein kleiner Motorroller im Straßenverkehr, auf dem vier Personen sitzen – nach dem Motto: Alles was möglich ist. Und in Saigon gibt es eine riesige, sehenswerte Posthalle, ein architektonisches Meisterwerk. »In der sitzt ganz hinten ein Postkartenschreiber für alle, die nicht selber schreiben wollen oder können.«

Gänsehaut in der Kathedrale

Selbstverständlich stehen auch Fotos von europäischen Sehenswürdigkeiten in England oder Italien auf dem Programm. In Spanien fotografierte Sieckendiek unter anderem die Kathedrale von Santiago de Compostela, die viele Pilger deutlich erschöpft, ergriffen oder erlöst erreichen. »Wenn sie dort stehen, bekommen sie eine Gänsehaut. Dieser Platz ist sehr berührend«, berichtet Sieckendiek.

Manche Menschen suchen Pilgerwege, die erst noch erfunden werden müssten. So hatte Sieckendiek vor einigen Jahren die Anfrage eines Paares, das mit einer Gruppe auf den mythischen Spuren des Heiligen Grals wandeln wollte – bekannt aus der Artus-Sage aber auch aus dem Roman ›Sakrileg‹ von Dan Brown. »Ich dachte, die wollten mich verkohlen«, erzählt Sieckendiek. Sie informierte sich bei einer Kooperationsagentur für Spezialreisen. Selbst die dortigen Mitarbeiter wussten nicht weiter.

Unzählige Geschichten

Also krempelte Sieckendiek die Ärmel hoch und recherchierte die Orte, die mit dem Heiligen Gral in Verbindung gebracht werden. Und nach einem langen Vorlauf realisierte sie eine 10-tägige Reise durch Nordfrankreich, Jersey und Südengland. Die Gäste waren sehr zufrieden. »Das ist das Schöne an meinem Beruf: Es gibt jeden Tag etwas Neues. Und es gibt immer etwas zu erzählen.« Die besondere Reisegruppe wandelte später auf ähnlichen Wegen in Süditalien. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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