Mi., 17.04.2019

Pastor Walter Moritz fasst sein Lebenswerk zusammen Memoiren eines Missionars

Auch mit 85 Jahren ist die Arbeit am Computer für Pastor Walter Moritz eine Selbstverständlichkeit.

Auch mit 85 Jahren ist die Arbeit am Computer für Pastor Walter Moritz eine Selbstverständlichkeit. Foto: Gerhards

Von Johannes Gerhards

Werther (WB). Er weiß selber nicht genau, wie viele Sprachen er beherrscht. Beim Aufzählen kommt er auf mindestens neun. Neben Englisch, Französisch, Griechisch und Hebräisch sind auch Afrikaans, Herero, Nama und Awambo dabei. Pastor Walter Moritz hat nämlich zwölf Jahre lang als Missionar im heutigen Namibia gearbeitet.

Anlässlich seines 85. Geburtstags im vergangenen Jahr sei es an der Zeit gewesen, eine Rückschau seiner literarischen Werke zusammen zu stellen, sagt Moritz. »Ich habe ja weltüberspannend publiziert«, sagt er und bezieht sich auf 32 Bücher, diverse Artikel, Gedichte und Korrespondenzen. »Jedes Jahr ein Buch ist genug, so ist immer etwas los und ich bleibe dabei jung« betont der frühere Pastor der Gemeinde Wallenbrück, der seit 1991 in Werther lebt.

Bereits 1946 hat er als 13-Jähriger mit Gedichten begonnen. Als Anlässe dienten Muttertag, ein Zeltlager mit der Gemeindejugend oder die erste Liebe. Dem am 28. April 1958 in der Westfalen-Zeitung abgedruckten Artikel »Der westfälische Van Gogh« über eine Böckstiegel-Ausstellung der Ravensberger Kunstvereinigung sollten im Laufe der Zeit mehr als 150 weitere folgen.

Nach dem Theologiestudium zog es Walter Moritz 1960 ins damalige Südwestafrika, um zu Zeiten der Apartheid den afrikanischen Pastoren Selbstbewusstsein zu vermitteln und ihnen den Rücken zu stärken. 1968 begann Moritz auf bis dahin unausgemessenem Staatsgrund mit den Bauarbeiten für eine Kirche in der Wüste bei Rooibank am Kuiseb in der Nähe von Walvisbaai.

Die seinerzeit acht Personen umfassende Gemeinde zählte 1993 bereits 250 Mitglieder. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kirche, das mit dem 50. Geburtstag seiner dort lebenden Tochter zusammen fällt, plant Walter Moritz eine erneute Reise zur damaligen Wirkungsstätte. Parallel zur Missionsarbeit verfasste er immer wieder Texte für verschiedene Publikationen und gab 1967 die Namabibel in der Landessprache Khoekhoegowab heraus. Von 1969 bis 1971 erhielt er den Auftrag, das Archiv der rheinischen Mission in Windhoek zu ordnen und hatte Zugang zu alten Originalquellen.

Mit »Der Ochsenwagen erzählt« beginnt im November 1970 die Schriftenreihe »Aus alten Tagen in Südwest«, in der bis heute 25 Einzelpublikationen erschienen sind. In »Die Nara, das Brot der Wüste« von 1991 beschreibt Walter Moritz eine etwa melonengroße Frucht, die ohne Zutun des Menschen in der Wüste gedeiht. Seine Missionszeit zwischen 1960 und 1972 kommt in »Vom Paradies in der Wüste« von 2017 zur Sprache.

»Nicht nur die Umwelt ist verschmutzt, auch unser Denken und Reden, Handeln und Tun, fühlen und Wollen«, schreibt Moritz schon 1978 anlässlich einer Umweltwoche in Wallenbrück. »Herr gib uns rechte Einsicht und klaren Verstand, um alles neu zu bedenken«, heißt es nun.

Das neue Buch und weitere Schriften sind im lokalen Buchhandel oder direkt bei Walter Moritz erhältlich.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6548404?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516078%2F