Jürgen Reitemeier und Wolfgang Tewes lesen in Werther aus Lippekrimi Nr. 17
Mit Volldampf vom Abstellgleis

Werther (WB). Nach »Lippisch Sibirien« wird der Detmolder Kommissar Jupp Schulte versetzt. Seine neue Dienststelle ist in der ehemaligen Dorfkneipe Obernkrug am Heidenbach in Heidenoldendorf untergebracht.

Sonntag, 02.06.2019, 08:14 Uhr aktualisiert: 02.06.2019, 09:00 Uhr
Erfolgreiches Autoren-Duo: Jürgen Reitemeier (links) und Wolfram Tewes haben das Genre der »Lippe Krimis« auf den literarischen Markt gebracht. Im Dorfgemeinschaftshaus Häger lasen sie aus »Totgesagte leben lange«. Foto: Johannes Gerhards
Erfolgreiches Autoren-Duo: Jürgen Reitemeier (links) und Wolfram Tewes haben das Genre der »Lippe Krimis« auf den literarischen Markt gebracht. Im Dorfgemeinschaftshaus Häger lasen sie aus »Totgesagte leben lange«. Foto: Johannes Gerhards

Hier soll er zusammen mit vier weiteren renitenten Kollegen in einem Think Tank zusammen arbeiten. Das ist die Ausgangslage im 17. Lippekrimi »Totgesagte leben lange« von Jürgen Reitemeier und Wolfram Tewes. Im Jahre 2000 haben die beiden aus einer Bierlaune heraus mit dem Schreiben begonnen. Jetzt stellten sie ihr aktuelles Werk, zu dessen Fans im Übrigen auch Bundespräsident Frank Walter Steinmeier als gebürtiger und überzeugter Lipper gehört, im Rahmen des Werther Lesefrühlings 25 Gästen im Dorfgemeinschaftshaus Häger vor.

im Verlauf der Lesung gegenseitig die Bälle zugespielt

»Wie Jupp Schulte haben wir über den Kampf zurück ins Spiel gefunden und arbeiten jetzt mit dem Bielefelder Pendragon Verlag zusammen«, erklärt Jürgen Reitemeier. Der Wechsel war nötig geworden, weil der bisherige Verlag sich aufgelöst hatte. »Das lag aber nicht an uns«, wirft Wolfram Tewes ein. Er deutet damit an, wie sie sich im Verlauf der Lesung gegenseitig die Bälle zuspielen wollen. »Alles, was mit Essen und Trinken zu tun hat, ist Sache von Jürgens Bauchgefühl«, betont Tewes. »Dafür bist du für die Bordellszenen zuständig«, entgegnet sein Kompagnon, denn handfeste und saubere Recherche gehöre zu ihrer Arbeitsweise. Als Beweis liefert er die milieugetreue Schilderung aus einem Fastfood-Restaurant, das sich auf extravagante Sandwiches spezialisiert hat.

Eher aus Langeweile beginnt Jupp Schulte auf seinem »Abstellgleis« damit, einen alten Fall wieder aufzurollen. 2008 kam der Geschäftsmann Hans Kaiser in einem Bordell ums Leben. Obwohl es seinerzeit bereits Hinweise auf Vergiftung gab, wurden die Ermittlungen nicht weiter verfolgt. Als die damals involvierte Domina ermordet wird, ist Jupp Schulte schnell klar, dass er und sein Team auf der richtigen Fährte sind. Die Frau des damaligen Opfers, Bianca Kaiser, wird unterdessen von einem »bulligen Kapuzenmann« bedroht, der von ihr die Herausgabe bestimmter Aufzeichnungen ihres Mannes verlangt.

Der Feinschliff entsteht in gemeinsamen Klausurphasen

Jupp Schulte steckt derweil bei einem Verkehrsunfall fest, außerdem verliert zeitgleich Deutschland bei der Fußball-WM unerwartet gegen Südkorea. »Unsere Figuren überraschen uns auch immer wieder, wir müssen sie erst kennen lernen«, sagen die beiden Autoren und geben damit einen Einblick in ihre Arbeitsweise. Die Story stehe meist relativ schnell fest, dann teile man die Kapitel auf. Der Feinschliff entsteht während gemeinsamer Klausurphasen entweder in der Abgeschiedenheit Brandenburgs oder auch schon mal – wie zuletzt - in Spanien.

Eine ursprünglich nicht vorgesehene besondere Rolle in den Lippekrimis spielt der kauzige Landwirt Anton Fritzmeier. Bereits im ersten Buch »Fürstliches Alibi« war er 80 Jahre alt. »Er hat sich nach vorne gedrängt, und wir haben beschlossen, ihn nicht weiter altern zu lassen«, sagt Jürgen Reitemeier.

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